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Dialog wagen

Miteinander reden. Perspektiven auf Frieden und Sicherheit.

Workshop zur Einführung in die Friedenslogik

In Diskussionen begegnen uns oft zwei (scheinbar grundlegend) unterschiedliche Denkansätze:

  • Die Sicherheitslogik richtet den Blick auf Risiken, Abschreckung und Schutzmechanismen. Ihre Leitfrage lautet: Wie sichern wir Stabilität, wenn Bedrohungen real oder möglich sind?
  • Die Friedenslogik setzt hingegen auf Beziehungen, Kommunikation und Gewaltprävention. Sie fragt: Wie können wir Spannungen so bearbeiten, dass Eskalation vermieden und Verständigung ermöglicht wird?
Plattform Zivile Konfliktbearbeitung (pzkb.de) und propeace.de/de/friedenslogik-statt-sicherheitslogik

Beide Sichtweisen haben ihren Wert. Je nach Art einer Situation auf sie bezogen werden.

Menschen und Gesellschaften besitzen ein Terrain: ihren persönlichen Sicherheitsraum. Im Frieden wird er respektiert, im Unfrieden bedroht. Graphik: Jäger 2026

Der VHS-Workshop „Dialog wagen“ (am 23.03.2026) lud dazu ein, eigene Perspektiven einzubringen: in kurzen Einstiegsgesprächen, in Kleingruppen und im gemeinsamen Austausch im Plenum.

Ziel des Abends war es, in einem wertschätzenden Dialog unterschiedliche Sichtweisen hörbar zu machen.

Unter Belastung können Menschen kollabieren, erstarren, sich ergeben oder unterwerfen. Äußere Hülle und inneres Zentrum sind gleicher schlaff und energielos. Todesnah. Wenn aber noch Kraft da ist, können sie sich gegen etwas stellen und ihre äußere Hülle aufpusten, damit das schwache Inner gschützt wird. Aber egal, ob ob sie dann kämpfen oder fliehen. Bei Konflikte des Einen gegen den Anderen gewinnt immer der Stärke, und dem Schwächeren droht erneut der Kollaps. Graphik: Jäger 2026

Im Workshop standen nicht Überzeugungen im Mittelpunkt, sondern

  • aufmerksames Zuhören,
  • Teilen eigener Erfahrungen
  • Verstehen anderer Perspektiven.
Unter Belastung und gerade in großer Gafahr können Menschen auch menschentypisch-intelligent handeln: Anders als Krokodile oder Schlangen, nur erstarren, angreifen oder fliehen Menschen können innehalten und sich anpassen, an das was geschieht. Äußerlich weich und flexibel und sich stabilisieren wie ein Hartgummiball. Ein Kapitän, der durch Erfahrung beruhigt, sich selbst vertraut, stellt sein Boot sinnvoll zum Sturm ein (statt gegen Wind und Wellen zu kämpfen). Damit steigen seine Überlebenschance, und vielleicht mimmt sein Schiffchen auch Fahrt auf. Pazifismus bedeute also das Gegenteil von Kollaps: Stattdessen hochkompetentes Handeln voller Energie, Wachheit, Übersicht und Ruhe. Ohne jede Gewalt oder Panik. Graphik: Jäger 2026

Die, die am 23.02.2026 zum VHS-Workshop kamen, wollten zuhören und waren auch bereit, sich zu zeigen. Sie wollten verstehen, warum andere anders denken. Alle blieben weit über die geplante Zeit. Konzentriert, wach, beteiligt, ohne Streit.

Beim Gehen, nach einem intensiven, aufwühlenden und persönlichen Abend, fragten sich viele:

Wie erreichen wir die, die heute nicht gekommen sind?

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Letzte Aktualisierung: 26.02.2026