Skifahren macht glücklich.
Manchmal. Wintersport kann Menschen als Ganzes trainieren. In fließender, schonender Bewegung voller Lebensenergie. (Horst Tiwald: Budo-Ski, 1984). Andere erleiden schwere akute Verletzungen und chronische Folgeschäden. Rennläufer:innen, die an Leistungssucht erkrankt sind, setzen sich hohen Risiken aus. (Tarka, 2019, Monsonís 2024)

Besonders gefährdet sind jugendliche Sportler:innen, die auf Hochleistung gequält werden. Und dann suchtkrank werden, durch
- extreme Leistungskicks, die den Körper schwallartig mit Hormonen überschwemmen (Dopamin, Kortison, Adrenalin, Endorphin)
- den jeweiligen Medikamenten-Mix, ohne den sie keine Hochleistungen erbringen könnten.
Bei Hochleistungssportler:innen leiden (neben der Psyche) besonders Knie, Hüften und Wirbelsäule. Auch Kopfverletzungen sind nicht selten. Die Unfallraten beim Wintersport nehmen zu, da die Anlagen auf immer höhere Geschwindigkeiten ausgelegt werden. Chronische Folgen von Gelenküberlastungen sind dann Entzündungen, Funktionseinschränkungen und beschleunigte Alterungsprozesse in den Bewegungsorganen.
Eine der Betroffenen war die „Ausnahmesportlerin“ Lindsey Vonn (Bild).
Am 05.02. „.. setzte sie alles auf einen Karte … Mein Bein muss nur noch ein Rennen lang funktionieren.“ (Zitate: RKZ/dpa)
Vor ihrem „letzten“ Rennen war ein Kreuzband gerissen, aber

- „Kreuzbandriss ist nicht gleich Kreuzbandriss …“
- „Im Kampf um Olympiagold ist US-Ski-Ikone Lindsay Vonn kein Risiko zu groß.“
- „Mit ihrem Start lässt sich Lindsay auf ein Glücksspiel ein, in dem sie alles auf eine Karte setzt“, kommentierte DSV-Mannschaftsarzt Dr. Manuel Kühne. „Das kann gut gehen … aber sie nimmt auch ein hohes Risiko in Kauf … Wenn ihr Knie der Belastung nicht standhält, dann drohen schwere Folgeverletzungen.“
Der zitierte Orthopäde operiere (laut dpa) in München „jedes Jahr mehrere als 100 Kreuzbandoperationen“.
Offensichtlich verdient er an solchem Irrsinn und schwatzt dummes Zeug:
„Lindsay hat offensichtlich eine Rissform erlitten, die nur ein vergleichsweise geringes Gelenkstrauma verursacht hat. Man kann sich das vorstellen, wie bei einem gerissenen Seil, dessen äußere Hülle noch einigermaßen intakt ist. Zudem ist sie psychisch stark genug, um eine Abfahrt mit Schmerzen durchzustehen.“
Am Renntag erwies sich Lindsay Vonn als todesverachtende Krieger:in, die gegen sich selbst kämpft. Es war die letzte Abfahrt ihrer Karriere. Danach drohte ihr eine Amputation des bisher gesunden und jetzt völlig zertrümmerten Beines. Aber immerhin hatte das verletzte Kreuzband erstaunlicherweise noch einmal gehalten. Sie sei „ihren Ärzten sehr dankbar“ und gab sich kämpferisch: „Wir müssen die Schläge so nehmen, wie sie kommen. Dieser hat mich echt umgehauen. Aber ich bin wie Rocky. Ich stehe einfach immer wieder auf.“
Die Presse ist begeistert: eine Heldin!
Ein echtes Vorbild. Wie man es in allen Kriegen benötigt. Persönlichkeiten, die sich lebensverachtend aufopfern, begeistern für den Wahnsinn. An dem dann wenige verdienen.