Covid-19: Kinderkrankheit!

Rektorin einer Berliner Grundschule schlägt Alarm: Die Bedingungen nach den Corona-Schliessungen seien «absolut furchtbar» Die Pädagogin erkennt ihre Schüler kaum wieder. Schon unter den Kleinsten gebe es zunehmend Gewalt. Die Eltern würden zu Aggressionen beitragen – und die unterschiedlichen Herkunftsmilieus die Konflikte zusätzlich anheizen.!“ NZZ 13.10.2020

SARS-CoV-2-Infektionen verlaufen bei Kindern meist unbemerkt. Wenn Kinder erkranken, dann fast immer leicht und folgenlos.

Risikofaktor „Kinder“

Kinder sind die Hauptleidtragenden der rasanten gesellschaftliche Veränderungen seit März 2020. Man erklärt sie als ein Gefahr für andere, und glaubt ihnen deshalb Maßnahmen aufzwingen zu dürfen, die Kindern schaden.

„Die Coronavirus-Pandemie hat laut dem Uno-Kinderhilfswerk Unicef 150 Millionen Kinder zusätzlich in die Armut gestürzt. Seit Ausbruch der Pandemie sei die Zahl der in Ländern mit geringen oder mittleren Durchschnittseinkommen in Armut lebenden Kinder um 15 Prozent auf etwa 1,2 Milliarden gestiegen, heisst es in einem Bericht von Unicef und der Hilfsorganisation Save the Children vom Donnerstag 17. 09. Für den Bericht seien Daten unter anderem zu Bildung, Gesundheitssystemen oder Ernährung aus mehr als 70 Ländern ausgewertet worden. Die Organisationen riefen die Regierungen der Welt auf, das Problem mit hoher Priorität anzugehen.“ NZZ 17.09.2020

„Die Pandemie schwächt das unterdurchschnittliche Schulsystem Lateinamerikas noch weiter.“ The Economist 12.09.2020, frei übersetzt: „… Obwohl sich die Rate der Neuinfektionen verlangsamt, sind die meisten Schulen bis auf zwei Länder, Uruguay und Nicaragua, in allen Ländern geschlossen. … Mehr als 95% der 150 Millionen Schüler der Region bleiben zu Hause. … Das Lebenszeiteinkommen pro Schüler könnte um mehr als 15.000 Dollar sinken. … Der Anteil derer, die die Leistungsstandards in Lesen und Mathematik nicht erfüllen, könnte von 53% auf 68% steigen.“

Besonders hart trifft es Kinder mit ohnehin schlechten Startchancen.

… Die Hälfte der Flüchtlingskinder der Welt muss die Schule verlassen. Coronavirus: a dire threat to refugee education – half of the world’s refugee children out of school UNHCR August 2020

https://www.youtube.com/watch?v=oXuFN7WpuT4&feature=emb_logo
Prof. Dr. Wieland Kiess: Lockdown-Studie in Schulen in Sachsen, August 2020. Weitere Informationen zur Kindergesundheit: Verschlechtertung der psychischen und psychosomatischen Gesundheit von Kindern, insb. bei sozial schwachen: COPSY-Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) – (NDR 10.07.2020, KMA online 10.07.2020) – Stellungnahme ärztlicher Fachgesellschaften, 20.05.2020Päd. Arbeitsgruppe Witten Herdecke, 11.05.2020Economist 18.07.2020: Let them learn

Kinder sind keine Brandbeschleuniger des Infektionsgeschehens

Erwachsene sind fast zehnmal häufiger asymptomatische Träger von COVID-19 als Kindern (Milani 2020). Etwas mehr als 1% der Kinder, die keine äußeren Anzeichen oder Symptome einer Infektion aufwiesen, seien positiv auf das Virus getestet worden, nachdem sie aus anderen Gründen in ein Krankenhaus in Mailand eingeliefert wurden. Umgekehrt wurde bei etwas mehr als 9% der asymptomatischen Erwachsenen festgestellt, dass sie COVID-19 hatten. (Milani G et al. Frequency of children vs adults carrying (SARS-Cov 2) asymptomatically, JAMA Pediatrics 14.09.2020)

Das geringere Risiko: „Lange Zeit ohne Schule ist eine Katastrophe für Kinder wie für ihre Familie.“ …“Man kann nicht jedes Kind, das niest oder hustet, für 14 Tage zu Hause lassen“ Bartens W. SZ 28.09.2020

Schulaufgabe 6. Klasse

Gesunde Kinder sind fröhlich

Der Verfasser eines Standard-Lehrbuches der Kinderheilkunde (Harnack) hielt Fröhlichkeit und unbekümmertes Spielen für die sichersten Zeichen kindlicher Gesundheit. Der Medizinsoziologe Antonowsky ergänzte, Kinder müssten die Chance erhalten, ein starkes Gefühl für Stimmigkeit entwickeln zu können.

Das vermittle ihnen als Erwachsene die Zuversicht, Anforderungen zu verstehen, zu beeinflussen und sinnvoll zu gestalten. Physiker*innen und Biolog*innen beschreiben heute wie körperliche, geistige und soziale Entwicklung untrennbar miteinander verwoben sind (Wolpert 2019, Fuchs 2017). Um zu gedeihen, müssen Kinder deshalb spielen, singen, sprechen, juchzen, singen, lauschen, raufen, rennen, schnüffeln, riechen, schmecken, schlecken, springen, tanzen, hüpfen, und so ihre Umwelt gestalten und prägen.

Um ihr Lebenspotential voll auszuschöpfen, brauchen sie vor allem Liebe, Sicherheit und Geborgenheit. In diesem Schutz können sie aus sich herauswachsen und sich voll entfalten.

Man muss Kinder nicht drillen und zwingen, damit sie sich zu gesunden Erwachsenen entwickeln. Genauso wenig wie es nötig ist, an Grashalmen zu ziehen, damit sie aus-sprossen.

Stattdessen sollte man Kinder lassen, schützen und fördern: durch emotionaler Austausch, Begeisterung, Bewegung, Beziehung, Spaß, Sicherung ihrer Unversehrtheit, Erfüllung ihrer Grundbedarfe, Kreativität, (auch riskante) Herausforderungen, gesunde Ernährung, unvergiftete Umwelt, freies Atmen, Lebenslust, Interesse und Neugier.

Lebendige Kinder in Tansania: Arm an Plastikspielzeug, aber reich an Erfahrung. (Bild Jäger 1983)

Heute stehen Ordnungsrituale im Zentrum der Aufmerksamkeit, die Kindergesundheit bewirken sollen, indem sie kleine fröhlich-kreativ-chaotische Menschen zu digital angepassten Einzelwesen erziehen.

Arbeitsanweisung zur Traumatisierung von Kindern (zugeleitet aus dem Landkreis Stotternheim bei Erfurt, August 2020). Vom Inhalt her ähnlich gruselig, wenn auch vom Ton moderater: Gesamtschule Kierspe 10.08.2020.

Masken, die Kindern aufgezwungen werden, erschweren es ihnen Emotionen zu erkennen und ihnen Ausdruck zu verleihen. Stattdessen erleben sie eine Welt zahlloser, unsichtbarer Gefahren. Ganz wie im Mittelalter, als man Kinder vor Geistern oder dem bösen Blick durch Amulette und anderen Hokuspokus zu schützen suchte.

In vielen Kulturen schützt man sich gegen unsichtbare Risiken durch Geisterhäuschen, Markierungen, Amulette, Geister-Zeremonien, rituelle Tänze uva. … Krankheitserreger gelten dann als Werkzeuge böser Geister, die man versöhnen oder bannen muss.

Immer schneller verprassen Erwachsene in den letzten Jahrzehnten die Lebens-Ressourcen ihrer Kinder. Indem sie die Luft, die Böden und das Wasser „nachhaltig“ verdrecken. Trotzdem erwarten die Alten selbstverständlich, dass die heutigen, zunehmend bedrohten Jungen ihre Rente bezahlen werden.

Seit August 2020 werden außerdem von Kinder bevölkerungspolitische Pflichten verlangt, die sich direkt gegen deren Interessen richten: Sie sollen sich sowohl gegen Influenza und zusätzlich gegen Corona impfen lassen. Das verlangen Gesundheitspolitiker, der Präsident der Bundesärztekammer und der Verband der deutschen Kinderärzte (Welt a.s. 30.08.2020)

Mit Schniefnase in die Kita? Noch können Kinder draußen spielen. Aber was tun die Erzieher, wenn der Winter da ist? … „Wir leben mit einem hohen Risiko.“ … „Corona-Infektion und Influenza sind im Einzelfall schwer zu unterschieden.“ … „Daher wünschen wir uns eine hohe Grippeimpfquote …“ Welt am Sonntag, 30.08.2020„Streitfall Schniefnasen: Gewerkschaften und träger sind skeptisch, ob in den Kitas ein regulärer Betrieb lange aufrechterhalten werden kann.“ … „Für die GEW ist der Arbeitschutz nicht gewährleistet, wenn verschnupfte, hustende Kinder ohne Coronatest in die Kita gebracht werden …“ Süddeutsche Zeitung, 31.08.2020„Unterricht in Bayern nur mit Maske“ Süddeutsche Zeitung 01.09.2020

Grippe-Infektionen (ob durch Corona-, Influenza, Schnupfen- oder andere Viren) richten bei gesunden Kindern keinen Schaden an. Deshalb sind die Risiken (ggf. unausgereifter) Medizin-Produkte natürlich höher, als ein (marginal denkbarer oder fehlender) Nutzen.

Kinder brauchen Liebe, Sicherheit und Geborgenheit

Um sich zu entwickeln müssen Kinder etwas mit allen Sinnen erleben, erleben, empfinden, manipulieren und ausprobieren und daraus eine Theorie ableiten („ein Ball!“) – Erst dann, nach langem Üben, werden sie Bälle fangen können. Weile es ihnen allmählich gelingt, ihre Erfahrungen mit der unmittelbaren (reichlich unscharfen) direkten Sinneswahrnehmung abzugleichen.

Hocken sie dagegen desinfiziert und bewegungslos vor ihrem Bildschirm, und hören eine Computerstimme, die ihnen alles erklärt, was man zu Ballspielen alles wissen muss, werden sie mit realen Bällen nicht weit kommen.

Die Tatsache, dass heute schon viele Kinder nicht mehr rückwärts-gehen und nicht mehr hüpfen können, ist nicht nur ein Anzeichen für ein Bewegungsdefizit, sondern auch für eine dramatische Entwicklungs-hemmung des Gehirns. Durch den Zwang in die Covid-19-Isolation werden die Trends kindlicher Rück- und Fehlentwicklungen weiter drastisch zunehmen.

Was macht Kinder gesund?

  • Eine störungsfreie Schwangerschaft, insbesondere während der Periode der Hirnfaltung im letzten Drittel der Schwangerschaft (Epigenetik)
  • Eine intensive Mutter-Kind Bindung und das Stillen in den ersten Lebensmonaten (Prägung des Immunsystems, der Stressbewältigung und Ausbildung der Grundlage für Gefühle)
  • Einer geschützte Frühkindheit, in der sich Kinder gemäß ihrem Potenzial störungsfrei entwickeln können.

Covid-19-Strategien schaden der Kindergesundheit

Unsere Kinder sind durch die Maßnahmen zur Eindämmung viraler Bedrohungen bedroht. Ihre Lobby ist schwach.

Die Zukunft der Menschheit ist nicht nur durch die Erwärmung der Atmosphäre, sondern auch durch das kinder-feindliche, soziale Klima bedroht.

Eingepfercht in Plastikkäfige und versorgt mit Plastik. Die Menschheit gräbt sich gerade ihre Zukunft ab. Guardian Weekly vom 21.08.2020

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Letzte Aktualisierung: 15.10.2020