Vagus: Ruhe und Energie

Einfache Tiere wie Würmer reagieren auf äußere Reize unmittelbar reflexhaft. Schildkröten können sich tot-stellen und Reptilien greifen aktiv an, oder sie fliehen.

Säugetiere sind darüber hinaus in der Lage, die schnellen, aber primitiven Reaktionsformen zu beruhigen und entspannt mit Artgenossen zu kommunizieren, zu spielen oder gemeinsam zu handeln.

Dazu müssen drei, relativ selbständige Körpersysteme optimal miteinander koordiniert werden:

  • Der Darm mit dem darin befindlichen Mikrobiom, und die mit ihm eng verwoben inneren Organe, wie das Immunsystem.
  • Die Bewegungsfunktionen, an denen Knochen, Muskeln, Haut, Nervenzellen und Faszien beteiligt sind.
  • Herz und Lunge, die die anderen Bereich mit Energie und Nahrung versorgen.

Die Abstimmung dieser Körperanteile erfolgt in einem Tages-Rhythmus aus Aktivität und Ruhe. Sind Darm oder Immunsystem tätig, sollte die Bewegungsfunktion ruhen. Wird dagegen gespielt, gearbeitet, geflohen oder gekämpft, muss viel viele Energie und Zucker bereitgestellt werden, während die Tätigkeit der inneren Organe drastisch vermindert wird.

Grundlegende Kommunikations-Programme: Reflexe, Erstarren, Widerstehen-Angreifen-Fliehen und in Sicherheit sozial kommunizieren. Der hintere Anteil des Vagusnerven Motor-Nucleus (DNM) vermittelt bei der Geburt die Tauchreaktion („nicht zappeln!“). Nach der Geburt reift er allmählich aus zu einem wichtigen Rhythmusgeber des Immunsystems. Er hat ferner große Bedeutung für die Entwicklung der Funktionen der Beckenorgane. Der vordere Kern des Vagus (Nucleuus ambiguus) gehört zu einer Nervengruppe, die beim Übergang von Fischen zu Landtieren „arbeitslos“ wurden: die Kiemenbogennerven. Sie dienen bei Säugetieren der Ermöglichung und Ausgestaltung sozialer Kommunikation. Graphik Jäger 2020

Beruhigung: Voraussetzung sozialer Kommunikation und stabiler Immunfunktion

Das Fundament für für beruhigte Körperfunktionen ist eine innige Beziehung zwischen Mutter und Kind. Das Stammhirn-System des Neugeborenen ist zunächst noch sehr instabil. Auf das Kind einwirkender Stress stört die Ausreifung der nötigen Nervenprogramme. Für eine gesunde Entwicklung ist deshalb ist eine störungsfreie Bindung zwischen Mutter und Kind essenziell.

Chronischen Stress kann die Ausreifung der beruhigender Funktion behindern, und die Entwicklung der normalen Damflora stören, und so die Entstehung einer Vielzahl von Erkrankungen begünstigen.

Daher sind, für die gesunde Entwicklung von Kindern ist daher (neben der Erfüllung der Grundbedürfnisse) vor allem Sicherheit, Bewegungsfreiheit, Bindung und ruhige zwischenmenschliche Beziehungen erforderlich.

Vollständiger Artikel, Hintergrund, Literatur

Vagus: Der Beruhigungs-Nerv

Skript

Atem & Atem-Übung

Letzte Aktualisierung: 03.11.2020