Penis und Klimawandel

Männer mit Dolch an markanter Stelle (Jemen 1998, Bild Jäger)

Fördert der Penis, als „soziales Konstrukt“, den Klimawandel?

Immerhin wurde dieser sinn-freie Blödsinn in einem Journal veröffentlicht, dessen Artikel nach „wissenschaftlichen Kriterien“ gegen-gelesen werden (Lindsay & Boyle 2017 a): Eine geniale Fleißarbeit, die begriffs-verliebtes, leeres, „wissenschaftlich“- klingendes Geschwafel lächerlich macht. (Lindsay & Boyle 2017 b)

Aber nur einen Monat später verkündete der gewaltigste Penis-Träger der Erde, sie „sei gefeuert“. Und eine mächtige Frau beginnt sich um die Zukunft „unserer Mutter Erde“ zu sorgen.

Zufälle?

Oder hat die Art, wie die Menschheit ihre eigenen Lebensgrundlagen ruiniert, doch archaisch-psychologische Gründe?

Dafür könnte sprechen, dass kriegerische und kommunikativ ausgleichende Kompetenzen bei Männern und Frauen ungleich verteilt zu sein scheinen.

Und auch, dass das ziel- und wachstumsorientierte Verhalten, das die Erde in wenigen Generation unbewohnbar machen wird, sich erst vor fünf Jahrtausenden durchsetzte.

Interessanterweise beginnt das erste Epos der Menschheit (Gilgamesh) mit der Ermordung eines Naturgeistes durch starke Männer, die anschließend einen Ur-Wald abholzen lassen, und dann auch noch die weibliche Macht der Kriegs- und Liebesgöttin abservieren.

Zuvor herrschten vielleicht  einhundert-tausend Jahre

So klein
Wirklich nur so klein?

Der Schaden, den so organisierte nomadische Stämme in ihrer Umwelt anrichteten, war relativ begrenzt, weil es ihnen wichtig war, im Einklang mit der Natur zu leben (oder noch ist).

Das Gefühl des Aufgehoben-seins in einem lebenden Zusammenhang mit ständigen Vergehen und Werden verschwand mit der Geburt des linear-zielorientierten Denkens. Denn dem nun folgenden unbegrenzten Wachstum der großen Machtgefüge musste zwangläufig (früher oder später) ein Kollaps folgen. Und so begannen die großen Pharaonen vor allem eins zu fürchten: den Tod.

Animus und Anima

Die Fähigkeiten, Gesamtzusammenhänge und Einzelnes wahrzunehmen, weich oder hart zu handeln, zu verbinden oder zu trennen sind (nach C.G. Jung) in beiden Geschlechtern vorhanden, wenn auch vielleicht manchmal etwas ungleich verteilt. Deshalb sind Bezeichnungen der steinzeitlich-nomadischen Frühzeit als „matriarchalisch“, und der folgenden Trance-Herrschaft als „patriarchalisch“, irreführend.

Männer bevorzugten zielorientiertes Denken und Handeln, und schufen damit die Basis der modernen Zivilisation. Aber die steckt nun, bei schwindenden Ressourcen, in  der Krise:

Der Physiker Stephen Hawking gibt der Menschheit nur noch wenige hundert Jahre, bis sie ihren dann komplett verwüsteten Planeten verlassen müsse (Spiegel 06.05.2017). Und andere, wie Elon Musk, investieren Unsummen, um mit Technik (Space X) ins unwirtliche All entfliehen zu können.

Stattdessen müsste die Menschheit eigentlich mit der seit einem halben Jahrhundert geforderten Transformation beginnen, und den bisher erzeugten Dreck auf unserem (bisher noch) blauen Planeten endlich aufräumen. (Markus Gauss, SZ. 04.06.2017)

Warum tun wir es nicht?

Ruf des Holzfällers, als er auf der Osterinsel die letzte Palme  umschlug: „Wir brauchen Jobs! Und keine Bäume!“ Eastern Island ecocide theory (03.11.2015)

Papua
Besonders männliche Männer in Papua (Wiki)

Bereits 1992 hatten sich 172 Nationen auf eine umfassende „Agenda 21“ geeinigt, um weltweit in allen Bereichen für einen nachhaltigen Schutz der Umwelt zu sorgen. Dieses zarte Pflänzchen langfristigen Systemdenkens schafften in Deutschland starke, macht-bewusste Männern einer grün-roten Bundesregierung ab. Diesen selbst-verliebten Machos (u.a. Fischer und Schröder), lagen kurzfristige Erfolge (wie Wirtschaftswachstum) näher als nachhaltige Entwicklungen (Wirth 2002). Mit ihrer Agenda 2010 ging es seither so weiter wie bisher, nur effizienter, wettbewerbsfähiger und (weltweit) umwelt-zerstörerischer.

2017, fast 15 Jahre später, hält es immer noch keine der deutschen Parteien für sexy, im Wahlkampf über die dringend notwendigen Grenzen des Wachstums zu reden. Denn die überfälligen Verhaltensänderungen wären unpopulär und würden Wählerstimmen kosten. Selbst wenn man nur die deutschen Klima-Ziele erreichen wollte, müsste man dem Wahlvolk eine Liste des Schreckens präsentieren (Spiegel 03.06.2017).

Stattdessen wird lieber eine „gerechtere“ Verteilung unseres Reichtums gefordert, oder mehr Sicherheit vor drohendem Chaos oder mehr Sauberkeit im eigenen Vorgarten, in den der Dreck „da draußen“ nicht hineinschwappen soll. Die Welt der Armen, in die wir erfolgreich exportieren, und von deren Rohstoffen und Billig-arbeit  wir intensiv profitieren, soll auf Distanz bleiben.

Nach dem Trump-Schock wird jetzt nach anderen großen Führer in Indien, China u.a. gesucht, die im Prinzip alle das  Gleiche wollen wie ein anderer mächtiger Macho (Putin):

„… ein stetiges Wachstum erreichen und die Gefahr von Terrorismus und regionalen Konflikten begrenzen“ (Putin auf dem Wirtschaftsforum St. Petersburg Juni 2017).

Und so wachsen wir unbeirrt weiter, als gäbe es keine Probleme mit der Qualität von Süß-Wasser, Weltmeeren, Böden und Klima.

Eigentlich wäre es höchste Zeit …

… eine neue Qualität menschlicher Fähigkeiten  zu entwickeln. Dafür müssten Menschen aber ihr Verhalten ändern, und

Im Prinzip brauchten wir (als Homo Sapiens)  dazu nur das wieder zu entdecken und weiter zu entwickeln, was uns ohnehin von allen anderen großen Affen unterscheidet: die Fähigkeiten zu starken Beziehungen und zu Sinn.

Papua
Penis-Träger in Papua (Wiki)

Möglicherweise fällt es Frauen tatsächlich leichter, in Zusammenhängen und Verbindungen zu denken und zu handeln. Deshalb wäre es gut, wenn sie (auch im Interesse der Männer) an Macht gewännen.

Damit aber auch Männer an einer überfälligen Transformation des Homo sapiens Verhaltens mitwirken können, brauchen sie neue Ziele, oder noch besser Visionen: Um zu erkennen, für was es sich zu kämpfen lohnt.

Beispiele für eine bunte Welt, an deren Erblühen gleichermaßen Männer arbeiten:

Mehr

Die starke Paar-Beziehung (Eros, Gender)  01.03.2014

Weitere Sprachen des inneren Teams, 23.03.2014

Polluto, die verdreckte Erde

Umwelt-Psychologie

Literatur

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