Nur wer im Wohlstand lebt, lebt angenehm.

Mehr ist nicht! Unsere Wirtschaft muss ständig wachsen. Seit einer Ewigkeit halten rechte wie linke Politiker daran fest. Es ist an der Zeit, damit aufzuhören! Die Zeit 20.08.2015

Nachhaltiges Wachstum
Nachhaltiges Wachstum. Weidenhof (SoLaWi) 2017

Der Gedanke ist nicht neu: Wenn die Menschheit noch ein paar Jahrhunderte auf diesem Planeten leben will, muss sie mit ressourcen-verbrauchendem Wachstum aufhören und mit nachhaltigem Wirtschaften beginnen.

Warum reden stattdessen im Wahlkampf alle vom Wirtschafts-Wachstum?

Der Wohlstand ist unübersehbar gefährdet.

Daher ist sich die „ganz große Koalition aller Parteien“ einig: Wir brauchen unbedingt „Mehr“ (Verbrauch, Export, Events, Euros, Erfolg, Konsum …).  Gestritten wird nur über die Art, wie der Ertrag „nachhaltig“ gesichert, geschützt und gerecht verteilt werden soll.

Keine Partei riskiert es, die Forderung des „Wissenschaftlichen Beirates der Bundesregierung – Globale Umweltveränderungen“ ernst zu nehmen: „Transformation binnen kürzester Zeit“.

„Anders“ klingt verdächtig nach „Weniger“ (Geld, Macht, Ablenkung, Spaß, …). Das einzige aber, das zählt bei einer Wahl, ist die Aussicht auf ein „angenehmes Leben“:

Meckie Messer: Die Ballade vom angenehmen Leben. Brecht fünf Jahre vor 1933: Da preist man uns das Leben großer Geister – Das lebt mit einem Buch und nichts im Magen – In einer Hütte, daran Ratten nagen – Mir bleibe man vom Leib mit solchem Kleister! Das simple Leben lebe, wer da mag! – Ich habe (unter uns) genug davon. – Kein Vögelchen von hier bis Babylon – Vertrüge diese Kost nur einen Tag. – Was hilft da Freiheit? Es ist nicht bequem. – Nur wer im Wohlstand lebt, lebt angenehm.

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Literatur

Autor: Helmut Jäger