Impfungen

Impfungen sind medizinische Eingriffe

Für alle medizinische Maßnahmen (Arzneimittelverschreibungen, Impfungen und Operationen) gilt das gleiche: Sie können nach dem Stand des aktuellen Theoriemodells gut begründet sein oder auch nicht. Die Art und Häufigkeit ihrer Anwendung hängt nicht nur von der wissenschaftlichen Begründung ab, sondern auch von vielen anderen Faktoren: u.v.a. auch von Marktgesetzen, Interessen, Lobby. Manchmal sind solche Behandlungen unvermeidbar und heilsam, oder hin und wieder auch völlig unnötig und schädlich.

Geschichte

Im 18. Jahrhundert war beobachtet worden, dass eine Einfügung von Blatternmaterial (von milde verlaufenden Pocken) in eine künstliche Stichwunde vor einer Infektion schützen konnte. 1796 übertrug der Landarzt Jenner Kuhpockenmaterial über einen Schnitt in den Oberarm und erreichte damit eine Schutzwirkung gegen Pocken. Abgeleitet vom lateinischen Wort für Kuh (vacca) nannte er seine Methode dann Vaccination. Um 1850 entdeckte der Biologe Antoine Béchamp erstmals Bakterien. Er hielt sie für lebende Untermieter eines Organismus, also als das was wir heute als Mikrobiom bezeichnen. Ihr massenhaftes Auftreten z.B. auf Laborpflanzen erkärte als die Folge einer Störung oder eines Mangels, nicht aber als deren Ursache. Sein jüngerer Kollege und Widersacher, der Chemiker Louis Pasteur, hielt zunächst an einer Gär-Theorie von Infektionen fest. Als er schließlich die Existenz von Bakterien akzeptierte, schrieb er ihnen aber (in der von ihm 1864 formulierten Keimtheorie) die Rolle der Krankheitsverursacher zu. Dem Arzt Robert Koch gelangen dann tatsächlich Nachweise der eindeutigen Krankheitserreger von Milzbrand (1881) und Tuberkulose (1876). In Deutschland verpflichtete 1874 das Reichsimpfgesetz, Kinder im Alter von einem und zwölf Jahren gegen die Pocken impfen zu lassen. 1890 wurde diese neue Medizintheorie und -praxis von Paul Ehrlich, Emil von Behring und Shibasaburo Kitasato genutzt, um passiv gegen Diphtherie und Wundstarrkrampf zu impfen. Weitere Impfversuche im 19. Jahrhundert (gegen Pest, Cholera, Typhus, Tollwut) waren nicht erfolgreich. In den 30iger Jahren des 20. Jhh. wurden aktive Impfungen gegen Tuberkulose, Tetanus und Keuchhusten entwickelt und erstmals auch Zusatzstoffe als Impfverstärker eingesetzt. Ziel der Impfungen war die Ausrottung einer Infektion, nicht aber die allgemeine Verbesserung von Gesundheit. Denn die hängt von vielen anderen (insb. sozialen) Faktoren ab, auf die Rudolf Virchow hingewiesen hatte. Da systematische Untersuchungen zu en Gesundheits-Entwicklungen Geimpfter und Nicht-Geimpfter nicht durchgeführt wurden, ist es umstritten, welchen Anteil Impfungen am Rückgang der Infektionskrankheiten im 20. Jahrhundert hatte. Die sicher größten Erfolg des Impfen sind die Beseitigung der Pocken um 1977 und die Zurückdrängung von Masern, Mumps und Röteln. Der erste größere und dokumentierte Impfunfall ereignete sich 1930 in Lübeck als zahlreiche Kinder nach einer Tuberkuloseimpfung verstarben. Der Versuch die Kinderlähmung (wie die Pocken) weltweit zu beseitigen gestaltet sich bis heute als schwierig.

Geimpft werden Gesunde

Impfen ist aus dem mittelhochdeutschen Wort impfeten abgeleitet, das pfropfen oder veredeln bedeutet. Wortherkunft verweist darauf, dass etwas Gesundes in seiner Kompetenz, mit den Widrigkeiten des Lebens klarzukommen, gestärkt werden soll. Impfungen lösen keine schon eingetretenen Probleme. Sondern Impfungen werden in der Regel an gesunde Personen verabreicht. Das Risiko ernsthafter Folgen eines eventuell später eintretenden Krankheitsereignisses muss hoch sein. Die Impfung muss eine messbar günstige Wirkung entfalten, und unmittelbare und spätere Gefahren des Eingriffes sollten gering sein.

Bei Impfungen muss deshalb das Vorsorgeprinzip („Zuerst nicht schaden“) noch sorgfältiger beachtet werden, als bei chirurgischen Maßnahmen, die ein schmerzhaften, bedrohlichen Notzustand beseitigen sollen.

Die Wahrscheinlichkeiten auftretender Ereignisse bei Interventionen in komplex-eigendynamische Zusammenhängen und deren Auswirkungen zu verstehen, ist aber nicht einfach. Denn sie lösen neben der beabsichtigten spezifischen auch nicht-spezifische Wirkungen aus (Nebenwirkungen und Systemeffekte auf Immunsystem, Gehirn, Stoffwechsel.

Verkauf der Illusion „maximaler Sicherheit“. Das wirklich Wichtige wird dann häufig vergessen: Verständnis für Zusammenhänge und sicheres Verhalten.

Überprüfbare Evidenz

Will man Nutzen und Nachteile bestimmter Impfstoffe oder Impfstrategien nüchtern (und frei von Ideologien oder Interessen) beurteilen, muss man sich an die überprüfbare Evidenz halten:

  • Zahl der Personen, die geimpft werden müssen, damit ein Krankheitsfall verhindert wird.
  • Zahl der Schadens- oder Todesfälle bei Nicht-geimpften und bei Geimpften.
  • Messung der nicht-spezifischen Wirkungen in Anwendungsbeobachtungen über lange Zeiträume nach dem Vermarktungsbeginn

Studien zu solchen harten Daten liegen häufig nicht vor. Die stattdessen übliche Messung von Surrogatmarker der Wirksamkeit, wie die AK-Produktion, von der man annimmt, dass sie im Infektionsfall schützen werde, ist unsicher, insbesondere bei älteren oder immunsystem-beeinträchtigten Personen.

Wissenschaftskrise

Die Masse medizinischer Publikationen (auch zu Impfungen) besteht aus interessen- und markt-gesteuertem „Mumpitz“ oder Wissenschaftsschrott. Nötig wäre zur Bewertung des Nutzens und der Risiken von Impfungen viel Personal und Finanzmittel für Institutionen, die unabhängig von Marketing-Interessen handeln können (Beispiel Cochrane). Die sind jedoch hoffnungslos unterbesetzt, unterfinanziert und stecken wegen kritischer Publikationen in einer moralischen Krise. Das Herausfischen von Perlen klaren Wissens aus einem Meer an Fake, Nebel und Marketing-News, kann manchmal sehr mühsam sein.

Letzte Aktualisierung: 13.06.2019