Aus Fehlern lernen?
Erfahrung entsteht erst nach einem Ereignis, wofür man sie benötigt hätte.
Wir lernen, wenn wir etwas ausprobieren, und das gewünschte Ergebnis von der Realität abweicht. Wer sich dabei bemüht, Fehler zu vermeiden, macht nur geringe Fortschritte. Der Physiker Richard Feynman bezeichnete deshalb Lernen als „den Glauben an die Unwissenheit der Experten“.
Für Kleinkinder sind Fehler unverzichtbar. Sie lernen durch Ausprobieren, Scheitern und erneutes (anderes) Ausprobieren. Eltern können dabei für einen sicheren Rahmen sorgen, in dem Fehlerlernen geschehen kann.

(Запоріжжя) warten?
Die meisten Menschen rudern mit dem Blick nach hinten und dem Rücken nach vorn. Sie schauen zurück auf vertrautes Wasser. Aus dem Erleben des Vergangenen schließen sie, dass es bisher nicht Gesehenes auch nicht geben könne.
Bis ihr Boot dann auf ein Hindernis stößt: unerwartet und heftig.
Dagegen halten erfahrene Ruderer manchmal inne und schauen sich um. Sie erahnen im Nebel des Unbekannten Ungeahntes, und verhalten sich daher besonnen. Sie verlangsamen die Geschwindigkeit, um den Kurs bei Gefahr zu ändern.
Wer sich so am Prozess des Geschehens orientiert, hofft weniger auf schnelle Resultate. Aber sorgsames Handeln ist zeitoptimierten Menschen zuwider.
Fehler sind Meilensteine.
Sie geschehen zwangsläufig und sollten besser „Lerner“ heißen. Denn sie könnten bewirken, dass sich das, was bereits einmal schiefgegangen ist, nicht ein zweites Mal ereignet.
Dazu ist es günstig, sie durch wiederholtes Ausprobieren klein und korrigierbar zu halten.
Treten Probleme trotz achtsamen Handelns unkontrolliert auf, müssen sie wahrgenommen werden, und offen als Fehler akzeptiert werden. Nur dann ist es möglich, sie transparent zu untersuchen. Werden sie vertuscht, schöngeredet oder verdrängt, bleibt der Lerneffekt aus.
Warum geht es immer wieder schief?
- Weil man alte Fehler vermeidet, und nicht an neue Fehlermöglichkeiten denkt. …
- Weil man der Technik zu sehr vertraut und menschliche Kompetenz zu wenig trainiert. ….
- Weil das Ziel im Vordergrund steht (statt des Prozesses), und weil Stress zur Eile zwingt. …
Vollständiger Artikel
- Irren ist menschlich
- Warum geht es immer wieder schief?
- Schweizer Modell des Systemversagens
- Mangelndes Fehlerlernen
- Literatur