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Geschlechter, Eros, Krieg

Same, same! But different.

Wie viele Geschlechter mag es wohl geben? Viele? (Glamour, Ajouré abgerufen 23.07.22) Oder doch nur zwei? (Steinhoff, Stirn; Meyer, beide FAZ 20.07.22) Diese Debatte hat kulturelle Gründe (Wagenknecht „Die Selbstgerechten“ 2021). Biologisch betrachtet ist es einfach:

Menschen entstehen aus zwei Keimzellen. Aus der Eizelle der Mutter und dem Spermium des Vaters. Die ersten Zellknäuel, aus denen sich ein Kind entwickelt, enthalten Erbinformationen

Jeder Mensch trägt folglich mehr mütterliche als väterliche Erinnerungen in sich. Als eindeutig homo-sapiens-typisch gelten nur die Mitochondrien-Gene der Mutter. Die Mitochondrien des Spermium sterben nach der Vereinigung ausnahmslos ab.

Vertreter:innen von Hirn-, Psychologie- und Gender-Forschung streiten oft um Positionen, die auf der Basis der Gleichwertigkeit von Geschlechterrollen und sexueller Orientierung überflüssig wären.

Gender Rollen „sind“ nicht (statisch). Sie entwickeln sich und „werden“ aufgrund mitgegebener Anlagen, und vielfältiger Einflüsse während der Schwangerschaft und nach der Geburt. Es gehört zu den Grundrechten, die persönliche Gender-Rolle – unversehrt – selbst entdecken, ausgestalten und ausleben zu dürfen. Dieses Menschenrecht wird vielfach versagt.

Aufstieg und Niedergang von Eros

Erotik kann man bestimmen als das Ja-Sagen zum Leben bis in den Tod. ..
Es gibt keine Liebe, wenn sie in uns nicht wie der Tod ist.“ Georges Bataille. Die Erotik. 1994

Lilith (Adams erste Frau) und Eva (die zweite). War Lilith die semitische Schwester der sumerisch-babylonischen Eros-Göttin Inanna oder Ištar? Eine Herrscherin, die als Teufelin aus dem Religionsgedächtnis verbannt werden musste? Bild: Ana Sojor, Am Markt 3, 23948 Klütz, www.anasojor.com

„Das Schönste ist, wonach sich einer in Liebe sehnt.“ Sappho (630-570 v.u.Z.)

… Seit der Mittelsteinzeit, etwa seit 5.000 Jahren, werden starke Liebesbeziehungen als Grundlage gesellschaftlicher Herrschaftsformen bekämpft. Denn in gewaltdominierten Staaten sollte man nicht lieben, sondern gehorchen.

Eros hatte in den ersten hierarchisch-strukturierten Stadt-Staaten als gesellschaftlicher Antriebsdynamo ausgedieht. Man brauchte kein Heldentum mehr, sondern verlangte Fronarbeit. Ab jetzt war die Sehnsucht sündig und gefährlich. Stattdessen mussten eingetrichterte Befehle befolgt werden. Was zu tun war bestimmten Gesetze, Vorgaben und Glaubenskonstrukte. Belohnt wurde mit Geld, Macht-Symbolen, Landschenkungen, Karriereversprechen. Wer sich dem verweigerte, wurde unterdrückt oder vernichtet. …

Heute aber geht es dieser ur-menschlichen Kommunikationsform tatsächlich ernsthaft an den Kragen. Denn die modernen kapital- und markt-bestimmten Gesellschaften benötigen keine Genderrollen mehr:

Ein einziges, „neutrales“ Geschlecht reicht für die elektronische Arbeit, die Aufzucht der Kinder in virtuellen Welten, das Home Office und für den elektronischen Freizeitkonsum: Die Geschlechterähnlichkeit wird daher im modernen Kapitalismus zum Leitziel der Gender-Entwicklung.

Sex wird heute als harmloses Konsumprodukt vermarktet, wie andere Ablenkungs-Produkte und Dienstleistungen auch. ….

Ist Krieg männlich?

„To many men!“ https://www.youtube.com/watch?v=Suv96Wz39vk

Für die Sängerin Yael Deckelbaum ist die Antwort auf die Frage, warum es so viele furchtbare Kriege gäbe, sehr einfach: „Zu viele Männer!“. 1992 hatte die Psychologin (und C.G. Jung Schülerin) Clarissa Pinkola Estès ganz ähnliche Gedanken und Lösungsvorschläge („Women who run with the wolfs„). Auch ihr erschien Frauen-Power als eine Macht, die Krieg, Ausbeutung und andere Formen des Gewalt-Irrsinns beenden kann. („Prayer of the mothers.“)

„It is time for women to stop being politely angry.“ Leymah GboweeIt

Ja, das wäre gut. Aber:

….

Zum vollständigen Artikel

Eros (Liebe, Gender)

Letzte Aktualisierung: 14.08.2022