Medikamente gegen Grippe: teure Placebo?

Seit 2002 werden weltweit Medikamente eingelagert, die im Falle einer Grippe-Pandemie nützlich sein sollen.

Für diesen Zweck am häufigsten verkauft wurde Oseltamivir (Tamiflu®). Cochrane (eine Institution zur Prüfung medizinischer Evidenz) berichtete, dass Tamiflu® die Krankheitserscheinungen bei Grippe um einen halben Tag verkürze, aber keinen wesentlichen Effekt hinsichtlich der Vermeidung von Komplikationen zeige. Die Virusausscheidung werde durch das Medikament nicht unterbrochen, und bei der Anwendung können (manchmal auch ernste) Nebenwirkungen auftreten (Jefferson 2014, BMJ 2014, Dobson 2015).

Tamiflu® wirkt bei einer Grippe etwa so gut wie Aspirin®. Es ist aber vergleichsweise teurer und risikoreicher.

  • Warum wurde die Grippemedikamente trotzdem beschafft?
  • Wurden Verantwortliche und Verbraucher getäuscht?
  • Haben Gesundheitsbehörden daraus gelernt?

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Literatur

2012-2015

2009-2011

Autor: Helmut Jäger