Placebo und Scharlatanerie
„Placebo Domino in regione vivorum. Ich werde dem Herrn gefallen.“
Bibel, Psalm 116:9, Vulgate, Jerome
‚Hokuspokus (Beschwörungsformel, Gaukelei, fauler Zauber, Magie, Täuschungsmanöver, Trug) sind in der Medizin unnötig, unprofessionell und unethisch.‘ (Hróbjartsson 2008)

Inhalt
- Empathielose Medizin
- Warum heilt ‚Nichts‘?
- traditionelle Heilung mit Nichts
- Placebologie
- Wie erkennt man Betrug?
- Chirurgische Placebologie
- Systemwirkungen durch Angstauslösung
- Unnötig, täuschend, gefährlich!
- Literatur
Link
Empathielose Medizin
Patient:innen leiden. Gestresst von der Ungewissheit ihres Schicksals. Ihnen fehlt die Ruhe, um Zusammenhänge zu verstehen und sie zu überdenken. Sie sehnen sich nach beziehungsreicher und berührender Medizin.
Und werden dann oft eine leichte Beute für die Verkäufer:innen von Scheinlösungen.
Kranke Menschen tragen, unbewusst, Ur-Erinnerungen an geliebte Menschen in sich: die Mutter, die Großmutter, den Vater. Sie sehnen sich nach dem Schutz und der Versorgung, die sie nach der Geburt erfuhren. Jetzt, als Erwachsene, wollen sie, ähnlich vorbehaltlos, Heiler:innen vertrauen zu können.
Das gelingt ihnen gut bei Schaman:innen, Hebammen oder Ärzt:innen, die empathische Beziehungen eingehen. Und die ihnen wirklich bei der Bewältigung ihrer Lebensprobleme zur Seite stehen wollen.
Kommerziell orientierte Expert:innen für Krankheiten sind dagegen nicht wirklich am Wohlergehen oder den Lebens-Zusammenhängen ihrer Kund:innen interessiert. Sie denken an eigene Interessen und persönlichen Nutzen.
Deshalb picken sie Einzelinformationen heraus, die zu ihrem jeweiligen Modell von Krankheitserklärung passen: Sie überhöhen die Bedeutung dessen, was ihnen wichtig erscheint (‚eine Geschwulst‘) und vernachlässigen das für sie Unbedeutende (‚den sozialen Kontext‘).
Medizinische Spezialist:innen der Kommerzmedizin lösen gerne Angst aus. Manchmal auch Todesangst. Das fördert Abhängigkeit. Dann suchen dann so lange nach einem gewünschten Befund, bis sie das finden, was sie wollten. Und benennen dann einen Feind oder eine Störung mit einem Diagnose-Namen. Und machen sich dann gleich daran, mit den Mitteln, die sie verkaufen wollen, das Böse zu besiegen. Sie interessieren sich nur für Probleme, die sich mit ihren Produkten beseitigen lassen.
Oft preisen sie an, dass die von ihnen verordneten Medikamente und Maßnahmen punktgenau auf eine bestimmte Rezeptor-Gruppe zielen. Wie eine Hochpräzisionsbombe, die gezielt einen Terroristen in der Fußgängerzone trifft, ohne andere dort zu verletzen. Tatsächlich sind solche Wundermittel („Magic Bullets“), von denen man bei der seit Erfindung der Kriegsmedizin träumt, selten.

Selbst dann, wenn ein Medikament an einen Rezeptor so präzise andockt, wie das Gift Nikotin an einer Immunzelle, beseitigt es damit nicht unbedingt eine bestimmte Krankheitserscheinung. Denn die ist meist nur ein Aspekt eines komplexen Zusammenhangs, an dem viele Ursachen und Wechselwirkungen beteiligt sind. Ein Element eines Mobilé zu treffen, ist einfach, aber zu kontrollieren, wie das Mobilé anschließend schwingen wird, ungleich komplexer. Im Körper ist es ähnlicn, denn Rezeptoren kommen an vielen Körperzellen vor und sie verändern sich.
Viele Psychopharmaka beseitigen deshalb keine Depression, sondern versetzen den Patienten nur in einen anderen Zustand, ähnlich wie Loriots Volksdroge.
Das ist aber für interventionistische Heiler:innen uninteressant, solange die Kasse stimmt.
Warum wirkt ‚Nichts‘?
Jede heilsame Intervention weist mindestens drei unterschiedliche Auswirkungen, die verschieden stark ausgeprägt oder abgemischt sein können
Spezifische Effekte
- Ausgelöst durch Ziel- oder Rezeptor-genaue Wirkung.
- Bild: Treffer eines Curare-Pfeils im brasilianischen Urwald: Der Affe fällt vom Baum
- Medizin: genaue Immunreaktion durch das Antigen eines Impfstoffes.
Durch den spezifischen Effekt oder durch Zusatzmittel ausgelöste Nebenwirkungen
- Streueffekte, die außerhalb des beabsichtigten Ziels wirken.
- Bild: Das Kind des Jägers, das den Affen aufsammelt, verletzt sich an der vergifteten Pfeilspitze.
- Medizin: Fehlfunktion eines Eiweißes durch unbeabsichtigte Bindung des Antigens.
System-Effekte
- Auswirkungen auf das Beziehungssystem des ganzen Organismus.
- Bild: Nach dem Treffer geraten andere Affen in Panik, und Vögel fliegen flatternd davon.
- Medizin: Kurzzeitige, starke Immunsystemaktivierung durch eine Erwartung.
Zielgenaue Effekte, die nur am Kontaktort wirken, sind selten. Fast immer werden sie von Systemeffekten begleitet, die den ganzen Organismus einbeziehen.
Umgekehrt können „System-Effekte“ auch ohne spezifischen Begleiteffekt auftreten. Zum Beispiel besonders intensiv durch die Bindung zur Mutter nach der Geburt.
Hoffnung und Optimismus steigern die Fähigkeit, Belastungen zu bewältigen. (Laranjeira 2024) Die Vorstellung, etwas Wichtiges sei unmittelbar erreichbar, setzt im Gehirn Dopamin frei. Das resultierende Glücksgefühl, nach Angst oder Schmerz errettet zu werden, erfolgt bereits bevor eine Pille oder eine Spritze eine spezifische Wirkung entfalten könnte. Für die Auslösung starker heilsamer Effekte muss also nichts Konkretes geschehen. Es reicht die Vermittlung einer Überzeugung, dass es möglicherweise ‚geschehen könnte‘. Das erfordert Gehirnanteile, die aufgrund sinnlicher Eindrücke innere Bilder und Vorstellungen vermitteln können. Deshalb wirken Rituale auch bei Hunden oder Katzen, aber nicht bei Krokodilen oder Schlangen.
Positive oder negative Erwartungen können unbewusst durch Konditionierung eingeprägt werden (Frisaldi 2024). Allein die Ansicht der Spritze, in der (‚wie immer‘) ein starkes Mittel zu sein scheint, wirkt dann schmerzlindernd. Bei Achtsamkeitsstrategien zur Schmerzbeeinflussung wird dieser Effekt genutzt und erleichtert das Lösen einer allgemeinen Anspannung, was zusätzlich schmerzlindernd wirkt. (Lopes 2024)
Bei Heilritualen werden starke systemische Effekte dann ausgelöst, wenn Empfänger und Anwender einer Methode gleichermaßen unerschütterlich davon überzeugt sind, dass das, was von einem „Experten“ (oder „Placebologen“) getan wird, punktgenau und spezifisch wirke. Von sich zutiefst überzeugte Heiler:innen vermitteln unbewusst ihr unerschütterliches Sicherheitsgefühl, während ein ungeschickter Betrüger (ebenfalls unbewusst) durch Körperhaltung oder Mimik widersprüchliche Signale aussendet, die Misstrauen hervorrufen.
Deshalb ist es bei Heilritualen nicht unbedingt wichtig, ob etwas tatsächlich (‚genau so‘) wirkt, solange der Glaube stark ist, dass es ‚wirken werde‘. Deshalb kann jede Mutter den Schmerz nach einem Mückenstich am Arm ihres Babys ‚weg-pusten‘.
Entscheidend für die Auslösung systemischer Effekte ist, dass Patient:innen „bedingungslos“ vertrauen. Genauso, wie das Kind seiner Mutter vertraute. Das gelingt durch aufrichtige, rückhaltlose, offene, empathische, menschliche Kommunikation.
Traditionelle Heilung mit Nichts

Das Bild rechts zeigt einen „Schwarzen Stein“ eines traditionellen Spezialisten für Schlangenbisse im Süden Tansanias 1982. Wir riefen ihn bei akuten Bissverletzungen ins Krankenhaus und bewunderten seine Heilerfolge.
Sein „Schwarzer Stein“ wurde aufwendig hergestellt aus Holzkohle und Knochenmehl, unter Beimischung vieler Kräuter und Sänfte, begleitet von Rühren, Schütteln, frommen Segnungen, Anrufungen und Sprüchen. Sein „Original“ unterschied sich deutlich von beliebiger „Importware aus Asien“, auch wenn diese das Gleiche enthalten sollte. Der Schamane erklärte mir, sein Verfahren wirke dann am besten, wenn Betroffene Todesangst empfänden. Manchmal sind aber bei dem Gift der speziellen, giftigen Schlange gewisse Überlebenschancen nicht ausgeschlossen. Werde er dann zu einem panischen Opfer gerufen, beruhige sich die Situation schlagartig, da man wisse, dass nur er den einzigartigen „schwarze Stein“ mitbringe, und nur er damit umzugehen wisse. Das Weitere sei Zutat: ein festes Eindrücken des Steins in die Bisswunde, rituelles Gemurmel, Suggestion, Trance-Auslösung.
Damit beruhigte sich die Atmung, das Herz schlug langsamer, und das Gift verteilte sich nur noch allmählich im Körper. Erste griechischen Ärzte nannten diese Technik: „Den Patienten ablenken, bis die Natur sich selbst hilft“.
Mir erklärt der Schlangen-Heiler, ich sei mit seinem Stein-Geschenk sicher leider nicht in der Lage, ein Schlangenbisses-Opfer zu retten. Denn mit seiner komplexen Herstellungsmethode bin ich nicht vertraut und daher mit dem Geist des Steins auch nicht verbunden. Außerdem glaube ich nicht an seine Wirksamkeit. Beides nehme ein Patient aber (unbewusst) wahr. Deshalb sei das in seinen Händen stark beruhigende, in meinen Händen nichts anderes, als ein Stück wertloser, gehärteter Staub.
Placebologie
Heilsame Systemeffekte können auch durch geschickte Täuschung ausgelöst werden.

Die moderne medizinische Therapie beruht in der Mehrzahl bis heute auf (inhaltsarmen) Resten ursprünglich schamanistischer Handlungen, die man als Placebologie bezeichnen kann:
Lähmende Angst wird verwandelt in Kampfbereitschaft, um das Teuflische zu besiegen. Das ist besonders wirksam, wenn die Bedrohung überhöht wird. Denn dann wird das rettende Ritual umso sehnsüchtiger angenommen. „Bedeutungsvoll“ ausgestattete Expert:innen (weißer Kittel, Stethoskop, Namensschild mit Titel etc.) verkünden (in „sakralen“ Räumen) „heilige“ Wahrheiten wichtiger Publikationen und führen mit „magischen“ Ausstattungs-Gegenständen rituelle Handlungen durch. Ihre komplizierten Tests benennen die Gefahr, die das Leiden verursacht. Sie malen das Bild eines Teufels, den man bekämpfen und austreiben kann.
Durch schmerzhafte Hautverletzungen (Stich, Piecks, Schnitt) oder durch einen bitteren Saft oder mit bunten Pillen lösen sie dann das Bedrohliche in Nichts auf. Falls nicht (oder bei Verschlimmbesserungen) wiederholen sie die Behandlungsrituale und intensivieren sie.
Anwender:innen von „Placebos“ oder Scharlatane, die an Profit denken, wissen meist, dass ihre „Rituale“ von spezifisch wirkenden Inhalten frei sind. Aber sie haben die Kunst gelernt, durch Hokuspokus starke Effekte auszulösen.

Raum und Gestaltung ihrer Behandlung, ihre Sprache, Mimik, Untersuchungen, Körperhaltungen, Gesten u. v. a. können starke psychologische Effekte auslösen, die indirekt immunologisch wirken. Wenn die von ihnen abhängigen Personen, dem, was sie tun, tief vertrauen. Eingriffe, die einen unmittelbaren, spürbaren „Nachteil“ mit sich bringen, sind bei Heil-Ritualen besonders effektiv. Zum Beispiel, wenn sie „eklig-bitter“ schmecken, oder einen „stechenden oder brennenden“ Schmerz auslösen.
Besonders stark wirken Verletzungs-Rituale: Mini-Chirurgie und Chirurgie, Hautritzen, Injektionen mit Spritzen, Akupunktur, Quaddeln, Aderlassen, Schröpfen u.v.a. Das drastisch oder erschreckend Erlebte brennt sich intensiv in der Erinnerung ein.
Die Betroffenen von Placebo-Therapien lernen nichts. Selbst dann nicht, wenn ihre Vertrauens-Illusion oder eine Konditionierung die Symptome ihres Leidens linderten.
Wie erkennt man Betrug?
Wie können Patient:innen Wohlwollen von Abzocken unterscheiden?
Wenn Betrüger schamanische Heilrituale täuschend gut nachäffen. Oder ‚Fake-drugs‘ (siehe Bild) genauso aussehen wie wirksame Medizin?
Placebologen (beiderlei Geschlechts) schwindeln oder täuschen. Sie preisen die Wirkung und die Ungefährlichkeit Ihrer Leistung in den höchsten Tönen an, und wissen genau, um die Risiken und die Nutzlosigkeit des Präparates oder der Rituale.
Während gute Ärzt:innen vermitteln, was sie nicht wissen, verkünden Placebolog:innen, dass es ohne Zweifel keine Alternative gäbe (TINA). Vor deren Anwendung werden Patient:innen zuerst geängstigt, oder mit dem Tod bedroht, bevor man sie durch Suggestion gelockt. Im Tunnel werden sie dann konditioniert, gepikst oder mit bunten Pillen versorgt.
Placebolog:innen trennen ihr eigenes Subjekt klar von dem Objekt ihres Handelns, also von den Menschen, die sie be- oder ausnutzen wollen. Sie behandeln geschickt und manipulierend. Sie lindern Krankheitszeichen, intervenieren und formen therapeutische Beziehungen zu ihrem Vorteil.

Sie erzeugen Angst, um sie dann etwas umso effektvoller wegzaubern zu können. Da sie selbst nicht betroffen sind, können sie höchstens Mitleid empfinden. Dann werfen sie Care-Pakete in ein Loch, in dem ihre verzweifelten Kund:innen ausharren, und auf Rettung warten. Sie leben vom psychischen Elend und sind an Krankheit interessiert. Daher ist ihr Interesse gering, auf die Leitern zu zeigen, die ihren Kund:innen helfen könnten, selbst aus dem Loch zu klettern, in das sie gefallen sind.
Gesundheit, im Sinn von Anpassungsfähigkeit an Belastungen, nutzt ihnen nichts. Das Risiko von falschen Heiler:innen ist relativ gering, solange sie den Prozess des Betruges nur geschickt genug steuern. Sie müssen nur dafür sorgen, dass nicht entlarvt zu werden.
Ihre Kunst besteht darin, so zu erscheinen, als glaubten sie selbst fest an das, was sie tun.
Chirurgische Placebologie
„… Das raffinierteste, schmerzhafteste, teuerste, invasivste und zeitaufwendigste
aller Placebos erreicht den stärksten Effekt“, Harris 2020
Prof. Ian Harris, ein leidenschaftlicher, australischer Chirurg, bezeichnete Chirurgie als das „ultimative Placebo“. Denn: invasive, schmerzhaft-einprägsame, die Haut verletzende „Placebos“ wirkten viel besser als bunte Pillen oder Kügelchen.
Ein „Placebo“, lenkt Patient:innen ab oder führt sie in die Irre. Nicht die leere Pille oder das Ritual wirkt, sondern das starke Gefühl, man könne vertrauen, man werde nicht betrogen, und alles werde wieder gut.
Weil diese Art von Betrug so gut wirkt, „Placebos“ auch von modernen Ärzt:innen gerne angewendet.
Der „Placebo“-Wirkung liegen Konditionierungen und unbewusste Lerneffekte zugrunde. Harris beschreibt, dass diese besonderen Rituale deutlich verstärkt werden können: Denn etwas, das drastisch, schmerzhaft und erschreckend erlebt wird, brennt in der Erinnerung ein.
Seiner Ansicht nach sollten nicht nur bei der Zulassung von Medikamenten, sondern auch in der Chirurgie alle Neuerungen und Verfahren durch in die Zukunft gerichtete, langfristige Studien begleitet werden.
Tatsächlich aber beruhten die meisten chirurgischen Verfahren auf einem wackeligen Drei-Bein:
- Der Vermutung, dass es funktionieren könnte (Biologische Plausibilität)
- Erfolgversprechenden Hinweisen aus Labor- oder Tierversuchen
- Der persönlichen Erfahrung der Chirurg:innen (sogenannte „Eminenz“ based Medicine)
Notwendig sei eine Veränderung der ärztlichen Ethik, sowohl hinsichtlich der Forschung als auch der klinischen Praxis. Gerade in der Chirurgie, wo oft Ärzt:innen nur wenige Male eine Methode ausprobieren, um sie dann regelhaft durchzuführen.
Die Forschung müsse stringent und unabhängig erfolgen. Die ethischen Anforderungen an die klinische Praxis müssten unbedingt erhöht werden, da Kliniker keine Therapie anwenden sollten, die nicht kritisch in ihrer Praxis getestet wurde oder wird.
Das Vorsorgeprinzip („Nicht schaden“) ist vorrangig.
Ein Arzt, der sage, er sei sich nicht sicher, ob eine Operation helfe, und der rate, deshalb auf sie zu verzichten, habe Anerkennung verdient.

Die aber bekommt er nicht, weil er eine empathische, „beziehungsreiche“ Medizin nicht oder kaum honoriert wird. Im Vergleich zu täuschender, betrügerischer „Placebologie“, die oft rasant zu kommerziellen Erfolgen führt.
Unter ethischen Gesichtspunkten ist eine „Placebo“-Chirurgie verwerflich. Aber „nicht operieren und nichts tun“, wie Harris es vorschlägt, bleibt nicht die einzige Handlungsmöglichkeit.
Stattdessen könnten Patient:innen auch unterstützend, psychosomatisch begleitet werden, damit sie selbstständiger werden, ihre Beschwerden akzeptierten, aktiver würden, eigene Heilungskräfte zu mobilisieren und sich in ihrem Leben weiter entwickelten.
Die Ansicht von Harris, dass Chirurgie immer durch „Zufalls-kontrollierte, in die Zukunft gerichtete prospektive Studien“ begleitet werden müsse, ist aber nicht alternativlos. Es wäre ebenso möglich, im Rahmen von Krankenkassen eine chirurgische Neuerung in einer bestimmten Region zuzulassen, und sie mit Patienten einer anderen Region zu vergleichen. (Relton 2010)
Systemwirkungen durch Angst-Auslösung

Zu Beginn der HIV-AIDS-Epidemie in Afrika (Projet SIDA) wurde das „hochwirksame und nebenwirkungsfreie“ Wundermittel „Mobutu-Mubarak-M1″ verkauft (Worldcruch 2014). Die MM1-Spritzen haben vermutlich niemanden geheilt, aber mindestens einen (mir bekannten) Patienten durch einen allergischen Schock zu Tode gebracht. Trotzdem fand das Zeug seine (panischen) Abnehmer.
Botschaften für ein gesundes Leben, sicheres Verhalten und risikoarme Verhältnisse sind schwierig zu vermitteln. Sie interessierten nur wenige. Einfachheitshalber berichten die Medien nur selten über die Zusammenhänge von Krankheit und Gesundheit. Sie bevorzugen technische Lösungen, die man verkaufen kann.
Das sind häufig sogenannte Pseudo-Placebo-Anwendungen. Solche Mittel enthalten zwar sehr wohl „spezifisch“ Werkkomponenten, die aber im Zusammenhang der Anwendung bedeutungslos zu sein scheinen. Typische Pseudoplacebos bei Corona-Erkrankungen waren Medikamente wie Remdesivir oder die frühe Intubation. Beides nutzte nichts, aber es schadete.
Spezifische und systemische Effekte der Angst-Pandemie
Anfang 2020 wurden viele zu Tode erschreckt und verunsichert.
Der Auslösung eines Angstgefühls folgt ein unbändiges Verlangen nach Sicherheit. Steigt die Unsicherheit weiter (besonders durch Tsunamis an Informationen), dann entsteht Stress. In solchen Zuständen können Menschen nicht mehr klar denken.
Bei allen Gefahrensituationen, bei Großbränden, Katastrophen und natürlich auch bei Epidemien wie Cholera, Ebola u. v. a., ist es deshalb als Erstes nötig, für Ruhe zu sorgen. Damit keine Panik entsteht. Das gilt sowohl für große Personengruppen, die sich möglichst rational und vernünftig verhalten sollten. Denn nur dann können sie Zusammenhänge verstehen und denen, die sie führen, auch vertrauen. Und ebenso gilt es für einzelne Patient:innen, die sich vom Tode bedroht fühlen, weil sie z. B. unter Atemnot leiden. Hektik und sofortiges technisches Handeln würden ihren Zustand nur verschlimmern. Beruhigung dagegen (und Kommunikation mit nahen Angehörigen) würden ihre Chancen deutlich verbessern.
Für mich (und viele andere, die einige Epidemien erlebt haben) vollkommen überraschend, wurde bei der Covid-19 nicht beruhigt, sondern Panik vielfach erst ausgelöst. Angesichts unmittelbarer Bedrohung („In neun Tagen sind wir Italien!“) kann man nicht rational denken. Das aber wäre gerade in Gefahr unbedingt nötig gewesen.
Der wesentliche Grund in Notsituationen, Menschen in bleibender Angst zu halten, ist, dass die für die Betroffenen unmittelbar sichtbare Gefahr nur winzig erscheint. Die Führenden aber größere Gefahren wahrnehmen oder andere Ziele verfolgen. So wie ein Bergführer mit Lawinen droht, damit seine Gruppe sich etwas schneller bewegt, weil er vor Anbruch der Dunkelheit gemütlich in der Berghütte sitzen will.
Menschen, die sich nach Gefahr-freier Normalität sehen, handeln eher so, wie sie sollen. Sie hoffen, durch pflichtbewusstes Handeln dabei mitzuhelfen, dass wieder Sicherheit entsteht. Damit dieses Verhalten bleibt, muss Angst immer wieder neu angeregt werden, sonst ebbt sie ab oder wird verdrängt („Hier ist gar keine Lawinengefahr!“)
Bei Covid-19 dienten der Angsterhaltung:
- das rituelle Tragen von Masken im öffentlichen Raum,
- die täglichen Corona-PCR-Test-Ergebnisse,
- die angehäuften Todeszahlen und
- die täglichen, immer wieder aufs Neue erschreckenden Covid-Berichte aus aller Welt.
Masken (außerhalb medizinisch begründeter Anwendung) sind ein typisches Placebo, da eine spezifische Wirkung hinsichtlich der Verhinderung von Virusübertragungen fehlt. Zumal Covid-19 so selten vorkommt, dass keine Studie zur spezifischen Wirkung des Maskentragens bei SARS-CoV-2 durchgeführt werden könnte. Den Träger:innen wird in täuschender Weise vermittelt, Masken seien für ihre Gesundheit nützlich, auch bei Menschen mit eingeschränkter Atemfunktion. Ihr wesentlicher Zweck ist es zu beruhigen („Hinter dem Stoff bin ich sicher!“), und zugleich die Angst sichtbar aufrecht zu halten („Das Virus lauert überall!“). Verwandt wie bei Amuletten, die Steinzeitjäger trugen, um sich die überall herumschwirrenden, unsichtbaren Waldgeister vom Leib zu halten.
Während die Masken Systemeffekte auszulösen, stand bei der Behandlung von Covid-19 Patienten sehr früh der spezifische Effekt einer technischen Intervention im Vordergrund: die rasche Krankenhauseinweisung und Intensiv-Versorgung inklusive einer maschinellen Beatmung. Es zeigte sich dann aber, dass zu frühe Beatmungen von Covid-19-Patient*innen ihre Überlebensschance nicht erhöhen. Auch bestimmte spezifisch wirkende Medikamente (Chloroquin, Cortison, Antibiotika u.v.a.) waren nicht immer günstig, sondern oft nachteilig.
Die optimale Nutzung von Systemwirkungen bei der Behandlung von Covid-19-Patientinnen wurde vernachlässigt. Gerade bei älteren, mehrfach erkrankten und zum Teil dementen Patient*innen im hohen Alter wäre es erforderlich gewesen, für eine gute psychosoziale Betreuung zu sorgen, insbesondere durch nahestehende Menschen und Familienangehörige. Die nicht spezifische Beruhigung des Immunsystems der (durch Covid-19 gefährdeten) Personen hätte die Chancen für eine bessere Funktionstüchtigkeit ihrer Immun-Restfunktion erhöht.
Menschen sterben fast nie an den Viren, sondern meist daran, dass ihr Immunsystem unklug mit ihnen umgeht.
Placebo:
Unnötig, täuschend, gefährlich!

In Deutschland seien gemäß Ärztekammer Placebo-Anwendungen erlaubt, wenn „keine geprüfte wirksame (Pharmako)-Therapie vorhanden“ sei, „es sich um relativ geringe Beschwerden“ handele, „ein ausdrücklicher Wunsch des Patienten nach einer Behandlung“ vorliege, und „eine Aussicht auf Erfolg einer Placebo-Behandlung bei dieser Erkrankung“ bestehe. Davon könnten Patient:innen messbar profitieren (Jütte 2014).
Ein Arzt dürfe „in manchen Fällen auch mit Hokuspokus zaubern …“ Gaßner 2014
Warum klammert sich der Medizinbetrieb weiter an Placebos?
Aus Geschäftsinteressen.
Der Begriff „Placebo“ (also dass ein Nichts und nicht etwa eine Art von Kommunikation wirke) ist nützlich für die Ausweitung des Marktes mit nicht spezifisch wirkenden Substanzen, nicht ausreichend getesteten Medikamenten und Impfungen und Dienstleistungen.
Die Täuschung sei im Interesse der Patient:innen gerechtfertigt. Wenn es helfe und nicht schade. Wie Masken im Alltag oder Impfungen gegen das Omikron-Virus.
Ein anderer Grund sind Placebo-kontrollierte Studien, mit denen neue Pharmaprodukte u. a. hinsichtlich ihrer Nebenwirkungsfreiheit getestet werden. Dann glauben Patient:innen, die das Kleingedruckte hochwissenschaftlicher Publikationen sicher nicht verstehen, dass in den verabreichten Produkten des Placebo-Arms wirklich ‚Nichts‘ gewesen sei. Dass also die Botschaft: „Im Vergleich zu Placebo (also zu ‚Nichts‘) keine erhöhten Nebenwirkungsraten“, bedeute, dass das neu vermarktete Medikament harmlos sei. Das ist ein Trugschluss, denn die Pharmaindustrie forscht intensiv daran, dass etwas aussieht wie nichts, aber die gleichen (Nebenwirkung auslösenden) Zusatzstoffe enthält, wie das Wirkpräparat. Das zu tun, erfordert „Placebo-Competence“. Die hohe Kunst der Täuschung: www.placebo-competence.eu.
Würde man die ausgelösten nicht spezifischen Wirkungen Systemeffekte nennen, wäre das nicht so einfach.
Würde die Ärzteschaft täuschende Placebo-Anwendungen für unethisch erklären, müsste sie sich mehr um die Verbesserung der Qualität der Arzt-Patienten-Kommunikation kümmern. Dazu müssten die Kompetenzen „Zuhören“, „Berühren“ und „Einfühlsam sprechen“ in der Medizinausbildung ernster genommen werden.
Mit anderen Worten: Ärztinnen und Ärzte müssen zu einem neuen Rollenbild finden.
Mehr
Literatur
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