Grippe verschlafen

Scheinbar nichts tun und die Gefahr verschlafen

Schlaf ist eine aktive Tätigkeit. Und ein biologisches Grund-Bedürfnis. Ausreichende Schlaf-Dauer und natürliche Schlaf-Qualität erhalten das Immunsystem. Schlaf- und Immunfunktion beeinflussen sich wechselseitig.

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Erschöpfungsschlaf. Bild: Jäger, Thakhek, Laos 2020

Schlaf fördert, und Schlafmangel stört die Immun-Regulierung

Die Störung einer Funktion führt zu Fehlfunktionen der anderen. Genügend Schlaf verbessert die Fähigkeit Infektionen abzuwehren und zu überstehen. Und ebenso: andere Krankheiten auszuheilen. Chronischer Schlafmangel dagegen stört das Gleichgewicht der Immunfunktionen und erhöht das Risiko für die Entwicklung und Verstärkung verschiedener Krankheiten, bei denen Immunregulationsstörungen häufig beteiligt sind (z.B. Herz-Kreislauf-, Stoffwechsel-, Autoimmun- und neurodegenerative Erkrankungen). (Caroll 2015, Hsiao 2015, Basedovsky 2019)

Das Zentralnervensystem, der Darm (mit den darin befindlichen Viren und Bakterien) und das Immunsystem kommunizieren (Jäger 2020). Gesunder Schlaf sorgt dafür, die angeborenen und die erlernten (antiviralen) Immunantworten zu regulieren. Natürlich vorkommender Schlaf führt zur Vermehrung von Immunkomponenten, die an der Immunabwehr beteiligt sind.

Basedovsky L et al: The Sleep-Immune Crosstalk in Health and Disease, Physiol Rev. 2019; 99(3): 1325–1380. www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6689741/

Gesunde Schläfer*innen leiden seltener unter Grippe

Die Risiken an Grippe zu erkranken oder gar zu versterben, sind umso höher je in-effizienter das Immunsystem mit Influenza-, Corona-, Rhino- und ähnlichen Viren umgehen kann. Personen, deren Immun-Funktionen instabil sind, sollten deshalb besonders achten

  • auf Hand-Hygiene,
  • Nicht-Rauchen,
  • mäßigen Konsum von „Alltagsdrogen“,
  • regelmäßige Bewegung,
  • Stress-Verminderung,
  • eiweiß-ballaststoff-vitamin-reiche und zucker-arme Ernährung,
  • Vermeidung von engem Kontakt zu erkrankte Personem

und vor allem:

  • sie sollten viel und gut schlafen.

Im Wissenschaftsjournal „Sleep“ wurden die Auswirkungen von Schlaf auf die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von „Erkältungs“-Infektionen untersucht. (Prather 2015, Basedovsky 2015)

Dabei wurden 164 Versuchspersonen mit Rhino-Viren infiziert. Diese „Schnupfen-Viren“ gelten als harmloser als Influenza, können aber bei bestimmten Personengruppen zu schweren Krankheitsverläufen führen (Bhat 2013).

Bei den Studienteilnehmer*innen, die weniger als sechs Stunden schliefen, war das Risiko, dass die künstliche Infektion tatsächlich zu einer Erkrankung führte, deutlich erhöht.

TED-Vortrag: Folgen von Schlafentzug

Wer also die Grippe fürchtet (ob mit Corona oder Influenza):

sollte auf jeden Fall gut und genussvoll leben und viel schlafen.

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Vollständiger Artikel und Literatur

RSA Animate 2018: Schlaf oder stirb!
Letzte Aktualisierung: 08.07.2020