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Krieg der Kulturen in Westasien

Zwischen Syrien und dem heutigen Pakistan kreuzen sich die antiken Handelswege Europas, Asiens und Indiens. Seit über 3000 Jahren transportierten dort Karawanen Seide, Schmuck, Gewürze, und Ideen.

Kulturell zählt die Region zu den reichsten und fruchtbarsten der Erde. Hier begann die Zukunft der zivilisierten Menschheit. Wird sie hier auch enden?

Rätselhaftes KI-generiertes, von Donald Trump in den sozialen Medien verbreitetes Bild. Nach Kritik wieder gelöscht. Wenn er der Heiland ist, wer sind dann die Dämonen über ihm?  Foto: Overton-Magazin 13.04.26, Originalpost: @realDonaldTrump

“A whole civilization will die tonight, never to be brought back again. I don’t want that to happen, but it probably will …“ – „Open the fuckin‘ Strait, you crazy bastards, or you’ll be living in Hell — JUST WATCH! Praise be to Allah.” Donald Trump, 04. und 05.04.2026, Zitate: NYT)

„Macht ist nicht dasselbe wie Wirkung. Und ein Krieg, den man begonnen hat, ohne ihn beenden zu können, ist verloren – egal, wie viele Schiffe man entert.“ BZ 2204.2026

Hintergrund

Die Fähigkeit, Kriege zu führen, steckt nicht in unseren Genen. (Meller 2024) Die Anwendung roher Gewalt gegen Menschen ist ein Zeichen von Schwäche. Unsoziales Verhalten entwickelt sich kulturell. Infolge von Indoktrinierung. Oder durch die Brutalität von Konflikten, die zu psychischen Störungen führen. Wer schmerzvoll gelernt zu haben glaubt, dass es notwendig sei, gewaltsam in komplexe Zusammenhänge hineinzuschlagen, erzeugt weiteres Leid.

In Europa hat sich Gewaltanwendung bewährt. Besonders seit dem 16. Jahrhundert. Feudale Eroberungen (Conquista), Kapitalismus, Kolonialismus und Imperialismus wucherten wie Krebsgeschwüre und setzten Metastasen. Gegenüber Raub, Ausbeutung, und Wachstum waren Zusammenhänge, Moral und Beziehungen zweitrangig geworden. Bis heute zählt nur der Gewinn – den Schaden tragen andere.

Worum geht es im Jahr 2026?

Scheinbar um Öl.

Bereits 1953 stürzten englische und amerikanische Geheimdienste den frei gewählten Premierminister Mossadegh. Er hatte versucht, Irans Ölvorkommen zu nationalisieren. Bis 1979 konnte das erfolgreich verhindert werden. Dann stülpten Mullahs dem Kapitalismus ein religiös-nationales Konzept über.

Anders als arabische Scheichs reinvestierten sie ihre Gewinne (Petrodollar) nicht in den USA. Stattdessen behinderten sie (mit ihren Verbündeten im Libanon, Syrien und Jemen) den Einfluss und das Wachstum der USA und Israels.

Könnte es auch darum gehen, dass Rüstungskonzerne (und die mit ihnen verbundenen Profiteure) Kriege benötigen, um ihre rostenden Waffen zu verbrauchen und neue Aufträge zu generieren?

Ganz ähnlich wie es die Gesundheitskonzerne tun, die stets neue und immer mehr Krankheiten bekämpfen, damit der Verkauf ihrer Pillen und Dienstleistungen krisenstabil wächst?

Handelt es sich vielleicht um einen Krieg der Religionen? Um Kämpfe zwischen gewalttätigen Fanatikern, die sich Baptisten, Evangelikale, Calvinisten, Orthodoxe, Katholiken, traditionelle oder moderne Juden, Zionisten, Sunniten, Islamisten, Shi’iten, Alewiten, Alawiten, Jesiden oder Drusen u. v. a. nennen?

Oder bekämpfen sich hier Ethnien, die sich in diesem Schmelztiegel vieler Völker angeblich genetisch unterscheiden sollen?

Oder dienen Begriffe wie Religion, Volk, Ethnie, angestammtes Recht nur in erster Linie der Propaganda? Geht es wirklich um archaische Dogmen, Ideologien, Demokratie, Frauenrechte oder Partei-Ideologien? Oder schlicht um den Raub von Land, Wasser und Bodenschätzen?

Oder um eine Neuordnung der Welt, in der sich ehemalige Partner jetzt als Vasallen dem jeweiligen Imperium bedingungslos unterzuordnen haben?

Warum lernen Kriegstreiber nicht aus vergangenen Niederlagen?

U. v. a. aus AfghanistanIrak 2003–2011Vietnam?

Mechanisch-simple Interventionen in hochkomplexe, lebende Systeme führen immer wieder zu gewaltigen Katastrophen. Obwohl einer der Verantwortlichen kurz vorher den Eindruck vermittelt hatte, er habe verstanden, dass er wenig (bis nichts) begriffen habe:

„Es gibt bekanntes Wissen. Das sind Dinge, von denen wir wissen, dass wir sie kennen. Wir wissen auch, dass es bekannt Unbekanntes gibt. Das heißt, wir wissen, dass es Dinge gibt, die wir nicht wissen. Aber es gibt auch das unbekannt Unbekannte – das sind Dinge, von denen wir nicht wissen, dass wir sie nicht wissen.“ (Donald Rumsfeld 2002)

1976 untersuchte eine Regierungskommission in den USA eine gewaltige Intervention in einen Zusammenhang, der noch nicht verstanden war. Die Ignoranz gegenüber unbekannten Risiken verschlimmerte die Situation. Daraus folgerte man: „Das, was bei der Planung des Programms nötig gewesen wäre, war ein Tag am Tisch, um mit Murphy’s Law ein Brainstorming zu veranstalten: ‚Wenn etwas schiefgehen kann, dann wird es das auch‘, um alle denkbaren Entwicklungsmöglichkeiten, die man sich vorstellen kann, zu diskutieren. Das hätte es getan. Es hätte sicherlich eine Menge der Dinge aufgefangen, die schiefgelaufen sind – schließlich war es gar nicht so schwer, an sie zu denken.“ (Jacoby MG: The Swine Flu Affair Decision-Making on a Slippery Disease BMJ 2005;331:1276)

Der Mathematiker und Börsenmakler Nicolas Taleb beschrieb in seinem Buch vom „Schwarzen Schwan“, den Irrglauben, dass jahrhundertelange desgleichen die Zukunft immer eindeutig festlegt. Bis dann, vollkommen ungeahnt, etwas auftaucht, was nicht sein kann, und dann ein ganzes Weltbild zusammenbricht.

All das ist bekannt, warum verhalten sich dann die Mächtigen doch wie in einem Wahn? Weil sie mit dem Rücken zur Wand stehen?

Brutale Intervention in komplexe Zusammenhänge

Kriegslogik ist zielorientiert: einfach, schnell, definitiv, nachhaltig. Kollateralschäden spielen keine Rolle. Das, was getan werden muss, ist alternativlos. (TINA-Prinzip). Was kommt dabei heraus?

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William Brydon, der einzige Überlebende der ‚Bengalischen Armee‘ 1839, gemalt von Elizabeth Thompson, Titel: Remnants of an Army

„Enthauptung und Regimechange.“?
Durch: Ermordung der Führung von Politik, Wissenschaft, Militär. Ergebnis: Die überlebende Führungsriege erwies sich als noch kompromissloser.

„Massenaufstände auslösen.“?
Durch Zermürbung durch Verschlechterung der Lebensgrundlagen (u. a. Ökozid, Infrastruktur, Kultur) Ergebnis: kein Aufstand.

„Verbündete des Irans vernichten.“? Durch massiven Waffeneinsatz.
Ergebnis: Steigerung der Wut (und des potenziellen Terrorismus) bei allen Schi’iten. Ihnen gilt seit dem 28.02.2026 Ali Chamenei als Märtyrer.

„Islamische Atombombe in der Nähe von Israel verhindern.“? Durch maximale Bombadierungen.
Ergebnis: Iran wird weiterhin versichern, keine Atomwaffen entwickeln zu wollen. Aber die Atommacht Pakistan wird Kampfflugzeuge in Saudi-Arabien stationieren. Ist die Welt jetzt sicherer?

„Freie Handelswege sichern.“? Die Straße von Hormus war vor dem Krieg frei befahrbar.
Durch den Krieg wurde sie geschlossen.

„China schwächen.“?
Ergebnis: China verhandelt ruhig und unaufgeregt im Hintergrund ohne Kriegsverluste. Im Go-Spiel befände sich China auf der Geeinnerstrasse.

„Midterm-Wahlen im November gewinnen“? Durch mehr Geld für alle und christliche Werte!
Ergebnis: Beides verliert rasant an Überzeugungskraft. Die Kosten des Abenteuers steigen ins Unermessliche (https://irancost.com). Gläubige, die der Moral ihrer Religion vertrauen, wenden sich ab. (Guardian 17.4.2026BZ 18.04.26). In seiner eigenen Bewegung wird der Möchte-gern-Imperator als irreligiös bezeichnet, also als das Gegenteil dessen, wofür ihn gläubige Christen gewählt zu haben glauben. (TCN 16.04.2026)

„Imperium statt Gemeinschaft.“? Durch den Zwang der ehemaligen Partner zur Unterwerfung: Beispiel: NATO-Chef und sein ‚Daddy‘ Trump (Welt 11.04.2026, BZ 20.04.2026). Ergebnis: Der ‚Werte-Westen‘, dessen Tod 2025 von Emmanuel Todd vorhergesagt wurde, liegt auf der Intensivstation.

Manchmal sehen Menschen ihr nacktes Überleben als Sieg an, und glauben, nichts mehr zu verlieren zu haben. Diese Verzweiflung kann sich als mächtiger erweisen als Waffen. Möglicherweise hat das der selbst ernannte Heiland, der droht, eine „ganze Zivilisation“ auszulöschen, erkannt. (AJ 07.04.2026).

Weiß er, was er meint, wenn er die Schiiten mit ihrer endgültigen Vernichtung bedroht?

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Letzte Aktualisierung: 22.04.2026