Projektitis

Die griechische Endung -itis bezeichnet eine entzündliche, oft ansteckende Krankheit. Projektitis ist die Krankheit, unnötig und vorschnell in eigendynamische Zusammenhänge zu intervenieren. …

Kings Fund 1999, s. Lit. Pratt

„Projekte“ sind zielorientierte Vorhaben, die innerhalb einer gegebenen Zeit vorzeigbare Resultate erreichen sollen. Sie liefern Produkte, Problemlösungen, Dienstleistungen oder Technologien, die einem Auftrag-Geber Nutzen bringen sollen.

Finanziert werden sie von Krankenkassen, Ministerien, Banken, Unternehmen, Sponsoren u.v.a., die eine bestimmte Summe für einen guten Zweck abfließen lassen wollen. Die Projekt-Durchführenden (die Expert*innen, Ärzt*innen), die sich um diese Mittel in einer Ausschreibung mit Worten bewerben, die die Auftraggeber hören wollen, haben gewisse Eigeninteressen, die sie oft nicht nennen. Die Betroffenen (Patient*innen, Flüchtlinge, Familien, …) hoffen, dass das Projekt ihnen nutzen werde – allerdings befinden sie sich in einer relativ schwächeren Position.

Denn die Projekt-Durchführenden müssen sich so verhalten, dass sich der Aufwand für sie lohnt und der Auftraggeber zufrieden ist: z.B. mit überzeugenden Berichten, Gutachten oder Dingen, die man bildhaft darstellen kann. Ob sich die Lebenssituation der Betroffenen tatsächlich verbessert, und es auch nachhaltige Effekte geben wird, die das Projektende überdauern, ist oft unklar.

Zum vollständigen Artikel inkl. Literatur:

Projektitis

Letzte Aktualisierung: 14.01.2020