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Bewusstseins Revolution

Die Menschheit hat gewonnen

Die Altsteinzeit war eingebettet in wiederkehrende Rhythmen. Dann wurde die Natur bekämpft, ausgebeutet und beherrscht. Das ist erfolgreich gelungen.

Die ersten Orte menschlicher Zivilisation. Bilder rechts: Qobustan (Jäger 2018), Karte: justusems.weebly.com

Die Gattung Mensch hat im Bewusstsein erbitterter Kämpfe „GEGEN“ (was auch immer) den Gipfel ihrer Macht erreicht. Jetzt beißt die Biosphäre zurück. Wir haben uns verrannt. Die Grundlagen für Leben auf der Erde sind in Gefahr.

Eine zweite Bewusstseins-Revolution „FÜR“ friedvolle Systemzusammenhänge ist nicht absehbar. Vielleicht wird sie nie oder zu spät kommen.

Evolution verläuft gesetzmäßig

Vor über 3.000 Jahren schrieb ein Kabiti-Ilani-Marduk auf Tontäfelchen, ihm seien im Traum Welten-Zusammenhänge vermittelt worden. Seine Geschichte handelte von dem „Helfergott“ Erra, der das göttliche Zerstörungsprinzip symbolisiert (Seuchen, Hunger, Chaos, Katastrophen, verbrannte Erde …). Also all das Unglück, das „der einzige“ Gott (Marduk) bereit halte, um seine ungläubigen Feinde zu treffen und zu zerstören.

In einer dramatischen Raserei vernichtete Erra hier (fast) alles Lebende. Ohne ersichtlichen Grund. Eher zufällig, aus einer Laune heraus.

Anders als in der späteren Sodom-Gomorrah-Geschichte unterschied der Vernichtungs-Engel nicht zwischen Guten und Bösen, Gerechten und Sündern, Menschen und Tieren. Während Erras Wahnsinns-Attacke sei der „allmächtige Gott“ (Marduk) “gerade mal nicht da“ gewesen. Erst nachdem sich Erra schlafen gelegt hatte, erschien Gott wieder.

Kabiti-Ilani-Marduk erkannte, wie biologische Gesetzmäßigkeiten ablaufen, wenn ein Ökosystem kippt: Blind, leidenschaftslos, an Einzelschicksalen un-interessiert, brutal und radikal. In der Medizin ist das Phänomen vertraut: Wenn ein Infektionserreger sich grenzenlos vermehrt und den Wirtsorganismus mit seinen Giftstoffen verseucht, brechen Gleichgewichtszustände zusammen. Im Armageddon des Überlebenskampfes sterben dann nicht nur die Krankheitsverursacher, sondern auch vieles andere, und manchmal zugleich der Wirt. Kabiti-Ilani-Marduk beschrieb wie eine radikale Zerstörung bei geeigneten Bedingungen scheinbar zufällig ausgelöst werden kann. Und wie sie dann ungebremst (und unabhängig von „göttlichen“ Eingriffen) abläuft. Wie eine Lawine, die ins Tal rast.

Das Lehrgedicht endet dennoch mit einer optimistischen Botschaft: Wir seien zwar von Niedergang, Kollaps und Zerstörung bedroht. Aber ohne Wegwischen des Alten könne das Neue nicht geboren werden.

Bansky: Disneyland-Untergang: „The Mystery of Bansky, Hamburg (Foto: Jäger, 28.07.2022)

„… Wenn vielleicht, früher oder später, unsere Zivilisation endgültig im Sterben liegt, werden einige von uns immer noch zu den Sternen schauen, wie es uns die alten Mesopotamier gelehrt haben.“ Kriwavzek, Babylon. Mesopotamia and the birth of civilization, 2010 (freie Übersetzung)

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Letzte Aktualisierung: 29.07.2022