Achtung: Gesundheits-App

„Vorschlag von Jens Spahn: Ärzte sollen Gesundheits-Apps verschreiben dürfen“. Spiegel 15.05.2019

Unbegrenzter Wachstumsmarkt

Die Suche „Gesundheit + App“ erbrachte am 02.05.2019 7,5 Millionen Ergebnisse, die Kombination  „Health + App“ 190 Millionen.

„viele Apps (seien) heute schon ein Ansporn, sich mehr zu bewegen, sich gesünder zu ernähren .. Sie unterstützen auch ‎bei der regelmäßigen Einnahme von Medikamenten … das kann vielen Menschen eine wertvolle Hilfe sein …Allerdings (sei es) bei mehr als 100.000 Gesundheits-Apps für Bürger, aber auch für Ärzte nicht einfach, zwischen guten und schlechten Angeboten zu unterscheiden Hermann Gröhe, Gesundheitsminister 2017

Gröhes Nachfolger Jens Spahn will 2019 noch mehr „Digital-Tempo“ und „High-Speed-Medikalisierung“. Gesundheits-Apps sollen auf Kassenkosten beschaftt werden. Er wünscht sich leichtere Infos zu Videosprechstunden, weniger Papierkram in den Praxen und Impfungen in den Apotheken.

Welchen Nutzen haben Gesundheits-Apps?

… bei den gegenwärtig angebotenen Apps in den Kategorien „Medizin“ und „Gesundheit und Wellness“ sind Produkte mit diagnostischem oder therapeutischem Anspruch bisher eher selten.“ Chancen und Risiken von Gesundheits-Apps„, BMG am 24.04.2016

2018 wurde in Nature eine Analyse systematischer Übersichtsarbeiten zu Gesundheits-Apps publiziert. Betrachtet wurden alle verfügbaren Informationen zu Studien mit hoher Qualität (so genannte randomisierte Kontrollstudien, RCT). Zur Masse verfügbarer Apps konnten 23 qualifizierte Studien gefunden werden, bei denen weniger als die Hälfte einen positiven Gesundheitseffekt durch die betreffende Anwendung zeigte.

Byambasuren 2018: nature.com/articles/s41746-018-0021-9#Sec16

„… Wir fanden jedoch heraus, dass nur ein kleiner Bruchteil der verfügbaren mHealth-Anwendungen getestet wurde, und die Beweislage von sehr schlechter Qualität war. Unsere Empfehlungen zur Verbesserung der Beweisqualität und zur Reduzierung von Forschungsabfällen und potenziellen Schäden in diesem noch jungen Bereich umfassen die Förderung von App-Effektivitätstests vor der Veröffentlichung, die Entwicklung weniger verzerrter Studien, und die Durchführung besserer Überprüfungen mit einem robusten Risiko von Verzerrungen. Ohne ausreichende Beweise dafür könnten die digitale Medizin und die App „Verschreibbarkeit“ noch einige Zeit in den Kinderschuhen stecken.“ Byambasuren 2018

Schaden durch Gesundheits-Apps?

Ob Gesundheits-Apps schaden ist bisher unzureichend untersucht worden. Denn auch die Gesundheitsministerien anderer Länder sind weniger um Qualitätssicherung bemüht, als um Marktausweitung. (Mc Millan 2016). …

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Letzte Aktualisierung: 09.06.2019