Antibiotika

Inhalt

  • Resistenz
  • Arzneimittelfälschungen
  • Neugeborene

Letzte Überarbeitung: 28.05.2019

Antibiotika-resitenz

Rote-Hand-Brief der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (08.04.2019) Chinolon-und Fluorchinolon-Antibiotika: Risiko von die Lebensqualität beeinträchtigenden, lang anhaltenden und möglicherweise irreversiblen Nebenwirkungen

Antibiotika züchten Bakterien, die gegen sie resistent sind.

Pilze stellen sie her, um Mikro-Organismen fernzuhalten. Im Menschen richten sie sich nicht nur gegen gefährliche, sondern auch gegen nützliche und lebensnotwendige Bakterien.

Ihre Wirkung gleicht einem Bombenangriff auf ein Dorf, in dem Terroristen vermutet werden. Nach dem Beschuss werden, im günstigen Fall, die Mehrzahl der Feinde vernichtet sein. Allerdings wurde auch die orts-ständige Bevölkerung getroffen und bleibt, geschwächt oder verwirrt, und von einer friedlichen Normalität weit entfernt. Möglicherweise haben auch einige resistente Kämpfer überlebt, die künftigen Ärger verursachen könnten.

gefährliche Keime

„Allein in Europa infizieren sich jedes Jahr mehr als 2,5 Millionen Patienten mit multiresistenten „Superkeimen“, darunter dem  Krankenhauskeim MRSA oder den sogenannten ESBL-Bakterien, die sich mit dem Enzym Beta-Laktamase gegen die Antibiotika schützen. Beim Darmkeim Escherichia coli sind heute schon die Hälfte aller Proben gegen mindestens einen Wirkstoff immun.“ (Scinexx 24.10.2017). Bilder aus Meldungen von NDR, NTV, Zeit, Kurier

Nach der Anwendung eines Antibiotikums bleiben die Bakterien übrig, denen das Mittel nichts anhaben konnte.

Antibiotika gleichen daher einem Sieb, das bestimmte Keime festhält und andere passieren lässt. Jede Antibiotika-Anwendung bewirkt eine natürliche Selektion von Keimen, die gegen sie resistent sind. Die Widerstandsfähigkeit gegen ein Antibiotikum entsteht also nicht durch eine neue Mutation in einem Bakterium. Sie war vielmehr als genetische Variante schon vorher in vereinzelten Bakterien vorhanden, hatte sich dort aber bisher noch nicht als ein Überlebensvorteil erwiesen.

Resistente Bakterien sind zwar nicht aggressiver als andere. Aber sie können möglichen chemischen Angriffen viel besser widerstehen. Und sie können ihr genetisch gespeichertes Wissen zur Herstellung resistenz-vermittelnder Eiweiße auch an völlig artfremde Bakterien weitergeben.

Die Gelegenheit dazu ist  besonders groß in medizinischen Einrichtungen von Schwellenländern, in Laboren oder im Abwasser von Großstädten (RKI 2018), aber natürlich auch auf Intensivstationen in Deutschland (Schneider 2017, Atlas Resitenzentwicklung)

Von bakteriellen Infektionen, wie Gonorrhoe, Tuberkulose oder Haut- und Darmbakterien, die nicht mehr behandelt werden können, wird vorwiegend aus Armutsregionen berichtet. (Johnson 2017, Bantubani 2014, Sharma 2017, Shah 2017, WHO 2017)

Weil dort Antibiotika weitgehend frei von staatlichen Kontrollen  vermarktet werden, sind dort auch die Antibiotika-Konzentrationen in den Böden und im Abwasser hoch. Für Bakterien besteht in solchen belasteten Ökosystemen ein hoher Selektionsdruck, der zur Anzüchtung von „Superkeimen“ führt. (Jasovský 2016, STAT 2017, Changingmarkets 2017)

In Notsituationen sind Antibiotika unverzichtbar

Ohne Antibiotika würden schwere Infektionen, wie uva. Hirnhaut- oder Herz-Entzündungen,  tödlich verlaufen.

Vielleicht hätte mein Bruder mit einer rechtzeitigen Antibiotikatherapie überleben können. Man hielt sie aber 1960 nicht für nötig. Er starb mit sechszehn Jahren an einer aufsteigenden Lähmung (Guillan Barré Syndrom), die nach einer Durchfallerkrankung aufgetreten war. Damals vermutete man eine Infektion mit dem Kinderlähmungs-Virus, konnte es aber nicht nachweisen. Also könnte es sich auch um die Folge einer bakteriellen Infektion gehandelt haben (z.B. mit Campylobacter). Möglicherweise wären dann frühzeitige Antibiotikagaben hilfreich gewesen.

Oder auch nicht, denn bei manchen Darminfektionen (wie u.a. bei Cholera oder EHEC) bewirken Antibiotika einen besonders schnellen Mikroben-Zerfall, und damit eine rasche Freisetzung zahlreicher Giftstoffe, die zu einer gefährlichen Überreaktion des Immunsystems führen können.

Außerhalb von Notsituationen sind Antibiotika-Anwendungen gefährlich.

Antibiotikagaben beeinträchtigen die Zusammensetzung und die Funktion der natürlichen Flora (Mikrobiom). Zwar nimmt weltweit die Zahl der lebensbedrohlichen Infektionen ab. Aber gleichzeitig steigt die Zahl der Autoimmunstörungen, Nerven- und Hirnfunktionsstörungen (u.a. Autismus-Spektrum) und (jugendlicher) Diabetes Typ1. Ursächlich wird ein Zusammenhang mit einem gestörten Gleichgewicht zwischen Immunfunktion und der umgebenden mikrobiellen Flora vermutet. (Gérard 2016, Blaser 2017, Okada 2010). Vielleicht sogar bei der Entstehung von Krebs. (Dik 2017, Yin 2017)

Superbugs
Superbugs in der Versorgungskette. Publikation: Changingmarkets.org

Trotz der gut untersuchten Risiken nimmt der Konsum von Antibiotika weltweit zu.

In Deutschland werden sechszehn Tagesdosen pro 1.000 Versicherte und Tag verordnet. (Germap 2017). In acht Ländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas wurden in einer mehrjährigen Studie bei etwa 1,3 Mill. Beobachtungs-Tagen bei Kindern 17.000 Antibiotika-Gaben gezählt. Das entsprach einer Häufigkeit von fünf Antibiotika-Dosen pro Kind pro Jahr, meist für  Durchfall- oder Atemwegserkrankungen, bei denen die Antibiotika-Anwendungen meist unnötig waren. (Rogawski 2017)

„Darüber hinaus werden die Medikamente auch als ein Mittel zur Leistungssteigerung verstanden: Ein Viertel möchte ein Rezept, um aus beruflichen Gründen schnell wieder fit zu sein.“ (SZ 22.07. u. 06.12.2017)

Antibiotika und Adipositas

„Es gibt ein kritisches Fenster der Entwicklung der Kommunikation zwischen Zellen und Bakterien“, behauptet eine Arbeitsgruppe um den Mikrobiologen Martin Blaser an der NYU School of Medicine/USA (Cox 2014). Werde diese Periode gestört, z.B. durch lang-dauernde Antibiotikadosen, entstünden bleibende Schäden des Stoffwechsels und der mikrobiellen Besiedlung des Darmes. Diese Beobachtung könne u.a. zur Erklärung der weltweiten Epidemie von Adipositas beitragen.

„Die Darmflora wird mit der Geburt erworben. An einer stabilen mikrobiellen Gemeinschaft sind sehr genau bestimmbare Schlüsselorganismen beteiligt. Ein Zerstörung der natürlichen Bakterien während ihrer Reifungsphase durch niedrig dosierte Antibiotikadosen kann Veränderung des (Fett- und Kohlehydrat)-Stoffwechsels bewirken. Wir zeigen hier, das niedrig dosiertes Penicillin, wenn es nach der Geburt gegeben wird, im Ileum Veränderungen der Gen-Expression auslöst, die bei der Immunfunktion beteiligt ist. Auch wenn niedrig dosiertes Penicillin auf die frühe Phase des Lebens beschränkt wird, stört es den Stoffwechsel so sehr, dass bleibende körperliche Veränderungen ausgelöst werden. Dies verweist darauf, dass die Interaktionen mit den Bakterien der frühen Lebensperiode kritisch sind für die spätere Stoffwechsellage. Niedrig dosiertes Penicillin in der frühen Lebensphase begünstigt den Effekt, dass fettreiche Nahrung zu Adipositas führt.“ Freie Übersetzung aus Cox 2014

antibiotikaverbrauch

Germap 2015 (Version 02.06.2017): Warum verbrauchen Belgier dreimal soviel Antibiotika wie ihre niederländischen Nachbarn? Gibt es dafür rationale oder nur kommerzielle Gründe?

Die Ausrottung des „halb-bösen“ Keims Heliobacter pylori, der mit Homo sapiens seit hundert-tausenden von Jahren zusammenlebte, hatte in den USA (wie beabsichtigt) zu einem Rückgang von Magenkarziomfällen geführt. Dafür nahmen die Erkrankungszahlen von Refluxösophagitis, und damit verbunden von Speiseröhrenkrebs, zu. Der angerichtete Schaden der Helicobacter-Beseitigung ist möglicherweise größer als der Nutzen (Blaser 2017). Daher sei es  dringend nötig, intelligenter und strikter mit diesen mikrobiellen Waffensystemen umzugehen  (Jasovský 2016OECD 2016, Blaser 2018)

Der Phyrrus-Sieg über Heliobacter pylori.

Anders mit Antibiotika umgehen

Resistenzen gegen neue Antibiotika werden manchmal schon nach ein oder zwei Jahre nach der Markt- Einführung nachgewiesen. Pharmahersteller verlieren daher zunehmend das Interesse an der immer aufwändigeren Suche nach neuen Antibiotika.

Die WHO bittet deshalb die Pharmaindustrie, in die Forschung nach neuen Antibiotika zu investieren (WHO 2017). Aber die WHO-Experinn/en wissen natürlich, dass selbst die modernsten Antibiotika, wie Teixobactin (Nature 2015) oder Malacidine (Sinexx 2018), das Resistenzproblem grundsätzlich nicht lösen können. Denn jedes neue Super-Antibiotikum, das 99% der Zielbakterien abtötet, wird das eine Prozent der Bakterien heraus-selektionieren, die bereits zufällig gegen das Neue resistent sind.

Wesentlich hoffnungsvoller stimmt, dass es in den Niederlande gelungen ist, den   Antibiotikaverbrauch von 2007-2015 um 60% zu senken.

Der niederländische „Antimicrobial resistance action“-Plan konzentrierte sich vor allem auf eine  Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes in der Landwirtschaft. Dabei seien „klare ‚top-down‘ Entscheidungen“ von einer „starken ‚bottom-up‘ Bewegung der Umsetzung“ begleitet worden. Und  zusätzlich habe die intensivere Aufklärung der Bevölkerung die Nachfrage nach Antibiotika-Therapien gesenkt. (Sheldon 2016).

Auch Frankreich und Deutschland versuchen sich mit Aufklärungs-Kampagnen, die meist nur Insider erreichen (Saam 2017).

„Experten“ sind nicht seit „gestern“ besorgt.

Sie sollten seit vielen Jahrzehnten wissen, dass sie eigentlich hinsichtlich des Antibiotikakonsums radikal umdenken müssten.

Warum tun sie es nicht?

Eine globale Antwort auf diese komplexe Gesundheitsgefahr erfordert das Engagement einer breiten Palette von Akteuren, Regierungen, Behörden und der Öffentlichkeit bis hin zu Experten in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Umwelt, Wirtschaft, Handel und Industrie. …. Häufig wird von „Krieg gegen Superbugs“ oder „Kampf gegen Antibiotika-Resistenz“ gesprochen. Diese Schuldzuweisung ist irreführend. Der Einsatz von Antibiotika selektiert Bakterien, die gegen die Medikamente resistent sind. Ursächlich entsteht aber der Antibiotikaresistenz beim Menschen durch den starken Druck, infolge von Missbrauch und unnötige Nutzung von Antibiotika. (Mendelson 2017, sinngemäß übersetzt)

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Literatur und Links

Arzneimittelfälschungen

Die Medizinsysteme mancher Länder gefährden die Gesundheit.

In unkontrollierten, mit Medizinprodukten überschwemmten Märkten suchen  KonsumentInnen desorientiert nach schnellen Lösungen. Die Qualität der angepriesenen Produkte können sie meist nicht einschätzen. Vieles kann, insb. in Afrika oder Asien, minderwertig oder gefälscht sein, und oft werden auch qualitativ hochwertige Medikamente völlig unnötig geschluckt oder gespritzt.

fake drug increase
Zunahme der Arzneimittelfälschungen. Quelle Nayyar 2015

Schwemme gefährlicher Medizinprodukte

Die Gesamtmenge gehandelter Müll-Präparate kennt niemand. 2014 wurden in Afrika 113 Millionen gefälschte Antibiotika und Anti-Malaria-Medikamente beschlagnahmt (AFP 2014). Die  Verpackungen dieser „Fake drugs“ unterschieden sich  kaum von den Originalen. Sie stammen meist aus Süd-Ost-Asien stammen. So sollen 97% der gefälschten Pharmaprodukte in Nigeria u.a. in Indien, China (und Taiwan) hergestellt worden sein. Dort die Produktion der Fake drugs  von den Behörden offenbar toleriert, weil Abgaben gezahlt werden. (Euroaktiv 24.01.2017) Von 2012 bis 2016 seien in afrikanischen Häfen (laut Welthandelsorganisation) mehr als 750 Millionen Fake Drugs sichergestellt worden. Und eine Studienanalyse deutet in siebzehn Ländern auf einen deutlichen Anstieg des Verkaufs gefälschter Medikamente hin. (Nayyar 2015

Qualitativ minderwertige Arzneimittel enthalten andere Inhaltsstoffe, als auf der Packung angegeben. Oder richtige Inhaltsstoffe zu hoch, oder zu niedrig dosiert. Oder Wirksubstanzen, die durch unsachgemäße Lagerung bereits zerfallen sind. Oder sie bestehen aus giftigen Abfallprodukten.

Beispiel: Fake-Drug-Epidemie im Kongo

Im Dezember 2014 wurde im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo, im Distrikt Ituri, ein Ausbruch von Meningitis gemeldet. Über eintausend Patienten waren erkrankt, ein Drittel von ihnen jünger als fünf Jahre. Als Ursache vermutete man zunächst Meningitis-Infektionen, weil die Betroffenen Nackensteifigkeit aufwiesen, und behandelte die ersten Fälle mit Antibiotika. Genauere Untersuchungen deuteten dann aber auf eine Vergiftung hin: Nahezu alle Patienten waren (aus welchen Gründen auch immer) dem Beruhigungsmittel Diazepam® (ein Benzodiazepin) behandelt worden. Im Blut der Betroffenen fand man hohe Konzentrationen einer anderen Substanz: von Haloperidol. Die Tabletten, die Diazepam® enthalten sollten, waren offenbar gefälscht worden. Die Nachfrage nach Diazepam® war in der vom Bürgerkrieg betroffenen Region hoch, und die Tabletten waren frei in Kram-Läden verkauft worden.

Die Bevölkerung von der eigentlichen Gefahr gefälschter Arznei zu überzeugen, erwies sich als schwierig, denn Diagnosen „äußerer Angriffe“ durch Infektionserreger oder durch Hexerei erschienen den meisten Betroffenen als wesentlich nachvollziehbarer. (Peyraud 2017)

Das Gesundheitsrisiko durch schlechte Medizin

Das Geschäft mit der Medizin gehört zu den stabil und krisenfest wuchernden Wirtschaftszweigen, und vieles was in diesem Markt angeboten wird ist unnötig, von schlechter Qualität oder gefährlich.  Die Auswirkungen der Gesundheitswirtschaft auf die Gesundheit wurden noch nicht systematisch untersucht. Wirksamer und guter Hochleistungsmedizin steht in vielen Ländern ein gefährliches Geschäft mit Leidensdruck und Angst gegenüber. Die Suche nach Gesundheit führt dann zu Krankheit.

Kein Land dieser Erde ist mehr in der Lage, den gesamten Umfang der umlaufenden Arzneimittel zu kontrollieren

Schlechte Medizin bedroht aber besonders ärmere Länder: Denn dort verschimmeln in wackeligen Krämerläden am Ende der Welt Psychopharmaka und Antibiotika zwischen Coca-Cola-Flaschen, Zigarettenpackungen und Dosenfleisch. Die Pillen werden dort, je nach Kaufkraft der Kunden, stückweise abgegeben. Ob sie dann gefälscht sind oder nicht, verändert nur das Risiko des Schadens, den sie anrichten. Ein Nutzen geht von ihnen aber nur sehr selten aus. 

Die Verbraucher, die wegen ihrer Lebens- oder Gesundheitsprobleme Pharmaprodukte und medizinische Dienstleistungen einkaufen, können die Qualität nicht beurteilen.

fake drug
Fake Drug. Quelle: U.S. Food & Drug Administration

Die Herstellung von Fake Drugs ist nicht eindeutig illegal.

Arzneimittelfälschungen sind, im Gegensatz zur Herstellung gefälschter Banknoten, kein internationaler Straftatbestand (Newton 2014).

Eine Resolution des Europarates von 2010, die die Herstellung und den Verkauf von gefälschten Medikamenten untersagt, wurde bisher nur von wenigen Staaten unterzeichnet. Auch Deutschland die Resolution bis heute nicht ratifiziert.

Das liegt u.a. daran, dass ein Straftatbestand so schwierig zu definieren wäre: Denn als „counterfeit drug“ (gefälschtes Medikament) würde auch ein qualitativ hochwertiges Produkt gelten, das im Widerspruch zu einer registrierten Trademark verkauft wird, als ein Generikum, dessen Verkauf die Profite des Originalherstellers mindert. (Buckley 2013)

Generika (die den richtigen Inhaltstoff ohne Markennamen verkaufen) sind aber für viele Menschen in ärmeren Ländern die einzige Möglichkeit, um an qualifiziert-gute Medizin heranzukommen.

Weil also Wirtschaftsinteressen gefährdet sein könnten, ist die Definition „gefälschter Medikamente“ nach internationalem Recht offenbar nicht einfach (siehe SSFFC, WHO 2017). Bisher hatte die WHO vor allem Sorge die Herstellungsrechte von Firmen zu sichern, und fürchtet, sich durch schärfere Kontrollen zu sehr in den freien Handel einzumischen. (Burci 2013)

Sie setzt stattdessen auf Programme, die die Qualität der Medikamente verbessern sollten.

Bildungs-Initiativen, die Patienten aufklären könnten, wie sie sich so verhalten können, dass sie nur möglichst wenige Medikamente konsumieren müssen, sind dagegen weitgehend unbekannt.

Pharma-Shopping und Medikamente online

Online Apotheken sollen in Deutschland bereits einen Marktanteil von über fünf Prozent halten. Sie können staatliche Vorgaben und Kontrollen bei der Beschaffung ihrer Produkte leichter umgehen. Darüber hinaus ist es möglich sich die Chemie direkt aus dem „dunklen Netz“ (Dark-Net) zu besorgen.

Die Online-Beschaffung von Pharma-Produkten ist gefährlich, weil sie ein höheres Risiko gefälschter oder minderwertiger Medikamente mit sich bringt. Und das das meiste, was online-gekauft wird und dann geschluckt wird ist oft völlig unnötig oder falsch dosiert.

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Literatur

Antibiotika und Neugeborenensepsis

Streptokokken B: Antibiotika als Prophylaxe?, DHZ 2014, 7:57-61

Antibiotics are vital for health care … but the cost to the community and to a person’s future health are driven by antibiotic overuse. First we must control these excesses … and recover biodiversity.” Blaser 2016

… Die Übertragung des Mikrobioms in den ersten Lebenstagen ist von einer entscheidenden Bedeutung für die weitere gesunde Entwicklung des Kindes (Pennisi 2016), und Störungen in dieser Lebensphase gehen einher mit einem höheren Risiko sowohl für akute wie auch chronische Erkrankungen (Tamburini 2016, Vatanen 2016)

The right gut microbes help infants grow. Pennisi 2016

Neugeborenen Sepsis

Neugeborene sind besonders infektions-gefährdet. Ihr Immunsystem ist unreif und reagiert überschießend und wenig effektiv. Gefährliche Infektionen u.a. mit Streptokokken der Gruppe B (GBS) und E. coli können sehr plötzlich einsetzen (Early Onset Neonatal Sepsis – EONS).

Krankheitssymptome zeigen sich bei über 90 Prozent der Kinder, die eine Sepsis entwickeln, innerhalb von 24 bis 48 Stunden. Deshalb ist es (unabhängig von Voruntersuchungen und Screening-Ergebnissen) wichtig, in den ersten Stunden und Tagen nach der Geburt besonders genau auf das Neugeborene zu achten (Polin 2012, Berger 2013). Bei Sepsis handelt es sich um ein multifaktorielles Geschehen mit einer Überreaktionen des Immunsystems auf die Vermehrung eines auslösenden Erreger (Halis 2016, Shubin 2011, Shah 2014, Vincent 2013) oder auf das Fehlen einer schützenden normalen Flora (Pamer 2016).

Wenn es gelingt, das Immunsystem soweit zu beruhigen, dass es die körpereigenen Zellen nicht schädigt, steigen die Überlebensraten (Castellheim 2009; Crea 2012). Die Dämpfung über-erregter Darm- und Immunfunktionen eines Neugeborenen erfolgt im Wesentlichen, neben der antibiotischen Therapie, durch die Übertragung des mütterlichen Mikrobioms  durch die Vagina und das Stillen (Trend 2016, Mueller 2015) und die Vagus-Stimmulation im Rahmen Mutter-Kind-Bindung (Bonding) (Matteloni 2012).

Die Gesellschaft für Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin e.V. (GNPI) empfiehlt in der Schwangerschaft einen Scheidenabstrich, und  bei positivem Nachweis von GBS vor der Geburt prophylaktisch ein Antibiotikum zu verabreichen (AWMF Leitlinie, 09.03.2016). Diese Leitlinie soll bis 2021 gültig sein, die Publikationen, auf die sich die Leitlinie bezieht, umfassen den Zeitraum der Jahre 2000 bis 2014. Die Inzidenz der GBS Infektionen bei Neugeborenen wird in Deutschland auf 0,4 pro 1.000 Lebendgeburten geschätzt, 60% von ihnen erlitten einen EONS, die Sterblichkeitsrate betrug 4.3%. (Flügge 2006). Bei der großen Vielfalt der GBS-Stämme kommen die invasiven Stämme, die eher mit EONS assoziiert sind, deutlich seltener vor als die nicht-invasiven. Zwischen 2008 und 2010 wurde von der gleichen Arbeitsgruppe „erneut eine nationale Studie durchgeführt. Die Inzidenz der neonatalen GBS-Sepsis lag dort etwa 30% unter der von 2001 bis 2003 (0,47/1000). Die Daten sind zur Publikation eingereicht. Die Inzidenz der neonatalen E. coli-Sepsis machte  knapp die Hälfte der GBS-Fälle aus.“ (Zitat: Berner 2016)

Das Risiko der durch GBS verursachten EONS kann durch Antibiotika-Gaben offenbar um etwa 80 Prozent gesenkt werden (Ohlsson 2013). Allerdings sind aber manche Frauen, bei denen eine GBS-Besiedlung in der Schwangerschaft nachgewiesen wurde, bei erneuten Tests vor der Geburt wieder negativ, so dass sie die empfohlenen Antibiotika unnötig erhalten. (Young 2011). In den USA führte die Einführung einer Antibiotikaprophylaxe zu einem Rückgang GBS-assoziierter Neugeborenensepsis. Zeitgleich stiegen in den USA zeitgleich Fällen mit EONS an, die unter anderem durch E. coli ausgelöst wurden (Shah 2014).

Die genannte AWMF-Leitlinie wurde nach Transparenz-Kriterien überprüft und erhielt bei Leitlinien-Watch durch das Erreichen von nur 5 von 18 Punkten die Bewertung „Reformbedarf“. Sie unterscheidet sich zudem von der des Royal College of Ostetricians and Gynaecologists (RCOG 2014). Dort werden die Indikation für Screening und prophylaktische Antibiotikagaben deutlich restriktiver gesehen. Eine Überarbeitung dieser Leitlinien auf der Basis exakter „Evidenz Level“ ist noch für 2016 angekündigt worden. (RCOG 2016)

This review finds that giving antibiotics is not supported by conclusive evidence. Cochrane-Analyse 2014.

Sachgerechte Aufklärung                                                                                                       

Für die Beratung schwangerer Frauen und junger Mütter, sind vor Screening-Maßnahmen und therapeutischen Eingriffen, die eine gesunde Entwicklung des Mikrobioms beeinträchtigen könnten, dokumentierte Aufklärungsgespräche erforderlich. Dazu gehört:

Verweis auf die geltende AWMF-Leitlinie in Deutschland (und Hinweis, dass sich Leitlinien in anderen Ländern davon unterscheiden (RCOG 2016). Durch Antibiotikagaben GBS-positiver Schwangerer vor Geburt kann das Risiko für GBS-assoziierte EONS gesenkt werden, für E. coli ausgelöste EONS eher nicht.

Bei Antibiotikagaben unter der Geburt kann das Risiko für Darmfunktionsstörungen (u.a. auch Necrotisierende Entero-Colitis) zunehmen. (Morrow 2013) Möglich sind auch langfristige Auswirkungen für die Entwicklung des Immunsystems ergeben, durch Störung des „window of opportunity) für die das Zusammenspiel von Mikrobiellen, immunologischen und neuronalen Funktionen. (Gensollen 2016, Neu 2016, Rautava 2016, Mueller 2015)

“The early life education of the immune system during the „window of opportunity: when microbial colonization has a potentially critical impact on human health and disease.” Gensollen 2016

Literatur

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Letzte Aktualisierung: 13.06.2019