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Leihmütter schützen

Biologisch gibt es in einem lebenden Menschen komplexe Beziehungen und Wechselwirkungen, aber keine Trennung.

Hélène Delforge, Quentin Gréban: Mama. Ars edition, München 2019, ISBN 978-3-8458-2992-0
  • Die psychische, und körperliche Gesundheit der Mutter und ihre Art der Bindung zum werdenden Leben prägen und gestalten die Entwicklung des Fetus. Das gilt auch für die Aktivierung und Deaktivierung seiner genetischen Erbanlagen (Epigenetik).
  • Die Aufteilung eines Menschen in zwei Rechtspersonen ist eine Konvention, die religiös, juristisch, paternalistisch, ideologisch oder kommerziell begründet sein kann.
  • Beispiel USA: Geschäfte mit Leihmutterschaft sind zulässig. U. a. weil auch Abraham und Jakob Sklavinnen schwängerten (Genesis 16, 10–11). Interruptio sei dagegen verwerflich, weil jeder Embryo (auch der in der Tiefkühltruhe) ein Kind sei.

Nach Art 2.2 GG (Unversehrtheit) haben alle Menschen (besonders schwangere Frauen) das Recht, über ihren Körper selbst zu bestimmen

  • Leih-Schwangerschaft: Entscheidung über Schwangerschafts-Abbruch, Verweigerung von Eingriffen, Art der Schwangerschaft und der Geburt (u. a. Verweigerung einer Sektio), Entscheidung über Stillen, Bonding und Mutterrechten (u. a. Verweigerung der Abgabe des Kindes). Verträge, die diese Rechte einschränken, sind nach geltendem Recht nicht bindend.
  • Kind (nach einer Geburt): Recht auf Bonding (psychisch, hormonell, bakteriell, immunologisch)  
  • Verträge mit Dritten (Personen, Unternehmen, Mediziner- und Juristen:innen usw.), die den Schutz Schwangerer, Mütter und Kinder, und damit Art. 2.2 GG einschränken, können nicht bindend sein. Das gilt für alle Verträge im Kontext des Handels mit Sex, Organen, körperlichen Leihgeschäften, insbesondere dann, wenn sie auf Zwang oder Sklaverei beruhen.

Adoptionsrecht

  • Eine Mutter kann bei der Geburt eine Vaterschaft angeben. Sie kann zustimmen, dass ihr Kind von einer Partnerschaft zweier Menschen adoptiert wird.
  • Botschaften bescheinigen bei Leihmutter-Verträgen die Elternschaft aufgrund der von den Leihmutterfirmen vorgelegten Dokumente. Diese gängige Praxis ist nach geltendem Recht nicht legal.

„Altruistische Leih-Mutterschaft“:

Sofi Oksanens Roman spielt in der Ukraine und in Finnland nach dem Zusammenbruch der UdSSR. Thema: Netz von Ausbeutung und Kommerzialisierung des weiblichen Körpers im Rahmen von Leih-Mutterschaft. K&W, 2022
  • Leih-Schwangerschaften sind mit höheren Risiken verbunden als normale Schwangerschaften.
    Sie beginnen und enden zwangsläufig mit Therapien und Operationen.
  • Die körperlichen und psychologischen Folgen dieser Gefahren können sich nach der Geburt lebenslang auswirken.
  • Das gilt nach der Geburt sowohl für die Mutter, als auch für die immunologische, genetische und neuronale Entwicklung des Kindes.

Sexuelle und reproduktive Rechte

  • Die in den vergangenen Jahrzehnten erreichten Fortschritte bzgl. sexueller und reproduktiver Rechte von Frauen sind in Gefahr. (UNFPA 2024, 2025).
  • In vielen Ländern (USA, Osteuropa, Asien) wird die körperliche Selbstbestimmung von Frauen eingeschränkt. Soziales Elend zwingt Frauen dazu, sich oder Teile ihrer Selbst zu verkaufen oder anderen zur Verfügung zu stellen.

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Letzte Aktualisierung: 22.07.2026