Ein paar Minuten für mich: Welche Strategie passt?

Auswahl

  • Schwierigkeit: Nicht so einfach, wie es scheint: Sie könnten sich selbst begegnen.
  • Zeit: 20 Minuten
  • Ort: Seminarraum mit genügend Material für kreatives Arbeiten
  • Wirkung:  Klarheit verschaffend

Vorbereitung

  • Suchen Sie sich einen ruhigen Raum mit einer Pin-Wand, einer Flip-Chart oder einer Tafel.
  • Sorgen Sie für Stifte und Kärtchen, damit Sie die vielen Ideen, die aufpoppen werden, festhalten können.

Vorschlag (vor der Übung)

Je nachdem wie ein Problem oder ein Problemzusammenhang beschaffen zu sein scheint, können sich zwei unterschiedliche Strategien anbieten:

Manchmal kann es zielführend sein,

  • Sich auf das Problem zu konzentrieren, es einzugrenzen,
    und es dann zu beseitigen (oder beseitigen zu lassen):
    Strategie (1): „Beseitigen“

und manchmal macht es Sinn

  • Die Zusammenhänge und Beziehungen des Problems zu betrachten.
    Und zu prüfen, wie sie günstig beeinflusst werden können:
    Strategie (2: „Beeinflussen“

Welche der beiden Strategien würde für Ihre Situation am besten passen ?

Versuchen Sie zunächst herauszufinden, was Ihnen bei Ihrem Problem oder dem Problemzusammenhang besondere Schwierigkeiten bereitet.

  • Es verändert sich nicht. Es bleibt wie es ist, sofern man nichts unternimmt: Situation (A): „Unbeweglich“

Beispiele: Ein Auto, das mit einem Motorschaden liegenbleibt. Ein Schutthaufen, der den Garten verschandelt. Ein Computer, der abstürzt. Ein Beinbruch, der furchtbar schmerzt, aber von alleine nicht richtig zusammenheilen kann.

  • Es verändert sich ständig und dynamisch.
    Es lebt und wächst und entwickelt sich (bedrohlich):
    Situation (B): „Dynamisch“

Beispiele: Unkraut im Blumenbeet. Schädlinge, die sich an den Obstbäumen vergreifen. Eine Kommunikationsstörung, die sich zu einem immer heftigeren Konflikt ausweitet. Erschöpfungszustände. Zunehmende, nicht eingrenzbare Schmerzen. Ein Krebsgeschwür.

Welche Strategie passt zu Ihrer Situation am besten?

Aus zwei Situationen und zwei Strategien ergeben sich vier Möglichkeiten, wie Sie handeln könnten.
Jede von ihnen besitzt Vorteile und Nachteile.

Wägen Sie in Ruhe ab

 Strategie 1: „Beseitigen“Strategie 2: „Beeinflussen“
Situation A: „Unbeweglich“Vorteil: Ideale Problemlösung im Notfall: Rechtzeitig eingegriffen! Nicht lange gefackelt! Schlimmes verhütet.

Nachteil: Es war evtl. gar kein Notfall, und es wurde übereilt gehandelt. Wurde mit dem Tunnelblick das Wesentliche übersehen?
Vorteil: Kein Tunnelblick, weil Ruhe bewahrt wurde. Durch die Weitsicht zeigen sich Möglichkeiten, die bestehen oder sich entwickeln könnten.

Nachteil: Wird zu lange gewartet oder gezögert, kann der günstigste Zeitpunkt für den rettenden Eingriff verpasst werden.
Situation B: „Dynamisch“Vorteil: Schnelle kurzfristige (!) Problemlösung.

Nachteil: Langfristig drohen Kollateralschäden. Unerwartet treten neue Probleme auf, die es vorher nicht gab: Verschlimm-Besserungen und erhebliche Zukunftsrisiken.
Vorteil: Die Einstellung zu einem Problem verändert sich. Eine Situation, die so sein darf, wie sie eben ist, kann gesunden und sich langsam verändern, neu entwickeln.

Nachteil: Kurzfristig bleiben die Erfolge klein. Anfangsverschlimmerungen kommen vor (wenn die Vorteile des Problems wegfallen). Nötig sind Geduld und ein „langer Atem“.

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Autor: Helmut Jäger