Zika-Virus.

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Aedes-Mücke (Bild: Prof. Garms, BNI)

Aktualisiert am 23.12.2016

Zika-Viren wurden 1952 erstmals in Uganda nachgewiesen und ähneln Gelbfieber- Chikungunya- und Dengue-Viren, die durch die gleichen Mücken übertragen werden (Aedes ägyptii und Aedes albopictus). Die letzteren werden wegen einer Quer-Streifung auch „Tiger-Mücken“ genannt. Aedes-Arten benötigen für ihre Vermehrung warmes Klima und nur kleine (relativ saubere) Wasserpfützen, wie sie sich nach Regenfällen u.a. in Slums im Unrat, in Autoreifen, in Plastikabfällen oder in altem Mauerwerk ansammeln. Aedes-Arten können u.a. mit Flugzeugen oder Containerschiffen auch nach Europa verschleppt werden, sind aber nur im küstennahen Mittelmeerraum verbreitet.

In Lateinamerika leiden besonders sozial schwache Bevölkerungsschichten in den Vorstädten unter immer stärkeren Epidemien des Dengue-Virus, das durch die Aedes-Mücken übertragen wird. Das Zika-Virus war dort bisher unbekannt. Vermutlich wurde es im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 eingeschleppt. Die aktuellen Zika-Infektionen konnten sich, Anfang 2015 von Bahia ausgehend, schnell in ganz Brasilien verbreiten, da bei der Bevölkerung noch keine schützenden Antikörper vorhanden waren. Inzwischen wurde das Virus auch in vielen vielen subtropischen Regionen nachgewiesen (u.a. auch im pazifischen Raum).

Betroffene Länder der Zika-Virus-Pandemie:
Health Map (29.02.2016) Die Zeit (23.02.2016)

Zeitlich mit der Verbreitung des Zika-Virus wurde 2015 in Brasilien eine Häufung von Neugeborenen mit zu kleiner Kopfgröße (Mikrozephalie) beobachtet. Die grobe Schätzung der Inzidenz lag bei etwa 0,5/10.000 Geburten, und bei einer bisher noch kleinen Zahl dieser Betroffenen wurden auch Zika-Infektionen nachgewiesen (CDC 2016). Aus vorläufigen Untersuchungen von Kindern, die mit Microcephalie geboren wurden oder bei denen in pränatalen Untersuchungen ein zu kleines Kopfwachstum festgestellt wurde, wurde von den Gesundheitsbehörden im Januar 2016 die Arbeitshypothese aufgestellt, dass ein Zusammenhang mit Zika-Infektionen bestehen könnte (CDC, BMJ, WHO 2016).

Bei einer Kohorten-Studie wurden 117 Neugeborenen Zika-infizierter Mütter in 46% Auffälligkeiten bei Geburt festgestellt (inkl drei Fälle von Mirkozephalus. in der Vergleichsgruppe von 57 Neugeborenen Zika-infizierter Mütter waren 11% bei Geburt auffällig (Brasil 2016).

Außerdem wurde nachgewiesen, dass Zika-Viren neuronale Vorläuferzellen infizieren können, die eine wichtige Rolle bei der Großhirnentwicklung spielen (Tang 2016).

In Afrika war ein Zusammenhang zwischen Zika-infektionen und Auffälligkeiten bei Neugeborenen nicht beschrieben worden.  Die jetzigen Untersuchungen einer möglichen Assoziation stehen noch am Anfang. Störungen des Hirnwachstums von Feten können durch eine Vielzahl von Schadenseinwirkungen verursacht werden, und bisher ist unklar, in welchem Umfang und über welchen Mechanismus das Virus an einer Entwicklungsstörung der Feten beteiligt sein könnte.

Zika-Erkrankung

Meist verläuft die Infektion bei Erwachsenen symptomlos. Bei jedem vierten Betroffen treten die Krankheits-Erscheinungen drei bis vier Tage nach einer Zika-Infektion auf. Die Symptome ähneln denen von milden Dengue- oder Chikungunya-Infektionen: Gliederschmerzen, Fieber, Kopfschmerzen, Hautausschlag und Augenbindehautentzündung. Diese Infektionserscheinungen heilen ohne Folgen ab. Todesfälle kommen in der Regel nicht vor.

Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist, mit Ausnahme von Verletzungen bei der Krankenpflege, unwahrscheinlich. Es wurden jedoch sexuelle Übertragungen des Virus von Reisenden auf ihre PartnerInnen in Europa oder Nordamerika nachgewiesen.

Eine Studie aus Polynesien analysierte die Fälle von 42 Patienten, die im Zeitraum von zwölf Monaten bei einem Zika-Ausbruch in Französisch Polynesien (2013-2014) Lähmungen erlitten hatten (Guillan-Barré Syndrom). 41 (98%) dieser Patienten wiesen Antikörper gegen Zika-Viren auf, die dort bisher noch nicht verbreitet waren. Die Erkrankungen verliefen relativ mild. Die Wahrscheinlichkeit dieser Lähmungserscheinungen wurde auf 0,2 pro tausend (Erst)-Infektionen geschätzt. Ob auch andere Ko-Faktoren wie Infektion oder Schadstoffe eine Rolle spielten, war bei der kleinen Fallzahl nicht zu klären (Cao-Lormeau 2016).

Störung der Entwicklung des Kopfes

Die Entwicklung des menschlichen Gehirns ist komplex und erst mit dem beginnenden Erwachsenenalter abgeschlossen. Einige Phasen dieses Reifungsprozesses sind sehr störanfällig. Nervenzellen werden ab dem 42. Tag nach der Empfängnis hergestellt. Ihre Entwicklung wird durch genetische Programme im Wechselspiel mit dem mütterlichen Umfeld bestimmt (sogenannte Epigenetik). Der Aufbau der Hirnstrukturen (Neurogenese) beginnt mit dem Stammhirn und wird bis zur neunten Schwangerschaftswoche mit der Anlage der Frontalhirn-Strukturen abgeschlossen. Schädigungen der Neurogenese des Großhirns führen zu Wachstumsstörungen des Schädels.

Wenn die Grundlagen der Hirnstruktur festgelegt sind, beginnt die kritische Phase der Ausdifferenzierung, in der die wesentlichen Verbindungen und Verknüpfungen gebahnt werden.  Im letzten Schwangerschaftsdrittel vollzieht sich dann u.a. der sehr störanfällige Faltungs-Prozess der Großhirnhälften. (Stilles 2010)

Die Entwicklungsphasen des Gehirns überlappen sich, und gleichen nur entfernt einem allmählichen Aufbau eines hoch-komplexen Musikinstrumentes in einer ruhigen Werkstatt. Denn die entstehenden Nervenstrukturen werden ständig während ihres Herstellungsprozesses intensiv „bespielt“. Eine anfangs noch einfache und schnell reicher werdende Musik wirkt (beeinflusst durch die Körperrhythmen der Mutter) auf die Entwicklung des Instrumentes selbst (Buzsáki 2012). Störungen, dieses hoch-empfindlichen Prozesses der Ausgestaltung der Hirnfunktion wirken lebenslang (Faa 2014).

Neben den Zika-Infektionen werden zurzeit weltweit auch andere möglichen Ursachen für Mikrozephalie untersucht (WHO 2016):

  • weitere Infektionen: , wie Dengue u.a. Viren, die in den Tropen verbreitet sind, aber auch Toxoplasmose, Röteln, Herpes, Syphilis, Cytomegalie, HIV
  • giftige Chemikalien: Pestizide, Herbizide, Schwermetalle (Blei, Quecksilber, Arsen)
  • Sucht-Gifte: Alkohol, Nikotin, Drogen und andere
  • Strahlenexposition
  • genetische und chromosomale Störungen
  • epigenetische Schädigungen (starke Stressbelastung in der Schwangerschaft)
  • schwere Mangelernährung während der Schwangerschaft.

Eine Untersuchung der Epidemiologie von Microcephalus vor Auftreten des Zika identifizierte insbesondere soziale, ernährungsbedingte und suchtassoziierte Risikofaktoren (Krauss 2003)

Möglich ist, dass eine Kombination verschiedener – allein für sich „relativ“ harmloser – Schadens-Einwirkungen zu bleibenden Entwicklungsverzögerungen und Wachstumsstörungen führen könnte, und dass die Zika-Infektion eventuell nur einen Teil eines sehr komplexen Zusammenhanges darstellt. Oder noch ein bislang unbekannter Faktor/ Umstand existiert, der zusammen mit dem Zikavirus erst das beschriebene Ausmaß an Schäden hervorruft.

Das Risiko für die Geburt eines Kindes mit zu kleiner Kopfentwicklung (Mikrozephalie) soll nach Beobachtungen in unterschiedlichen Ländern bei 2-12/10.000 Geburten liegen. Nach einer Zika-Infektion im ersten Drittel der Schwangerschaft soll es demgegenüber 0.88 – 13.2% betragen. (Johannson 2016)

Die weltweit meisten Mikrozephalus-Fälle, die im Verdacht stehen mit Zika-Infektionen im Zusammenhang zu stehen, stammen aus Brasilien. Von November 2015 bis März 2016 wurden in Brasilien 6,398 „Verdachtsfälle“ von Fehlbildungen des Zentral-Nervensystems gemeldet. Bei 854 wurde Mikrozephalie bestätigt und von diesen wurde in 97 Fällen ein abgelaufene Zika-Infektion bei der Mutter nachgewiesen (Nature 21.03.2016). Der Anstieg der Mikrozephaliefälle in Brasilien begann jedoch schon im Jahr 2012, lange vor der Zika-Epidemie (CBC 13.02.2016). In Kolumbien, dem nach Brasilien am stärksten von Zika betroffenen Land Lateinamerikas kam es bisher zu keiner Welle von Kopf-Fehlbildungen bei Neugeborenen. (Science 15.06.2016). Diese Hinweise sprechen dafür, dass in den besonders von Fehlbildungen betroffenen Regionen ein anderer auslösender Faktor hinzugekommen sein muss, z.B. ein Pestizid (Science 16.02.2016, ScienceDaily 24.06.2016)

Bekämpfungsmassnahmen

Wie bei jeder akuten Bedrohung werden z.Z. reflexhaft Bekämpfungs-Maßnahmen unternommen: „Brasilien führt Krieg gegen das Zika-Virus“ (SDZ 26.01.2016).

Für die jetzt erforderlichen langfristigen, großen, repräsentativen, prospektive Kohorten-Studien mit schwangeren Frauen, zu allen bedenklichen Quellen von Schäden, fehlen die Mittel. Denn finanziert werden jetzt die harten „militärischen“ Lösungen, die das Problem schnell beseitigen sollen: Insektizide und Gen-Mücken.

Insektizide und Herbizide

Wie alle Kriege, wird auch dieser mit Kollateralschäden verbunden sein: Ein aggressives Versprühen von traditionellen und neu entwickelten Insektiziden wird zwangsläufig zu Umweltbelastungen und Gesundheitsstörungen führen.

Schadstoffbelastungen durch das Besprühen der Hauswände werden sich auch auf Schwangere auswirken, und ein Zusammenhang mit der Entstehung von Mikrozephalie ist nicht ausgeschlossen.

Zumal die Verstoffwechslung von Pestiziden mit Gen-Expressionen wechselwirkt. (Ritz 2016), und auch an der Entstehung neurodegenerativer Veränderungen beteiligt ist (Tartaglione 2016, Costet 2015, Cordier 2015). In einer argentinischen Provinz scheint in Regionen mit intensiver Landwirtschaft (bei der massiv Pestizide versprüht werden) die Sterblichkeit deutlich erhöht zu sein (Cordoba 2016)

Das in Brasilien weit verbreitet Larvengift Pyriproxyfen wurde verdächtigt mit dem Auftreten von Microcephalie in Zusammenhang zu stehen (Science 2016, ScienceDaily 2016Reduas 2016).

Ein Indiz dafür sei, dass ein gehäuftes Vorkommen dieser fetalen Missbildung bisher in Lateinamerika vorwiegend in Brasilien auftrat. (Tech Times, 14.12.2016). Die Umweltbehörde Brasiliens stellte daraufhin vorsorglich seine Verwendung ein (CNN, 18.12.2016)

Aber auch andere Umweltfaktoren, wie Feinstaubbelastung in Großstädten, können die Hirnentwicklung erheblich beeinträchtigen (Saenen 2015).

Freisetzung gen-manipulierter Organismen

Wenn bei wissenschaftlichen Vorhaben etwas schiefgehen kann, wird es auch schiefgehen. Wenn also alles gut läuft, hat man wahrscheinlich etwas übersehen. Bis es dann genau in dem Augenblick schiefgeht, der dafür am wenigsten geeignet  ist. Murphys Gesetz

Die von der WHO ausgerufene Notsituation, senkt die Schwelle für das Aus-testens der Freisetzung gen-manipulierter Organismen. Bei den jetzt beabsichtigten Massenfreisetzungen gen-manipulierter (oder auch durch Strahlung veränderter) Mücken wird gestrebt, die Aedes-Mücken auszurotten. Das klingt populistisch und medienattraktiv, und das ist wichtig, weil hinsichtlich der Olympischen Spiele im Sommer 2016 Brasilien gewaltige Einnahmeverluste drohen. Rationale Überlegungen, die vor solchen Eingriffen warnen, sind dagegen „nicht besonders sexy“. (Guardian 27.02.2016)

Beweise, dass die Freisetzung der gen-veränderten Mücken gefährlich sein könnten, fehlen. Denn sie wurden noch nicht großflächig ausgesetzt, und Interventionen in komplexe Systeme brauchen Jahre, um sich in all ihren unerwarteten Auswirkungen zu zeigen.

Das wesentliche Gegenargument gegen den anstehenden Massenversuch mit Gen-Organismen ist das so genannte Vorsorgeprinzip (s.u.). Es besagt, dass wir vorsichtig handeln sollten, wenn wir nicht wissen, was wir tun. Wir sollten nicht ohne Not heftig in komplexe Situationen intervenieren, weil sonst manchmal irreversible Katastrophen folgen. Das gilt in ganz besonderer Weise für die Freisetzung gentechnologischer Organismen: einmal in die Welt gesetzt, können sie nicht wieder einfangen werden. (Taleb 2014).

Viren sind kleine Gen-Schnippsel

Niemand kann vorhersagen, ob in einem neuen Organismus, der etwas alt-bekanntes überträgt (Dengue-Viren z.B), nicht etwas völlig neues entstehen könnte, das wir heute nicht einmal erahnen. Realistisch gesehen werden die Mücken-Versuche, die bisher nur „relativ kontrolliert“ und begrenzt als Vorbereitung auf die Produkt-Reife ausgetestet wurden, bald in ganzen Länder (u.a. den USA) für Großversuche freigeben werden. Der damit verbundene Nutzen wird begrenzt sein, da das Virus nicht nur über die Aedes-Sorte verbreitet wird, die gentechnologisch manipuliert werden soll, sondern ebenso über eine nahe verwandte: Aedes aegyptii, für die noch keine gen-technologisch veränderten Tiere freigesetzt werden. (Brooks 2016).

Welche Auswirkungen mit der Freisetzung gen-technologisch veränderter Tiere verbunden sein werden, kann erst nach vielen Jahren durch Langzeitbeobachtungen beschrieben werden. Dann aber wird es definitiv und un-umkehrbar geschehen sein. (Taleb 2014)

Planung ersetzt den Zufall durch Irrtum. Einstein
Jede Lösung produziert neue Probleme. Murphy’s Law (dt)

Senkung der ethischen Schwelle für Impfstoff-Tests bei Schwangeren

Bevor klar ist, womit die Häufung der Fälle von Mikrozephalie zusammenhängen könnte, wird bereits gefordert, die „ethischen Rahmen-Bedingungen“ für Studien an Schwangeren und an Ungeborenen zu ändern (Omer 2016, BMJ-News 2016). Da die komplexen Zusammenhänge der Entwicklung und Reifung der Hirnentwicklung Ungeborener sehr anfällig sind für unterschiedliche Störungen, wird es schwierig sein, Nutzen und Risiken rational abzuwägen. Allerdings scheint die aktuelle Zika-Epidemie nicht nur Chancen zu bieten für neue Produktentwicklungen, sondern auch für die Senkung der Sicherheitsstandards ihrer Anwendung.

Als im Jahr 2009 der Impfstoff Pandemrix® grossflächtig ausgetestet wurde, verzichtete man auf Langzeit-Beobachtungen von Kindern schwangerer Mütter die geimpft worden waren. Welche Auswirkungen Pandemrix® auf die Entwicklung Ungeborener hatte, wissen wir also nicht. Aber etwa eines von 15.000 Kindern, die nach der Geburt mit Pandemrix® geimpft worden waren, erlitt eine schwere Hirnfunktionsstörung (Narkolepsie) (Ahmed 2105, Jackson 2015).

Moderne Impfungen enthalten Moleküle, die rezeptor-genau wirkend, das Immunsystem alarmieren. Für diese Substanzen gibt es noch keine geeigneten Zulassungsstudien. In den klassischen Studien zur Prüfung moderner Impfstoffe (bei denen das zu kleine Antigen-Schnippsel keine Immunantwort auslösen kann) erscheint deshalb der Zusatzstoff, der die Immun-Systemantwort auslöst, sowohl in der Produktgruppe (Verum) als auch in der Kontrolle („Placebo“). Bei Erwachsenen mit reifen Hirn- und Immunsystemen sind die Störungen durch Zusatzstoffe selten, bei Ungeborenen dagegen ist es unbekannt, wie sie sich auf die komplexen Entwicklungs- und Reifungs-Zusammenhänge auswirken werden. Wir wissen nur, dass die Hirnentwicklung der Neugeborenen in der Schwangerschaft sehr anfällig ist für Störungen, und Schädigungen, die in dieser Phase geschehen, sich eine Leben lang auswirken.

Wenn wirklich nichts schiefgehen kann, wird es trotzdem schiefgehen.
If anything simply cannot go wrong, it will anyway. Murphy’s Gesetz

Aedes

Der Lebensraum von Aedes. Ghana 2012 (Foto: BNI)

Aussicht

Angesichts akuten Bedrohungen fragen nur wenige Menschen nach möglichen Hintergründen und Zusammenhängen. Oder gar danach, wie kranke Systeme mit friedlichen Mitteln günstig beeinflusst werden könnten. Obwohl es selbst im Umgang mit Infektions-Erregern dafür gut Vorschläge gibt: Walther 2004, Ewald 2007.

Epidemien ereignen sich nur selten schicksalhaft, so wie Einschläge von Kometen aus dem Weltraum. Die Zika-Epidemie hat, weil Aedes mit Menschen gemeinsam lebt, auch etwas zu tun mit Klimawandel, Armut, Elend, schlechten Wohnverhältnissen, Verstädterung, unhygienischer Müllentsorgung, Gewalt und sozialer Unruhe, allgemeiner Degradierung der Umwelt, mangelnder Bildung, sozialer Unsicherheit uva.

Aedes ist ein auf den Menschen bezogenes „Haustier“, und zeigt u.a. an, dass viel Unrat herumliegt. Wird dann das schmerzliche Symptom Aedes beseitigt, der Unrat aber nicht, muss sich die Situation nicht verbessern.

Wie bei der abgelaufenen Ebola-Epidemie, müsste daher das Aufpoppen eines neuen Gefahren-Ereignisses neben der Problemlöse-Hektik auch zu langfristige Überlegungen führen: zum Beispiel wie das Zusammenleben zwischen den Menschen und der Systeme, die sie umgeben, harmonischer gestaltet werden kann:

Damit die Notwendigkeit immer neuer „Kriege“ sinkt.

Rat für schwangere Frauen in Deutschland

Im schwangeren Zustand sollte man möglichst nicht dort Urlaub machen, wo Dengue-Viren oder Malaria vorkommen. Dann ist frau auch sicher, keine Zika-Infektion zu erleiden. Und falls es doch nötig sein sollte, schwanger in die Subtropen zu verreisen, sollte frau sich Hotels aussuchen, bei der der die Schadstoffbelastung gering zu sein scheint. Und falls sie nicht schwanger sind, in solchen Regionen ihren Kinderwunsch etwas aufschieben.

Natürlich sollten sie sich in jedem Fall nicht stechen lassen. Zum Beispiel, indem sie unter einem Moskitonetz schläft, langärmlig bekleidet herumläuft, und auf den wenigen, exponierten Hautstellen Abwehrstoffe aufträgt. Und das besonders dann, wenn die Aedes-Tierchen herumfliegen: in den Morgen- und Abendstunden. (Merkblatt des AA)

Die sexuelle Übertragung von Zika-Viren ist eine Randerscheinung (WHO 2016). Bei Erwachsenen verläuft die Infektion harmlos. Schwangere Frauen sollten vorsichtshalber, wenn der Partner aus den Tropen zurückkommt (max. 28 Tage) Kondome benutzen  – und natürlich auch nicht ihren Samen oder ihr Blut spenden.

Publikation 

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Literatur

Autor: Helmut Jäger

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