30. Juli 2022

Impfung (allgemein)

Inhalt

Bild: Jäger 2019
  • Geschichte
  • Nicht-spezifische Effekte des Impfens
  • Impfpflicht
  • Impfmüdigkeit oder -wachheit?

Geschichte des Impfens

Impfen ist aus dem mittelhochdeutschen Wort impfeten abgeleitet, das pfropfen oder veredeln bedeutet. Wortherkunft verweist darauf, dass etwas Gesundes in seiner Kompetenz, mit den Widrigkeiten des Lebens klarzukommen, gestärkt werden soll.

Im 18. Jahrhundert war beobachtet worden, dass eine Einfügung von Blatternmaterial (von milde verlaufenden Pocken) in eine künstliche Stichwunde vor einer Infektion schützen konnte. 1796 übertrug der Landarzt Jenner Kuhpockenmaterial über einen Schnitt in den Oberarm und erreichte damit eine Schutzwirkung gegen Pocken. Abgeleitet vom lateinischen Wort für Kuh (vacca) nannte er seine Methode dann Vaccination. Um 1850 entdeckte der Biologe Antoine Béchamp erstmals Bakterien. Er hielt sie für lebende Untermieter eines Organismus, also als das was wir heute als Mikrobiom bezeichnen. Ihr massenhaftes Auftreten z.B. auf Laborpflanzen erkärte als die Folge einer Störung oder eines Mangels, nicht aber als deren Ursache.

Sein jüngerer Kollege und Widersacher, der Chemiker Louis Pasteur, hielt zunächst an einer Gär-Theorie von Infektionen fest. Als er schließlich die Existenz von Bakterien akzeptierte, schrieb er ihnen aber (in der von ihm 1864 formulierten Keimtheorie) die Rolle der Krankheitsverursacher zu. Dem Arzt Robert Koch gelangen dann tatsächlich Nachweise der eindeutigen Krankheitserreger von Milzbrand (1881) und Tuberkulose (1876). In Deutschland verpflichtete 1874 das Reichsimpfgesetz, Kinder im Alter von einem und zwölf Jahren gegen die Pocken impfen zu lassen. 1890 wurde diese neue Medizintheorie und -praxis von Paul Ehrlich, Emil von Behring und Shibasaburo Kitasato genutzt, um passiv gegen Diphtherie und Wundstarrkrampf zu impfen.

Weitere Impfversuche im 19. Jahrhundert (gegen Pest, Cholera, Typhus, Tollwut) waren nicht erfolgreich. In den 30iger Jahren des 20. Jhh. wurden aktive Impfungen gegen Tuberkulose, Tetanus und Keuchhusten entwickelt und erstmals auch Zusatzstoffe als Impfverstärker eingesetzt. Ziel der Impfungen war die Ausrottung einer Infektion, nicht aber die allgemeine Verbesserung von Gesundheit. Denn die hängt von vielen anderen (insb. sozialen) Faktoren ab, auf die Rudolf Virchow hingewiesen hatte. Da systematische Untersuchungen zu en Gesundheits-Entwicklungen Geimpfter und Nicht-Geimpfter nicht durchgeführt wurden, ist es umstritten, welchen Anteil Impfungen am Rückgang der Infektionskrankheiten im 20. Jahrhundert hatte.

Die größten Erfolge des Impfen sind die Beseitigung der Pocken um 1977 und die Zurückdrängung von Masern, Mumps und Röteln.

Impfungen sollen im Allgemeinen keine schon eingetretenen Probleme beeinflussen (Ausnahmen von der Regel sind Covid-19 Impfungen, die auch bestehende Infektionsverläufe abmildern sollen. In der Regel werden aber Impfungen an gesunde Personen verabreicht. Das Risiko ernsthafter Folgen eines eventuell später eintretenden Krankheitsereignisses muss hoch sein. Die Impfung muss eine messbar günstige Wirkung entfalten, und unmittelbare und spätere Gefahren des Eingriffes sollten gering sein.

Der erste größere und dokumentierte Impfunfall ereignete sich 1930 in Lübeck als zahlreiche Kinder nach einer Tuberkuloseimpfung verstarben.

Bei Impfungen muss deshalb das Vorsorgeprinzip („Zuerst nicht schaden“) noch sorgfältiger beachtet werden, als bei chirurgischen Maßnahmen, die ein schmerzhaften, bedrohlichen Notzustand beseitigen sollen.

Die Wahrscheinlichkeiten auftretender Ereignisse bei Interventionen in komplex-eigendynamische Zusammenhängen und deren Auswirkungen zu verstehen, ist aber nicht einfach. Denn sie lösen neben der beabsichtigten spezifischen auch nicht-spezifische Wirkungen aus (Nebenwirkungen und Systemeffekte auf Immunsystem, Gehirn, Stoffwechsel.

Will man Nutzen und Nachteile bestimmter Impfstoffe oder Impfstrategien nüchtern (und frei von Ideologien oder Interessen) beurteilen, muss man sich an die überprüfbare Evidenz halten:

  • Zahl der Personen, die geimpft werden müssen, damit ein Krankheitsfall verhindert wird.
  • Zahl der Schadens- oder Todesfälle bei Nicht-geimpften und bei Geimpften.
  • Messung der nicht-spezifischen Wirkungen in Anwendungsbeobachtungen über lange Zeiträume nach dem Vermarktungsbeginn

Studien zu solchen harten Daten liegen häufig nicht vor. Die stattdessen übliche Messung von Surrogatmarker der Wirksamkeit, wie die AK-Produktion, von der man annimmt, dass sie im Infektionsfall schützen werde, ist unsicher, insbesondere bei älteren oder immunsystem-beeinträchtigten Personen.

Nicht-spezifische Effekte des Impfens

Deutsche Hebammen Zeitschrift 71(5)68-74:

Zusammenfassung

Verkauf der Illusion „maximaler Sicherheit“. Reklame für ein Produkt gegen eine Infektion, die bei Reisenden praktisch nicht vorkommt. Das wirklich Wichtige wird bei kommerziellem Piecksen häufig vergessen: Ein Verständnis für Zusammenhänge und sicheres Verhalten.

Alle medizinische Interventionen und Behandlungen wirken spezifisch und zugleich nicht-spezifisch.

Auch Impfungen lösen nicht nur die beabsichtigten spezifischen Wirkungen aus. Sondern ebenso schwache, diffuse, nicht-spezifische Folgeerscheinungen. Ihre spezifische Wirkungen entstehen aus punkt-genauen (oder besser rezeptor-genauen) Treffern. Nicht-spezifische Effekte ergeben sich aus Wechselwirkungen mit vielen anderen Einflussfaktoren. Entweder betreffen sie nur ein Teilsystem oder auch den ganzen Organismus.

Je nach Abmischung aller Wirkungsarten überwiegt bei Medikamenten der Nutzen gegenüber den Risiken. Bei Impfstoffen spielt dabei nicht nur die Zusammensetzung des Produktes eine Rolle, sondern auch der geeignete Impfzeitpunkt, z.B. bei unreifem oder reifem Immunsystem des Kindes.

Die spezifischen Impfwirkungen und die ggf. kurzfristig auftretenden Nebenwirkungen werden in Studien mit gesunden Testpersonen beobachtet. Nicht spezifische Wirkungen bei geimpften und nicht-geimpften Personen erfordern Langzeitbeobachtungen, die z.B. bei Kindern die Entwicklung, die Krankheitshäufigkeit und -schwere und die Sterblichkeit vergleichend beobachten. Solche Untersuchungen wurden in Afrika durchgeführt und mehrfach veröffentlicht. Sie bilden die Grundlage eines Übersichtsartikels in der Deutschen Hebammenzeitschrift. 

Systemische Impfwirkungen

Un-spezifische (auf den ganzen Organismus wirkende) Effekte des Impfens wurden erstmals im Rahmen afrikanischer Langzeitstudien beobachtet. Bei Lebendimpfungen (Masern-Mumps-Röteln/MMR und Tuberkulose beziehungsweise Bacillus Calmette-Guérin/BCG) zeigte sich in verschiedenen Studien ein konsistenter und deutlicher Trend einer positiven Auswirkung auf die Lebenserwartung, der nicht durch den erwarteten spezifischen Impfeffekt erklärt werden konnte. Bei den Totimpfstoffen (Diphtherie-Tetanus-Polio-Impfung/DTP) dagegen fiel dieser Effekt deutlich negativ aus (Yung 2016; Higgins 2016; Kandasamy 2016; Aaby 2016; Benn 2018).

Nach der Einführung flächendeckender DTP-Impfungen in Guinea-Bissau 1981 wurde dort die Gelegenheit beim Schopf gegriffen, ein »natürliches Experiment« zu beobachten. Die Gruppe regelhaft geimpfter Kinder wurde verglichen mit Kindern, die aus unterschiedlichen Gründen nicht an den geplanten Impfterminen teilnahmen.

Die Kinder, die nicht geimpft wurden, wiesen vor dem geplanten Impfzeitpunkt ein geringeres Gewicht auf als Kinder, die anschließend an dem Programm teilnahmen.

In mehreren Studien eines Forschungsprojektes in Afrika zeigten sich über einen Zeitraum von drei Jahrzehnten bei Lebendimpfungen positive Auswirkungen auf die Lebenserwartung, die nicht allein durch den erwarteten (spezifischen) Impfeffekt erklärt werden konnten. Bei Totimpfstoffen waren die Auswirkungen dagegen deutlich negativ, insbesondere bei Mädchen (Higgins 2016; Kandasamy 2016; Aaby 2018; Benn 2018).

Vortrag Christine Stabell Benn, Tedx Aarhus 06.10.2018:
How vaccines train the immune system in ways no one expected

Trainingseffekt?

Zur Erklärung des beobachteten Phänomens werden günstige Trainingseffekte diskutiert, die bei Lebendimpfungen auftreten können. Und nachteilige Auswirkungen bei frühzeitig verabreichten Totimpfstoffen durch Störungen der Funktion des noch unreifen, frühkindlichen Immunsystems. Die Interaktion zwischen dem Zentralnervensystem (ZNS) und dem Immunsystem wird erst seit wenigen Jahren erforscht. Es zeigt sich dabei immer deutlicher, dass ZNS, Immunsystem, Darm und Mikrobiom in einem unüberschaubar komplexen, eigendynamischen und störanfälligen System verwoben sind (Kipnis 2016).

Jede Intervention in ein System kann – in unterschiedlicher Abmischung und Stärke – mit spezifischen Effekten verbunden sein und zugleich mit Wirkungen, die Zellen außerhalb des Zielorgans oder auch den ganzen Organismus einbeziehen.

Bei Kopfschmerzen beispielsweise hilft eine Tablette mit Acetylsalicylsäure (ASS). Die spezifische Wirkung besteht dann unter anderem in der Hemmung der Prostaglandin-Synthese, was einen schmerzlindernden, fiebersenkenden oder entzündungshemmenden Effekt mit sich bringt. Eine in anderen Zusammenhängen günstige spezifische Wirkung von ASS betrifft das Gerinnungssystem. Je nachdem, welchen Fokus die ASS-Einnahme hat, wäre das die Wirkung und das andere eine – möglicherweise sogar beabsichtigte – Nebenwirkung. Unerwünscht wäre die Reizung der Magenschleimhaut durch ASS. Haben PatientInnen mehrmals erfahren, wie ASS Kopfschmerzen lindern kann, wurde ihr Hirnstoffwechsel so konditioniert, dass auch die Einnahme einer identisch aussehenden Tablette helfen würde, selbst wenn sie keinen Wirkstoff enthielte (Benedetti 2013, 2014, 2016, 2018). Ein täuschender Systemeffekt (Placebo) kann durch andere nicht spezifisch wirkende chemische Substanzen – Kaffee zur Stimulierung und Nikotin zur Beruhigung der Körperzellen – verstärkt werden.

Impfungen werden – außer in Studien wie in Guinea-Buissau – nur hinsichtlich ihrer spezifischen Auswirkungen auf bestimmte Infektionen untersucht, nicht aber hinsichtlich der Gesamtmorbidität und -mortalität. Daher war bisher unbekannt, welche un-spezifischen – positiven oder negativen – Wirkungen von ihnen ausgehen.

Spezifische Impfwirkungen

Impfungen präsentieren dem Immunsystem abgeschwächte oder tote Infektionserreger oder Erregerbestandteile, sogenannte Antigene. Das komplexe eigendynamische Immunsystem antwortet auf die vermeintliche Infektion und stellt spezifische Antikörper her, die genau zu den Antigenen passen. Idealerweise lernt das Immunsystem durch die Impfung und baut einen starken Schutz gegen eine künftige Infektion auf. Oder es sorgt, falls es dennoch zu einer Infektion kommen sollte, für einen milderen Krankheitsverlauf.

Der spezifische Effekt einer Impfung wird beschrieben als Zahl der Personen, die geimpft werden müssen, damit ein infektionsbedingter Krankheitsfall verhindert wird (sogenannte number needed to treat/to vaccinate: NNV = 1/Inzidenz). Eine NNV von 50 würde bedeuten, dass 50 PatientInnen geimpft werden müssen, damit ein Schadensereignis vermieden werden kann. Einfacher zu bestimmen, aber weniger aussagekräftig, sind Messungen von Surrogat-Markern der Wirksamkeit, beispielsweise die Antikörper-Produktion bei gesunden Testpersonen, oder ein selteneres Auftreten von Krankheitsvorstufen. Die so gewonnenen Ergebnisse bewerten den Schutzeffekt zu hoch. Denn ernste Krankheitsfolgen betreffen meist ältere oder immunsystem-beeinträchtigte Personen. Und deren Immunantwort auf eine Impfung fällt schwächer aus. Auch die Rückschlüsse von Tierversuchsergebnissen auf Impferfolge bei Menschen sind häufig unzuverlässig (Cohen 2018).

Un-spezifische Impfwirkungen

Neben den Antigenen, die die nützliche Immunreaktion auslösen sollen, können Impfstoffe in unterschiedlicher Menge weitere Substanzen wie Lösungsmittel, Inaktivierungs-Stoffe (unter anderem Formaldehyd), Verunreinigungen der Herstellung (unter anderem Spuren von Metallen oder Hühnereiweiß), Konservierungsmittel, Antibiotika, Stabilisatoren und Zusatzstoffe (Adjuvantien) enthalten. Alle genannten Bestandteile können gewünschte, unerwünschte und andere indirekte Wirkungen und Nebenwirkungen auslösen, die sich auf den ganzen Organismus beziehen.

Vier Typen: Allergische Reaktionen

Jede Stimulation des Immunsystems kann auch allergische Reaktionen auslösen, die in vier Typen eingeteilt werden:

Beim Typ I handelt es sich um eine Hypersensibilitäts-Reaktion, die durch IgE-Antikörper ausgelöst wird. Sie setzt sofort ein. Unmittelbar oder innerhalb von 20 Minuten erweitern sich die Blutgefäße (Angioödem), es verengen sich die Atemwege bis zum Vollbild eines anaphylaktischen Schocks.

Bei Typ II, der zytotoxischen Hypersensibilitäts-Reaktion, lagern sich IgG-Antikörper an Zellen an, die dann von eigenen Immunzellen als feindlich erkannt werden. Im Ergebnis kommt es bei Impfungen sehr selten zu Inflammation, Gewebsdefekt und Auflösung von Zellen (Beispiel: hämolytische Anämien).

Der Typ III, eine Antigen-Antikörper-Komplex-mediierte Überempfindlichkeit, kommt häufiger vor als andere Typen. Dabei handelt es sich um eine Überempfindlichkeitsreaktion als Folge von Immunkomplexen, die aus dem injizierten Antigen und bereits vorhandenen spezifischen Antikörpern gebildet werden. Bei dieser sogenannten Arthus-Reaktion wird die Immunkaskade aktiviert, unter anderem das sogenannte Komplementsystem, dessen Proteine sich auch auf die Durchlässigkeit der Gefäße auswirken. Das Reaktionsmaximum liegt bei 4 bis 10 Stunden. Oft bildet sich ein hämorrhagisches Ödem, das sich nach 48 Stunden zurückgebildet.

Der Typ IV wird durch Zellen vermittelt, tritt erst nach einer Latenzperiode von 48 bis 72 Stunden auf und verursacht zelluläre Gewebeschäden. Er kann auftreten, wenn das injizierte Eiweiß Ähnlichkeiten mit körpereigenen Proteinen aufweist und es zu Wechselwirkungen mit anderen genetischen, epigenetischen oder krankheitsbedingten Faktoren kommt. So triggerte der Influenza-Impfstoff Pandemrix™ 2009 bei etwa jedem 10.000. geimpften Menschen eine Autoimmunerkrankung, bei der Hypocretin-Rezeptoren tragende Zellen im Schlaf- beziehungsweise Wach-Zentrum des Gehirns abstarben, was dann zum Krankheitsbild der Narkolepsie führte (Liblau 2018; Saranen 2018).

Adjuvantien als Risiko

Adjuvantien können Metallmoleküle (meist Aluminium), Liposome (Fett-Protein-Nucleinsäure-Gemische), andere Moleküle oder Nanopartikel sein, an deren Oberflächen Antigenpartikel absorbiert werden (Wen 2016; Lee 2016; Schmidt 2016). Andere gentechnologisch hergestellte Adjuvantien passen punktgenau zu spezifischen Rezeptoren immunologischer Zielzellen, unter anderem zu einer Gruppe von Rezeptoren (Toll like Receptor – TLR), die immunologische Kaskaden auslösen. Diese unspezifischen Alarmierungen des Immunsystems verbessern die spezifische Reaktion auf das präsentierte Antigen (Reed 2013; Leroux-Roels 2010; Bradford 2015; Lei 2019; Hayad 2019).

Ein Lebendimpfstoff wird vom Immunsystem meist sehr gut als eine potenzielle Bedrohung erkannt. Die Reaktion ist bei einem Totimpfstoff weniger ausgeprägt und ein gentechnologisch hergestellter Mini-Anteil eines Virus würde vom Immunsystem allein nicht mehr wahrgenommen werden. Deshalb werden modernen Impfstoffen die Adjuvantien hinzugefügt: Sie sparen Antigene ein, und die Immunantwort gestaltet sich effektiver. Funktionell wirken Adjuvantien direkt oder indirekt auf Zelltypen, die anderen Zellen des Immunsystems eingefangene Antigene präsentieren (unter anderem Sternzellen oder dendritische Zellen). Dort werden Adjuvantien als molekulare Muster wahrgenommen, die üblicherweise entweder mit einer Invasion von Krankheitserregern oder einer Schädigung körpereigener Zellen einhergehen (PAMP – erreger-assoziierte molekulare Muster; DAMP – schadens-assoziierte molekulare Muster). PAMP-artige Adjuvantien wirken direkt auf das System »Toll-like-Rezeptor«, den Alarmkopf des Immunsystems, und beeinflussen damit die antigenpräsentierenden Zellen direkt. Sie beeinflussen Stärke, Potenz, Geschwindigkeit, Dauer, Verzerrung, Breite und Umfang der adaptiven Immunität.

Adjuvantien vom Typ DAMP fördern eine lokale Entzündung: Infiltration von Immunzellen, Präsentation von Antigenen und die Reifung von Effektorzellen. Diese Klasse von Hilfsstoffen umfasst Metallsalze, Öl-Emulsionen, Nanopartikel oder Kolloide mit komplexen, vielgestaltigen Strukturen. Die Innovation adjuvanter Technologien entwickelt sich rasant durch das schnell wachsende Wissen in der Immunologie, Systembiologie und der Materialwissenschaften.

Die Anforderungen an Qualität, Standardisierung und Sicherheit sind bei den industriell betrieben Adjuvantien-Entwicklungen nicht einfach. Denn die Unternehmen publizieren nur das, von dem sie glauben, dass es die Öffentlichkeit wissen dürfe, ohne dass KonkurrentInnen daraus einen Vorteil ziehen könnten (Restoring invisible & abandoned Trials/RIAT: https://restoringtrials.org/riat-studies).

Etwa 5 bis 10 % der Menschen leiden an Autoimmunkrankheiten. Die Zahl der Betroffenen steigt. Die Gabe von Adjuvantien, die ein vielleicht ohnehin übererregtes Immunsystem »wachrütteln« sollen, erhöht zwangsläufig auch das Risiko für Fehlreaktionen des Immunsystems. Diese werden dann oft nicht erkannt, weil sie nur selten massiv und meist zeitverzögert auftreten, oft im Rahmen komplexer, eigendynamischer Wechselwirkungen mit unüberschaubar vielen anderen Faktoren (Frattarelli 2005; De Luca 2019).

Psychologische Impfwirkungen

Nutzen der Schutzvermutung

Das Impfverhalten hängt nicht nur von objektiven Kriterien wie dem individuellen Risiko und der vermuteten Schutzwirkung ab, sondern vom Glauben an die Sache, der durch viele unterschiedliche Umwelteinflüsse beeinflusst wird (Coelho 2009). Die Vermutung eines Schutzes ergibt sich aus dem Erleben einer ärztlichen Handlung mit einem einprägsamen, schmerzhaften Ritual, das sich unabhängig vom Vorhandensein eines Inhaltsstoffes – im Idealfall beruhigend – auf den gesamten Menschen auswirkt (Benedetti 2018). Dieser Effekt wurde belegt bei Wirkungen von Einstichen außerhalb definierter Akupunkturpunkte – also ohne spezifischen Akupunktureffekt (Gerac-Studien 2007). Die durch das einprägsame Ritual ausgelöste Aktivierung des Belohnungssystems des Gehirns verbessert die Qualität der Immunabwehr in der Peripherie (Frost 2016). Typische Systemeffekte folgen der bewussten Anteilnahme, Fürsorge, Mitgefühl, Engagement, Kompetenz, Kommunikation, Empathie, Liebe, Qualität von Beziehung (Chadwick 2015, Loxterkamp 2015). Im Gegensatz dazu täuscht die Verwendung von Placebos und Pseudoplacebos die PatientInnen. Der gleiche unspezifische Effekt ist aber auch durch wirksame »offene« – nicht-täuschende – Anwendung möglich (Carvalho 2016).

Die Pharmaindustrie selbst wirbt mit psychologischen, unspezifischen Effekten, wenn eine spezifische Influenza-Impfung als »Grippe«-Impfung dargestellt wird, oder ein Cholera-Impfstoff deshalb nütze, weil er indirekt gegen andere Durchfallerreger wirke, oder eine Impfung gegen eine extrem seltene Erkrankung in Asien (JBE) sinnvoll sei für Reisende, die »maximale Sicherheit wünschten«.

Die Entscheidung treffen

Aktiv geimpft werden gesunde Personen. Das Vorsorgeprinzip »Zuerst nicht schaden!« ist deshalb beim Impfen von besonderer Bedeutung. Die Wahrscheinlichkeit des Nutzens muss deutlich höher sein als das Risiko eines Impfschadens. Das ist bei der Verhinderung der Röteln-Embryopathie durch eine MMR-Impfung eindeutig der Fall. Bei anderen Impfentscheidungen wird das Vorsorgeprinzip umgekehrt, da es ethisch nicht vertretbar sei, auf eine vermutlich nützliche Intervention zu verzichten, solange keine ernsten Nebenwirkungen zweifelsfrei nachgewiesen wurden (Cohen 2017).

Umfassend aufklären – informiert entscheiden

Für eine rationale Nutzen-Risikoabwägung bei Impfungen muss die Gefahr der Entstehung einer folgeschweren Infektionserkrankung höher eingeschätzt werden als das Risiko kurzfristiger allergischer Reaktionen oder seltener Autoimmunstörungen, die sich langsam entwickeln. PatientInnen müssen über diese Vor- und Nachteile umfassend aufgeklärt werden (ohne Placebo-Täuschungen). Sie müssen auch erfahren, in welchen Bereichen WissenschaftlerInnen zu unterschiedlichen Auffassungen kommen.

Wenn eine Infektion aufgrund erfolgreicher Impfpraxis nicht mehr vorkommt, müssen die geringen Risiken, die mit einer Impfung verbunden sind, größer bewertet sein als das Risiko zu erkranken. In Deutschland gilt das für die Diphtherie und in Brasilien für das Gelbfieber in einigen Regionen (Codec 2007). In solchen Fällen müssen die Betroffenen besonders deutlich über das Risiko eines unerwünschten Impfstoffereignisses, das Risiko eines Ausbruchs und die Wahrscheinlichkeit der Schutzwirkung für die Bevölkerung aufgeklärt werden.

Langzeit-Beobachtungsstudien notwendig

Die unspezifischen Wirkungen des Impfens wurden bisher deshalb übersehen, weil durch Impfstoffstudien spezifische Effekte gemessen werden sollen. Die unspezifischen Auswirkungen galten deshalb bisher als Hintergrundrauschen, das die Messungen stört und daher durch das Studiendesign herausgefiltert werden sollte. Die beiden Zulassungsstudien der Schweinegrippeimpfung 2009 beispielsweise beruhten auf 721 beziehungweise auf 2.768 Erwachsenen. Geimpft wurden anschließend über 61 Millionen Personen, Kinder eingeschlossen (Halabi 2017). Unerwünschte Ereignisse, die nach solchen Vermarktungen auftreten, müssen dann unsystematisch als spontane Meldungen gezählt werden.

Es wird daher gefordert, die Vermarktung neuer Impfstoffe mit sorgfältigen Langzeit-Beobachtungsstudien zu begleiten, und es wäre sinnvoll, dass im Falle von Schäden die Firmen haften und nicht der Staat (Mastroianni 2007).

Vor dem Hintergrund, dass DTP-Impfungen mit nachteiligen unspezifischen Auswirkungen auf die Gesundheit der Geimpften verbunden sein können, müssen unspezifische Folgen des Impfens systematisch erforscht werden. So könnte beispielsweise geprüft werden, ob die Impfung möglicherweise in einer zu frühen Phase der Reifung des Immunsystems erfolgte, und ob der Effekt bei späterem Impfen nicht mehr messbar wäre.

Das gleiche gilt für Impfungen, die in der Schwangerschaft angeboten werden, wie die Influenza-Impfung (Jäger 2018). In verschiedenen Tiermodellen wurde nachgewiesen, dass eine Aktivierung des Immunsystems bei Schwangeren, insbesondere ohne eindeutig auslösendes Pathogen, zu neuropsychiatrischen Krankheitsbildern bei den Neugeborenen führen kann. Die Aktivierung des Immunsystems wirkt entweder direkt auf genetische Strukturen oder indirekt über epigenetische Einflüsse. Besonders ausgeprägt ist dieser Effekt bei mütterlichen Autoimmunerkrankungen, Allergien, Asthma, akutem Stress und der Konfrontation mit erhöhten Schadstoffkonzentrationen in der Luft. All diese Einflussfaktoren erhöhen die Risiken für Autoimmunstörungen und neuropsychiatrische Störungen. Immunstimulationen sollten deshalb während der Schwangerschaft vermieden werden (Estes 2017).

Nach Markteinführung neuer Impfungen sind also systematische Langzeitbeobachtungen nötig. Da auch Schwangere geimpft werden, müssten solche Studien nach der Geburt beginnen und mindestens zwölf Monate andauern (Nolte 2018). Die üblichen Studien-Verfahren sind dazu nicht geeignet, da sie spezifische Effekte beobachten wollen, und daher unspezifische Effekte als Störfaktoren aussondern. Studiendesigns müssten so angepasst werden, dass alle gesundheitlichen Einflüsse auf eine zu untersuchende Zielgruppe erfasst werden (Relton 2010; Pate 2016)

Impfmüdigkeit oder -wachheit?

Im Deutschen Ärzteblatt erklärten eine Professorin für Gesundheits- Kommunikation, ein Kabarettist und eine Redakteurin, wie „Impf-Müdigkeit“ bekämpft werden kann. (DÄB 15.03.2019) Was könnten sie mit diesem Kunstwort gemeint haben? Das Auftreten von Müdigkeit nach Impfungen? Oder eher das Verhalten der „20 % der Bevölkerung, die Impfungen unentschlossen gegenüberstehen oder unsicher sind“. Sind solche Widerspenstigen wirklich müde oder nicht manchmal auch hellwach?

Warum schrieben die Autor:innen pauschal von „Impfungen“? So als gäbe es bei diesen Medizinprodukten keine Unterschiede wie bei Arzneimitteln oder chirurgischen Eingriffen.

Konsument:innen sollen nicht denken. Sie sollen tun.

Deshalb war es den Autor:innen des DÄB-Artikels so wichtig, auf jede mögliche Frage eine handlungswirksame Antwort zu finden. Damit das gelingt, schrieben die Autor:innen, müsse man einen guten Einstieg finden, Empathie und Glaubwürdigkeit vermitteln, Bedenken adressieren, Krankheitsrisiken verdeutlichen, die Impf-Schutzwirkung betonen und starke persönliche Empfehlungen auszusprechen. Zu Personen, die sich trotzdem nicht entscheiden könnten, solle der Kontakt offen gehalten werden. Man solle über die Mythen der Nachteile des Impfens aufklären und nicht einfach widersprechen, und die unterschiedlichen wissenschaftsfernen Miss-Interpretationen, Fake-News und Konspirationstheorien der Impf-Gegner souverän entlarven.

Die Wortwahl dieses DÄB-Artikels strahlte Glaubenskraft und Sendungsbewusstsein aus. Beides wird symbolisiert durch den Button „Ich bin geimpft!“, der an jedem Kittel getragen werden könnte. Zusätzlich wurde eine Impfpflicht gefordert. Das würde den künftigen Aufklärungsaufwand sicher drastisch kürzen.

Menschen, die kritisch nachfragen oder für sich selbst entscheiden wollen, mussten den Autor:innen entweder als dumm oder uniformiert erscheinen, oder sie galten als gefährliche Gegner oder verblendete Anhänger von Verschwörungstheorien.

Fragen machen das Wesen der Wissenschaft aus

Dem Marketing und den Religionen sind die wahren Antworten wichtiger. Wird in der Wissenschaft das Fragen gering geschätzt und die Antworten überhöht, verarmt der intellektuelle Diskurs. Übrig bleibt dann eine akademisch-korrekte Orthodoxie, die gegen „die Heiden“ zu Felde zieht. Wer in einem solchen Klima dann noch wagt, außerhalb des Mainstreams zu denken, riskiert es, ausgegrenzt zu werden.

Evidence- oder Eminenz-basiert?

Der Untertitel des Ärztblatt-Artikels verspricht Gesundheitsinformationen, die auf nachprüfbarer Evidenz beruhen. Dazu zählen, z.B. nach dem Discern-Instrument:

  • „Ausgeglichene und unvoreingenommene Darstellung von Informationen“
  • „Auflistung zusätzliche Informationsquellen“
  • „Verweis auf Unsicherheitsfaktoren“
  • „Verdeutlichung gleichermaßen von Vorteilen und Risiken“
  • „Aufzeigen von mehr als einer Behandlungsoption“

Literatur

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Letzte Aktualisierung: 30.08.2022