Die Grippe verschlafen?

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Ein Winter ohne Grippe?

Jedes Jahr im Herbst droht die Grippewelle.

Sieben von hundert Personen erleiden pro Jahr eine „Grippe“-Episode, und in ein bis zwei Fällen kann dann eine Influenza A oder B nachgewiesen werden (Cochrane 2014).

„Grippe“-Infektionen werden durch Viren ausgelöst, die sich in den Zellen des Rachenraums vermehren. Die Mehrheit der „Grippe“-Infektionen werden durch Viren verursacht, die nicht zur Influenzagruppe gehören.

Die jährlich neu gemischten Impfstoffe gegen Influenza lösen bei gesunden Personen Antikörperbildungen aus, die Schutzwirkungen zwischen 60-80% gegen Influenza A oder B bewirken, sofern die Impfstoffzusammensetzung zu den umlaufenden Influenzaviren passt (Cochrane, CDC, RKI, PEI, WHO).

In der letzten Grippe-Saison 2014/2015 fiel die Wirksamkeit des Impfstoffes geringer aus, da die verimpften Komponenten nur zum Teil den aktuell verbreiteten Viren entsprachen. Ein solcher „Mismatch“ droht erneut  für 2015/2016, weil sich z.Z. auf der Südhalbkugel ein Virusstamm (B/Victoria)  verbreitet, dessen Bestandteile in dem (von der WHO empfohlenen) Dreifach-Impfstoff nicht enthalten sind. Vergleichsweise teure Vierfach-Impfstoffe, die ggf. einen besseren Schutz aufbauen sollen, sind z.Z. nicht in ausreichender Menge vorhanden, und werden von den Krankenversicherern in der Regel auch nicht bezahlt. (PEI, CDC, RKI, WHO)

Wer erkrankt?

Gesunde Menschen erleiden nur selten schwere Grippe-Erkrankungen. Häufiger trifft es Menschen, deren Immunsystem aus unterschiedlichen Gründen gestört ist.

Auch bei immun-geschwächten Personen sinken die Infektionsrisiken deutlich, wenn sie

  • auf Hand-Hygiene achten,
  • nicht rauchen,
  • wenig „Alltagsdrogen“ zu sich nehmen,
  • sich regelmäßig bewegen,
  • ihren Stress vermindern,
  • sich eiweiß-ballaststoff-vitamin-reich und zucker-arm ernähren, und
  • in Zeiten von Grippewellen öffentliche Räume und erkrankte Personen meiden.

Grippe-Risiken und Schlaf

Schlaf wirkt sich auf die Immunregulation und auf Alterungsprozesse aus (Caroll 2015), und Schlafmangel führt zu Immunstörungen. (Hsiao 2015)

Im Wissenschaftsjournal „Sleep“ wurde jetzt eine Studie veröffentlicht, die die Auswirkungen von Schlaf auf die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von „Erkältungs“-Infektionen untersuchte. (Prather 2015)

Dabei wurden 164 Versuchspersonen mit Rhino-Viren infiziert. Diese „Schnupfen-Viren“ gelten als harmloser als Influenza, können aber bei bestimmten Personengruppen zu schweren Krankheitsverläufen führen (Bhat 2013).

Bei den Studienteilnehmerinne/n, die weniger als sechs Stunden schliefen, war das Risiko, dass die künstliche Infektion tatsächlich zu einer Erkrankung führte, deutlich erhöht.

Wer also die Grippe fürchtet:

Sollte auf jeden Fall gut leben und viel schlafen.

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Links zu aktuellen Grippe-Informationen

Literatur

Autor: Helmut Jäger

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