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7. September 2021

Wir stecken in der Klemme

„Die Herausforderungen, zur Verhinderung einer „grässlichen Zukunft“, werden unterschätzt: Das Ausmaß der Bedrohung für die Biosphäre und all ihre Lebensform – einschließlich der Menschheit – ist so groß, dass es selbst für die am besten informierten Expert:innen schwierig zu verstehen ist – die Umweltzerstörung ist unendlich gefährlicher für die Zivilisation als Trumpismus oder Covid-19″ Sinngemäß übersetzt aus: „Underestimating the Challenges of Avoiding a Ghastly Future“ Bradshaw Front. Conserv. Sci., 13.01.2021.

Retten uns die Elektroautos der IAA, die Solarzellen und die Windmühlen?

Angela „Merkel schwärmt bei der IAA“ (Merkur 07.09.2021): von Elektroautos natürlich.

Im Bundestag verlangt Annalena Baebock dafür „Solarzellen auf jedem Dach.“ (RP 07.09.2021) Und Olaf Scholz, der Lieblingskandidat der Finanzwirtschaft, wird sicher noch einmal für den notwendigen „Wumms“ sorgen. Auch FDP, Linke und AFD stehen für „nachhaltiges Wachstum“. Gestritten wird hauptsächlich über die Art der Verteilung künftiger Gewinne aus der „krisensicher“ Wachstums-Wirtschaft, und über den Schutz vor anderen, die an unsere Töpfe drängen könnten.

Halbseitige Anzeige zur IAA in der FAZ (04.09.2021)
Für ein gutes Gewissen! (kombiniert mit Luxus, Status, und Protzsucht)

Charlie Hebdo 18.08.2021: „Bald entsteht hier eine Fabrik für elektische Autos“. Alles super ökologisch: „Kette und Motor aus recyceltem Material … Pflänzchen, um dem Fahrer etwas Frische zu bieten … Getrennte Entsorgung von Zigarettenkippen und Abfall … Windmühlchen, um das Smartphone des Fahrers aufzuladen.“

Merkur 07.09.2021: „Elon Musk kann sich bedanken: Tesla bekommt über eine Milliarde Euro für Grünheide.“

Reezo rund „ums Klima“ 06.09.2021

Die Biosphäre wird dynamisch zerstört.

Das Klima heizt sich auf. Meere, Böden und Trinkwaser verdrecken. (Bradshaw, 2021)

Der Raum für alle Lebensformen der Erde (uns eingeschlossen) wird enger. Einige diskutieren bereits über ein „Ende der Evolution“ – wie wir sie kennen. (Glaubrecht 2020, Jorion 2018, 2020)

Scan: „Actuel Novapress“ No. 137 (25), Ron Cobb 1937-2020, cartoon: 1968
Die Bedrohung der Biospäre wird seit einem halben Jahrhundert diskutiert. Konsequenzen? Fehlanzeige!

Die globale Krise des Wirtschaftssystems

Seit 2008 blähen sich immer größere Finanzblasen auf. Die Bilanzen der EZB (Europäische Zentralbank) und der FED (Federal Rexerve System) der USA) sind voll von Risikopapieren (Derivaten), nicht marktgängigen (derzeit unverkäuflichen) Staatsanleihen und Kreditaufnahmen.

“Within our mandate, the ECB is ready to do whatever it takes to preserve the euro. And believe me, it will be enough.” EZB Präsident Maria Draghi, 26. Juli 2012

Draghi irrte. Es reichte nicht.

  • Ab Früh-Herbst 2019 blähten sich die Bilanzsummen der EZB und der FED in einer bisher ungeahnten Geschwindigkeit auf.
  • Ab Februar 2020 beschleunigte sich die weitere Ausdehnung durch die diverse finanzielle „Corona“-Rettungsprogramme.

Bild: Links Staatsanleihen der EZB (Quelle: www.ecb.europa.eu/pub/annual/balance/html/index.en.html), und rechts der FED (USA) 2008-2021. Bild: www.federalreserve.gov/monetarypolicy/bst_recenttrends.htm (Total Assets – Gesamt-Aktiva am 31.08.2021: 8 347 173 000 000 000 US$)

Die Finanzkrise sorgt für eine Marktbereinigung

Wie in der Evolution eröffnen sich Lücken für einige Großunternehmen (in Deutschland u.a. Lidl, Aldi, SAP, ..), in die sie jetzt wuchern. Andere sterben ab, spätestens dann, wenn sie nicht mehr staatlich gestützt werden. (Schick 2021)

Sollten die Finanz-Blasen platzen, werden einige Gesellschaften und Staaten instabil werden. Denn viele leiden zusätzlich an einem gesellschaftlichen Spaltpilz: Die Reichen werden immer reicher, und die Armen ärmer (Tagesschau 22.10.20, Davis 0805.2021) Nicht nur die Armen slebst werden dabei kränker, sondern ebenso die Gesellschaften, in denen sie leben (Richard Williams Vortrag 2011)

Strategien, die im Bundestagswahlkampf propagiert werden, um überkommene Wirtschaftssysteme nach einer „Bereinigung der Märkte“ in einem „Neuen Normal“ durch neues „nachhaltiges“ Wachstums zu stabilisieren, werden die Umwelt mit großer Sicherheit weiter zerstören.

Die weitere Verknappung der natürlicher Ressourcen wird allerdings, ebenso wie die dadurch ausgelösten sozialen Verwerfungen, die Möglichkeiten zur weiteren Profitmaximierung langfristig begrenzen.

Angesichts innerer Verfallserscheinungen werden immer wieder Kriege ausgerufen werden, gegen Feinde, die sich gerade anbieten. Das führt dann zwar zu einem vorübergehenden Aufschwung einer Kriegswirtschaft, die wirksame Munition produziert („gegen was auch immer“). Aber auch solche Blasen kollabieren erfahrungsgemäß, wenn das Limit der Ausdehnung erreicht wird. Entschlossene Rufe, wie „Wir sind im Krieg!“, sind daher immer auch ein Ausdruck von Hilflosigkeit.

… Momentan beruhigen sich alle damit, dass der Impfstoff uns alle alsbald retten könnte. Bezogen auf das Finanzsystem ist das jedoch nur die nächste Illussion. Denn ohne fundamentale Änderungen steht hier nur eines fest: Die nächste Finanzkrise kommt bestimmt.“ Schick 2021

Ein Problem kann man bekämpfen.

Viele Problemen muss man managen.

Zu vollständigen Artikeln und Literatur

Krisen-Philosophie

Syndemie

Letzte Aktualisierung: 07.09.2021