Die Kunst des Friedens
Gemeinsam gewinnen alle – gegeneinander kämpfend, gewinnt der Stärkere.
Es ist möglich, angesichts von Konflikten nicht sofort zu reagieren. Sondern stattdessen innezuhalten. Einen Schritt zurücktreten. Die Zusammenhänge zu betrachten. Sich beruhigen. Die Situation anzunehmen, wie sie ist. Und erst dann das Nötige zu tun, um Entwicklungen günstig zu beeinflussen.

Die Kompetenz, in Konflikten umsichtig, ruhig und wirksam zu handeln, erfordert Übung und Erfahrung.
Angesichts von Gefahren werden zunächst ultraschnelle (entwicklungsgeschichtlich alte) Programme ausgelöst: Erstarren oder Fliehen oder Angreifen. Schildkröten, Schlangen und Krokodilen gelingt das perfekt, ohne störendes Nachdenken.
Säugetiere können dagegen Notfallreflexe bewusst wahrnehmen und sich beruhigen, wenn sie stillen, kuscheln, spielen oder gemeinsam handeln.
Psychologisch verbirgt sich hinter einer Kampflogik höherer Tiere ein „Ich“, das sich verteidigen muss. Gegen etwas anderes. Verliert die Konstruktion des „Ich“ an Bedeutung, öffnet sich ein Raum für soziale Kommunikation: Verbindung, Wechselwirkung und Beziehung in einem größeren Zusammenhang des Lebens.
Für Neugeborene ist Geborgenheit normal. Sie wachsen in Liebe auf, oder erkranken. Hohe soziale Kompetenz ist menschentypisch. Trennung, Vernachlässigung, Kampf oder Krieg erfahren Kinder erst durch kulturelle Einflüsse. Friedenslogik zu erlernen, bedeutet deshalb, sich körperlich an das zurückzuerinnern, was unmittelbar nach der Geburt war und trotz allem auch im späteren Leben sein könnte. Körperlich verankerte Fehleinstellungen, Gewaltanwendung und kriegerische Verkrampfungen zu verlernen, wäre eigentlich einfach. Besonders bei Kindern. Erfahrungsgemäß verlangt es allerdings in kampfgeprägten Gesellschaften etwas Geduld und Übung.
Vor 750 Jahren empfahl der Dominikanermönch Eckhart
„Nimm dich selber wahr, und wo du dich findest, da lass von dir ab.“
Es reicht nicht aus, zu hören oder zu lesen, was andere darüber sagen oder aufschreiben. Wichtiger ist die Sehnsucht, etwas selbst zu erleben. Damit sich die Erfahrung des Gelassenseins körperlich einprägen kann. …
Vollständiger Artikel
- Verbale Deeskalationstechniken
- Einheit von Körper, Geist und Umfeld
- Training friedvoller Bewegungskompetenz
- Philosophie friedvoller Bewegungskompetenz
- Friedenskunst, abgeleitet aus Taiji-Prinzipien
- Links und Literatur