Gesund und glücklich?

aab
Klang im Garten (H. Jäger 2014)

Glück ist leicht zu haben, denn:

es reicht, damit aufzuhören unglücklich zu sein.

Gesundheit (als Zustand) ist unerreichbar.

Alles Lebende altert und stirbt irgendwann. Eindeutig und bleibend ist nur der Tod. „Gesund sein“ kann deshalb nur etwas vorüber Gehendes bedeuten:

Gesunde Entwicklung.

Was nicht tot ist, wächst noch. Oder es gedeiht sogar. Es verändert sich in seinen inneren und äußeren Beziehungen. Manchmal laufen solche Prozesse harmonisch ab. Dann bleiben die Reibungsverluste klein. Weil nur wenig Energie für innere und äußere Widersprüche oder für die Überwindung von Blockaden verbraucht wird.

Plätschert so ein Bach fröhlich durch Tal, kann man ihn gesund nennen, und ebenso das Leben in ihm und um ihn herum. Wird er durch eine müll-beladenen Schlammlawine verschüttet, wird sein System gestört. Er erkrankt und wird einige Zeit brauchen, um zu einem neuen Gleichgewicht zurückzufinden.

Wie geht es Ihnen gerade? Jetzt in diesem Augenblick?

Extrem schlecht!  .. so la-la ..  Super!
0510
Offensichtlich ist Leben in Ihnen - sonst hätten Sie kein Kreuz gesetzt.
Was müsste (jetzt) geschehen, damit es Ihnen nur eine einzige Stufe besser ginge?
Oder (beim Höhenflug): Wie landen Sie sicher?

 

Tatsachen sind eben, wie sie sind.

Und lassen sich oft nicht beeinflussen. Die Bewertung der Tatsachen ist aber sehr leicht veränderbar.

Das gleiche Regenwetter kann bei Städtern Depressionen und bei Bauern Jubel auslösen.

Probleme können also schlagartig verschwinden, wenn sie aus einer anderen Perspektive betrachtet werden.

Nichts ist gesund.

Wer glaubt „gesund zu sein„, wurde nur noch nicht gründlich genug untersucht.

Der (meist völlig unbegründete) Gesundheits-Optimismus, schützt allerdings vor überflüssigen Diagnosen und Eingriffen. Denn würden bei einer unbekümmerten Person, die sich von keiner Krankheit bedroht fühlte, einhundert Tests durchgeführt, wäre die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich Mediziner tatsächlich wegen einiger Befunde ernsthafte Sorgen machen müssten.

Der Glaube „gesund zu sein“ schadet der Vorbeugung

Erfahrene Vorbeugungs-Expertinn/en kennen die viel zu optimistische Einschätzung unserer Realität. Sie wissen, dass, es nicht ausreicht, bei Menschen, die glauben, sie seien gesund, die “Rosa-Brille“ zu entfernen. Denn sobald Menschen die unsichere Wirklichkeit klar erkennen, sorgen die Hormone und die zahllosen Produkte der Ablenkungsindustrie schnell dafür, dass tatsachen-orientierte Informationen wieder gelöscht werden.

Und schon entsteht die optimistische „Rosa-Sicht“ von neuem.

Deshalb müssen (im Sinne des Vorbeugungsgedankens) die neunen Brillen zusätzlich schwarz gefärbt werden:

„Mit einer Grippe ist nicht zu spaßen. In schweren Fällen oder bei Risikopatienten kann die Influenza sogar tödlich verlaufen!“ Apotheken Umschau

Die Lösung des Problems muss deutlich optimistischer gemalt sein, als es die Betroffenen allein wahrnehmen würden:

Grippeimpfung

Die meisten Präventions-Botschaften müssen also Ängste erzeugen, damit sie durch die Anwendung von Dienstleistungen oder Produkten wieder genommen werden können (Welch 2011).

„Du musst sie zuerst in die Hölle bringen. Erst dann kannst du sie in den Himmel führen!“ Rat eines deutschen Missionars an einen Arzt. (Tansania 1984)

Noch schlimmer wird es, wenn Mediziner angesichts emotionsloser Datenberge ihren eigenen, professionellen Optimismus verlieren. Wenn sie angesichts immer neuer Bilder und Labortests, die Krankheitszusammenhänge ihrer Patientinn/en nicht mehr verstehen.

Wenn sie dann noch mehr Daten erzeugen, verstärken sie ihre Unsicherheit. Denn oft passen die Daten nicht zusammen oder sind fehlerhaft. Oder die Ärzte finden nur das, wonach sie suchen, und was sie ohnehin zu wissen glaubten. Und verstärken ihre Sicherheitsillusionen.

Weil so immer mehr diagnostiziert werden muss, muss dann natürlich auch immer mehr behandelt werden. (Hoffmann 2014)

Schlußfolgerung:
Gesund und glücklich sein zu wollen, ist ungesund und macht unglücklich.

Wäre es nicht günstiger, die verfügbare Energie nützlich anzuwenden?

  • Ungewisses annehmen.
  • Sich spüren.
  • Sich wohlwollen.
  • Sich bewegen.
  • Beziehungen wertschätzen.
  • Mit vertrauten Menschen reden und zuhören.
  • Gefahren aufmerksam und wach wahrnehmen.
  • Stress beruhigen (Kampf-, Flucht-, Ohnmacht).
  • Sich lassen.
  • Möglichkeiten betrachten.
  • Sinn entdecken.

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Autor: Helmut Jäger