Wer heilt hat Recht

Selbst wenn die Evidenz für die Wirkung des zugrundeliegenden Prinzips gering zu sein scheint.

Denn es gibt viele Patient*innen, die gesunden, wenn sie „esoterische“ Methoden“ nutzen. Deshalb erfreut sich diese Art des Heilens auch einer bleiben großen, oder besser wachsenden Nachfrage:

Im Vatikan diskutierten Anfang 2020 Vertreter der christlichen, islamischen und jüdischen Religionen über die Ethik geistlich-begleiteten Heilens (Sokol 2020), die Bundesärztekammer hält die Anwendung täuschender Medikamente weiterhin für ethisch gerechtfertigt (Jütte 2010, 2019), Ärzte erkennen die Wirksamkeit von „Geist-Heilungen“ (Gopichandran 2015), die Pharmaindustrie forscht an der Optimierung der Placebo-Wirkungen (www.placebo-competence.eu) und schließlich beschäftigt sich noch eine wissenschaftliche Zeitschrift mit diesem Thema:

Das „Journal of Religion and Health“ untersucht die zeitgenössischen Formen des religiösen und spirituellen Denkens mit besonderem Schwerpunkt auf ihrer Bedeutung für die aktuelle medizinische und psychologische Forschung.

Wer sich mit diesem Teil des Gesundheitsmarktes beschäftigen will, steht vor einem wuseligen „Geschwurbel“ unklarer, sich überlappender Begriffe, die Nebelschwaden ausdünsten. Wer sich mit diesem Teil des Gesundheitsmarktes beschäftigen will, steht vor einem wuseligen „Geschwurbel“ unklarer, sich überlappender Begriffe, die Nebelschwaden ausdünsten. Wenn z.B. eine Herangehensweise an ein Problem als „ganzheitlich“ angepriesen wird – weiß dann irgendjemand, was „eigentlich“ damit gemeint sein könnte? Ein „Ganzes“ wäre klar: Ein aus einem größeren Zusammenhang herausgegriffener und definierter Teil. Was aber könnte „…heitlich“ oder „… heitlichkeit“ bedeuten?

Und überhaupt: Gibt es „Schul- und Alternativ-Medizin?“ überhaupt als klar getrennte Bereiche des Medizinmarktes, oder sollte man nicht besser nur von „guter und schlechter Medizin“ sprechen? (s.u.)

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Die Qualität der Kommunikation zwischen Ärzt*innen und Patient*innen muss sich deutlich verbessern. Und zwar transparent und offen, denn

  • Täuschung und Hokuspokus wären für die Erfolge esoterischer Heilverfahren (eigentlich) nicht nötig, und
  • wer lernen will, um sich und sein Umfeld sinnvoll zu verändern, muss mehr fragen und weniger glauben.

Zum vollständigen Artikel inkl. Literatur:

Esoterisches Heilen

Xiushen Tu. Ein daoistische Zeichnung des menschlichen Körpers aus der Sicht innerer Alchemie und Kosmologie. Möglicherweise aus dem 10. Jhh., erhaltene Kopie aus dem 19. Jhh. Die Begriffe sind so vielgestaltig und mehrdeutig, dass es nur Exper*innen sie lesen können. Folglich werden sie von vielen anders interpretiert und geglaubt. Es gibt viel Sekten, Meister und Wahrheiten, und die „wirklichen Großmeister“, sind die, die eine höchste
Hierarchiestufe erreicht, und eine große Anhängerschaft um sich versammelt haben.
Dt.-Engl.-Text (ohne Garantie für Qualität des Inhaltes) Foto: Jäger 2020
Letzte Aktualisierung: 28.01.2020