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21. März 2022

Atemwegsinfektionen: Gesund bleiben!

Inhalt

  • Verstehen und Missverstehen
  • Erkältungswelle im Sommer 2022
  • Covid-19
  • Ende der Pandemie?
  • Links (Reflektionen zur Pandemie)

Atemwegsinfektionen verstehen

Menschen sind nicht nur von Bakterien und Viren umgeben, sondern wir bestehen u.a. auch aus ihnen. Infektionskrankheiten können sich entwickeln, wenn das Gleichgewicht innerer und äußerer Ökosysteme gestört wird. Das geschieht, wenn zu viele Krankheitserreger eindringen. Aber erstaunlicherweise ebenso, wenn zu wenige (gute) körpereigene Bakterien und Viren auf den Körperoberflächen leben (zB. in der Lunge). Oder wenn die Zellen der Immunfunktion fehl- oder überreagieren.

Ob Menschen eine Infektion mit einem Virus oder Bakterium folgenlos überstehen, oder ob sie sterben, hängt nicht nur von der Art und der Menge der Erreger ab. Sondern ebenso von dem erlernten Zusammenspiel körpereigener Viren, Bakterien und Zellen.

Die Fließ-Gleichgewichte und die störungsfreien Wechselwirkungen in lebenden Organismen werden von vielem beeinflusst:

  • Im Inneren: Immunsystem, Mikrobiom im Darm und auf anderen Körperoberflächen, PsychoNeuroEndokrinologie, Mitochondrien-Gesundheit, Genetik, Alter, vorbestehenden Erkrankungen, Fähigkeit zur Stressbewältigung uva.
  • Im Äußeren: Zufuhr chemischer Substanzen, Umweltgifte, Erreger, Stressoren, …

Gesundheit ist also ein Zeichen für ungestörte Körperfunktionen. Für die Fähigkeit mit Belastungen flexibel umgehen zu können. Umgekehrt ist eine Erkrankung ein Zeichen, dass ein gestörtes System, bestimmte Herausforderungen nicht mehr bewältigen kann.

Das trifft auch auf Entzündungen der Atemwege zu. Auch sie können viele Ursachen haben: Infektionen mit Viren-Mischungen, Bakterien, Schadstoffbelastungen, Fehlsteuerungen des Immunsystems, Störungen der normalen Keimbesiedlung, Stress, vorbestehende Krankheiten, Schlafmangel, Adipositas, Rauchen, Bewegungsarmut u.v.a.

Warum bleiben manche gesund?

Bilder aus Valdés-AguayoJJ et al: Mitochondria and Mitochondrial DNA: Key Elements in the Pathogenesis and Exacerbation of the Inflammatory State Caused by COVID-19, Medicina 2021, 57(9), 928 , Pdf-Download: www.mdpi.com/1648-9144/57/9/928

Der Soziologe Aaron Antonovsky (1923–1994) beschrieb Merkmale bei Menschen, die trotz starker Belastungen gesund blieben. Diesen Personen erschienen den Personen, die gesund blieben, „verstehbar“ zu sein. Sie konnten das Erfahrenen mit ihrem ihrem Erfahrungshintergrund in einem Modell verbinden und so einen Handlungsrahmen erkennen.

Weiter vertrauten die Gesund-Gebliebenen darauf, dass die Herausforderungen „hand-hab-bar“ seien.

Und sie waren überzeugt, dass die Dynamik der Situation in einem größeren Zusammenhang einen (persönlichen nachvollziehbaren) eine „Sinn“ ergebe“.

D.h. sie hatten das Gefühl, dass die gerade ablaufende Situation „sie brauche“. Offenbar wurde bei diesen Personen durch die psychischen Einstellung das Immunsystem so beruhigt, dass es ungestört handeln konnte.

Effektive Immunfunktion

Das Immunsystem arbeitet nur dann effektiv, wenn es beruhigt wird. Das geschieht durch das eigene Nervensystem (u.a. die psychologische Einstellung) und durch eine vertrauensvolle Beziehung zu anderen (zum Beispiel im Rahmen einer heilsamen Arzt-Patient-Beziehung). Wird das Immunsystem durch Angst, oder noch schlimmer durch Stress, gestört, reagiert es fahrig, ineffektiv oder übersteigert.

Eine Überflutung mit Einzel-Daten, die nicht sofort in sinnvolle persönliche Zusammenhänge eingeordnet werden kann, erzeugt noch mehr Stress. Und damit wird eine wirksame Immunfunktion ausgebremst.

Deshalb ist es, bei jeder Art von Erkrankung wichtig, zuerst für Ruhe, Beruhigung, Vertrauen, Sicherheit und soziale Unterstützung zu sorgen.

Das gilt analog auch für den gesellschaftlichen Umgang mit Epidemien: Menschen, die „ruhig & besonnen“ mit einer Belastung umgehen können, haben bessere Chancen eine Notsituation zu bewältigen, als andere, die gestresst, hektisch und panisch reagieren.

Es ist möglich, Atemwegsinfektionen wirksam vorzubeugen.

Denn eine Infektions-Erkrankung bezeichnet eine Störung des inneren Gleichgewichtes, die verhindert werden oder die behoben werden kann.

Vorbeugung bedeutet nicht nur die Abwehr der in Frage kommenden Infektionserreger. Denn das Immunsystem muss auch durch leichte Belastungen trainiert werden, damit es fit bleibt. Und auch nicht nur durch Medizinprodukte. U.a. weil sich das Erreger-Spektrum ständig verändert, und sie deshalb nur kurzfristig wirksam bleiben können.

Ebenso sinnvoll ist es, sich zu schützen:

  • Achtsame und entspannte Lebensweisen, um dafür zu sorgen, dass alle Zellen und körpereigenen Keime sich optimal auf Belastungen einstellen können,
  • Verminderung zu starker Belastungen, die zu Stress oder Burn-out führen,
  • Verwandlung von Angst (vor Krankheit und Tod) in Neugier (auf ein erfülltes Leben),
  • Bewusste Begleitung und leichte Übung der Atemfunktion (frei, entspannt, achtsam, ungehindert)
  • Steigerung der Vitamin D Herstellung (Sonnenlicht) oder ggf. ergänzende Zufuhr,
  • Körperliche, entspannte Tätigkeit
  • Regelmäßiger Rhythmus von Belastung und Entspannung,
  • Ausgiebig schlafen (um dem Immunsystem Zeit einzuräumen)
  • Abwechslungsreiche Ernährung (um den Bioreaktor ‚Mikrobiom‘ optimal zu befeuern).
  • Nach innen und außen für Frieden sorgen (um das Immunsystem nur wenig zu stören).
  • Nicht-Rauchen und kein eSmoke (um das Immunsystem nicht zu verwirren und die Lungenfunktion nicht zu schädigen).

„Erkältungswelle“ im Sommer 2022

„Immer mehr Erkältungen – Deutschland kränkelt durch den Sommer
… Eine Erkrankung auf 18 Einwohner …
EU-Behörden: Covid-19-Auffrischungsimpfung für Menschen über 60 Jahren …“
dpa (RKZ), 12.07.2022

Warum?

Ich weiß es nicht, aber die Statistiken und Graphiken der europäischen Sterbe-Statistik und die Melde-Statistik akuter Atemwegsinfektionen in Deutschland scheinen Hinweise zu geben, den man nachspüren könnte:

Euromomo (europäische Mortalitätsstatistik, abgerufen am 15.07.2022): Z-Scores (2016 – 18KW 2022) ein Maß für „Über-Sterblichkeit“. Vergleich Deutschland (Lock-Down-Maßnahmen) zu Schweden (keine Lock-Down-Maßnahmen – und  folglich keine Kollateralschäden. Die Schätzungen der WHO zu Übersterblichkeit infolge Covid-19 Infektionen nennen für Deutschland eine Übersterblichkeit von ~116 / 100.000 Einw. gegenüber 56 / 100.000 Einw. in Schweden. Wobei nur die Übersterblichkeit aufgrund der Infektion, nicht aber die Erkrankungshäufigkeit und Sterblichkeit aufgrund der Bekämpfungs-Maßnahmen gezählt wurden.
Links: Nachweis schwerer Atemwegsinfektionen (Arbeitsgemeinschaft Influenza des RKI (Wochenbericht 27. KW, abgerufen am 15.07.2022). Rechts: Aufsuchen eines Arztes wegen akuter Atemwegsinfektion. Erstaunlich ist die Häufigkeit bei Kindern von 0-4 Jahren. Sie kann nicht im Zusammenhang mit Covid-19 stehen, da diese Infektion diese Altersklasse nicht betrifft.  
Sterblichkeitszahlen bei Kindern von 0-4 Jahren. Im Herbst 2021 und erneut im Juni 2022 starker Anstieg („Fehlendes Training des Immunsystems bei Belastungen durch viele unterschiedliche Viren?“) Bild rechts: (Arbeitsgemeinschaft Influenza des RKI (Wochenbericht 27. KW, abgerufen am 15.07.2022). Erregernachweise 40 KW 2021 bis 27. KW bei 0-4 Jährigen: überwiegend RSV-Viren (uns viele andere). Bild links: Euromomo (europäische Mortalitätsstatistik, abgerufen am 15.07.2022)

Covid-19

Interview: „Wer ist besser durch die Pandemie gekommen: Deutschland oder die Schweiz?“: „Wer alternative (. . .) Denkansätze vorschlug, wurde nicht selten ohne ausreichenden Diskurs ins Abseits gestellt. … Die Verantwortlichen der Pandemiepolitik (glaubten), dass der Diskurs dort aufhört, wo ihre eigenen Meinungen infrage gestellt werden. Unter ihnen waren auch Wissenschaftler, die den wissenschaftlichen Konsens in der Mitte ihres eigenen Gravitationszentrums vermuteten.“ Prof. Klaus Stöhr, NZZ 13.07.2022

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist Sars-Mitochondrien.jpg
Graphik: Singh: SARS-CoV-2 hijacking of host mitochondria.
Am J Physiol Cell Physiol 2020; 319(2):C258-C267. SARS-CoV-2 stört insbesondere die funktionelle Einheit von Endoplasmatischem Retikulum und Mitochondrien, die für die Einweißherstellung der Zelle verantwortlich ist. (Scudellari 2021). Wenn dabei die mitochondriale Membran löchrig wird, oder wenn Mitochondrien zerfallen, gelangen Teile der mitochondrialen DNA in die Zellflüssigkeit. Die Folge sind dann starke Immunreaktionen, Alarmsignale der Zelle und schließlich eine allgemeine Aktivierung der Immunreaktion des ganzen Körpers, die zu langfristigen Schäden führen kann.

Die Mehrzahl der Menschen, die mit SARS-CoV-2 in Kontakt kommen, bemerken wenig oder nichts von ihrer Infektion. Etwa ein Fünftel der Infizierten leidet unter leichten, vorübergehenden Gesundheitsstörungen. Meist sind dann ältere oder vorerkrankte Menschen betroffen. Einige Menschen erkranken schwer. Manche von ihnen versterben mit der Infektion.

Die Sterblichkeit oder die Häufigkeit von Langzeitstörungen stehen im Zusammenhang mit einer Entgleisung der Immunantwort. Daran sind in der Regel viele Faktoren beteiligt. Man spricht dann von einer „Abwehr im Ausnahmezustand“ oder von einem „Zytokinsturm“. Aktionistische Bekämpfungsstrategien („Hochdosiertes Chloroquin“, „Remdesivir“, „schnelles Intubieren“,…) haben sich bei der Behandlung von SARS-CoV-2 nicht als sinnvoll erwiesen.

Im Gegensatz zu Influenza führt eine Infektion mit CoV-19 nicht zu einer Erkrankung der Lungenbläschen. Vielmehr wird das Verhaltens aller Körperzellen beeinträchtigt. Das Virus stört bestimmte, mit der Immunreaktion verbundene, Zellfunktionen. Betroffen sind u.a. die Zellen der Auskleidung kleiner Blutgefäße und die Atmungsorganellen der Zelle.

Bild aus: Kraus et al, DÄB 10-06-2021, 118(49)A 2330-36. Zitat: „.. Das Ausmaß dieser Aktivierung (der mitochondrialen  Inflammationsreaktion) korreliert dabei mit der Schwere der Erkrankung,
was nahelegt, dass es die Immunreaktion ist und nicht die Virusinfektion als solche, die Covid-19 ausmacht. ..“ Impfstoffe, die nicht an Mitochondrien ansetzen, aber dafür das Immunsystem mit Zusatzstoffen (Adjuvantien) stimulieren, müssen in diesem Zusammenhang nicht unbedingt nebenwirkungsärmer sein.

Mitochondrien-Erkrankung?

SARS-CoV-2 stört insbesondere die funktionelle Einheit von Endoplasmatischem Retikulum und Mitochondrien, die für die Einweißherstellung der Zelle verantwortlich ist. (Scudellari 2021). Wenn dabei die mitochondriale Membran löchrig wird, oder wenn Mitochondrien zerfallen, gelangen Teile der mitochondrialen DNA in die Zellflüssigkeit. Die Folge sind dann starke Immunreaktionen, generalisierte Alarmsignale der Zelle, und schließlich eine allgemeine Aktivierung der Immunreaktion des ganzen Körpers, die zu langfristigen Schäden führen kann. (Valdés-Aguayo 2021)

Dieser Effekt scheint umso umso stärker ausgeprägt zu sein, je älter die Mitochondrien, und je stärker sie vorgeschädigt oder beeinträchtigt, sind. Z.B. durch eine Übertherapie mit vielen Medikamenten oder Schadstoffbelastungen. Auch Adipositas ist von Bedeutung, weil damit eine erhöhte Entzündungsbereitschaft einhergeht, und bei der höheren zellulären Masse mehr mitochondriale Zytokine freigesetzt werden. (Martínez-Colón 2021)

Ende der Covid-19-Pandemie?

„… Das Ende der Pandemie aufgrund eines neuen Virus und der Übergang zur Endemie kann auf der Grundlage eines hohen Anteils der Weltbevölkerung definiert werden, der durch natürliche Infektion oder Impfung eine gewisse Immunität besitzt. Weitere Überlegungen betreffen eine geringere Zahl von Todesopfern, einen geringeren Druck auf die Gesundheitssysteme, ein geringeres tatsächliches und wahrgenommenes persönliches Risiko, die Aufhebung restriktiver Maßnahmen und eine geringere öffentliche Aufmerksamkeit. Ein Schwellenwert von 70 % der Weltbevölkerung, die geimpft oder infiziert sind, wurde wahrscheinlich bereits in der zweiten Hälfte des Jahres 2021 erreicht. Die Endemie kann immer noch große Infektionsspitzen und saisonale Schwankungen aufweisen, aber in der Regel ist die klinische Belastung geringer, auch wenn einige Orte immer noch stärker betroffen sind als andere. Die Zahlen zu den Todesfällen und zur Belegung der Intensivstationen deuten ebenfalls darauf hin, dass Ende 2021/Anfang 2022 der Übergang zur Endemie erfolgt. Das persönliche Risiko für die überwiegende Mehrheit der Weltbevölkerung war Ende 2021 bereits sehr gering, aber das wahrgenommene Risiko wird möglicherweise immer noch stark überschätzt. In vielen Ländern wurden bis Anfang 2022 weiterhin sehr strenge restriktive Maßnahmen ergriffen. Die enorme Aufmerksamkeit in den Nachrichtenmedien, den sozialen Medien und sogar in wissenschaftlichen Kreisen sollte eingedämmt werden. Die Gesundheitsbehörden müssen das Ende der Pandemie verkünden. Die mittel- und langfristigen Folgen der Epidemiewellen und der ergriffenen Maßnahmen für Gesundheit, Gesellschaft, Wirtschaft, Zivilisation und Demokratie können noch lange nach dem Ende der Pandemie ein Vermächtnis der Pandemie hinterlassen.“ (Übersetzung mit Nutzung von www.deepl.com) John Ioannides: The end of the covid-19 pandemic, EJCI, 28.03.2022

Die neue Epidemie mit Covid-19 in China scheint dieser Empfehlung zu widersprechen. (Nature Medicine 10.05.2022) Eine „Zero“-Strategie kann aber (für kein Land) hinsichtlich einer leicht übertragbaren, weltweit verbreiteten Infektion nachhaltig sein. Das entspricht auch der Ansicht der WHO (11.05.2022) Warum China dennoch an extrem rabiaten Kontrollmaßnahmen seiner Bevölkerung, an Oberflächendesinfektionen, Plastik-Schutz-Mega-Einsatz und der Sperrung der Städte für Ausländer festhält, könnte möglicherweise auch viele nicht-medizinische Gründe haben.

“ … In einem kürzlich in einer Zeitung aus Shenzhen veröffentlichten Artikel wurde die Debatte zwischen Null-Covid und der Koexistenz mit dem Virus als „im Grunde“ ein Wettbewerb zwischen politischen Systemen bezeichnet. Wenn es China gelingt, mit einem Null-Covid-Ansatz großflächige Ausbrüche zu vermeiden, während sich alle anderen Länder dafür entscheiden, mit dem Virus zu leben, werden die Argumente über die Widerstandsfähigkeit und den Einfallsreichtum des chinesischen Staates sehr viel überzeugender sein …“ (CNN 08.04.2022)

Reflektionen zur Covid-19-Pandemie

Informationsquellen, die regelmäßig überarbeitet werden

Eigene Texte

Letzte Aktualisierung: 17.07.2022