Kontextwechsel

Im Prinzip ein vertrautes Schachspiel, nur etwas fremd. Bild Jäger

Menschen, die aus ihrer eigenen in eine fremde Kultur reisen, haben oft eine positive Erwartungshaltung, die je nach Temperament mit Ängsten vermischt ist. Sie wollen das Ziel erreichen, mit dem sie positive Zukunftserwartungen verknüpfen. Und sind dafür manchmal zu großen Opfern und leistungen fähig.

Im Glück der Ankunft scheint alles anfangs neu, exotisch, interessant, oft aber auch be-drohlich zu sein. Über diese Phase des bewußten Fremdseins mit euphorischen und ängstlichen Stimmungs-schwankungen kommen die meisten Touristen nicht hinaus, da sie bald wieder abreisen werden. Erst im Rahmen eines längerfristi-gen Einlebens in die tägliche Routine werden zahlreiche enttäuschende und frustrierende Er-fahrungen im Beruf und im Alltagsleben erlebt, die zu negativen Gefühlsschwankungen führen. Die ”interessanten und bunten Fremden” und ihre kulturspezifischen Lebens- und Umgangs-formen beginnen langsamzu nerven.

Eine persönliche, interkulturelle und manchmal berufliche Überforderung ist, zeigt sich unterschiedlich stark ausgeprägt. Diese Krisenphase ist ein notwendiges Durchgangsstadium eines Lernprozesses und spielt sich meist in den ersten Monaten im neuen Lebensumfed ab. Die Ausgestaltung der Krise variiert je nach Person oder Situation. Sie hängt u.v.a. ab von der vorhandenen oder fehlenden Partnerschaft, der bisherigen Auslandserfahrung, der Lage des Ortes und den Unterbringungs-möglichkeiten etc.

Manchmal scheint diese Phase zu fehlen, wenn z.B. in einer Siedlung die Möglichkeit besteht, sich in ein „Getto“ zu flüchten.

Das Phänomen Kontextwechsel (oder auch “Kulturschock” genannt) ist gut untersucht:

Kurzgeschichten zum Kontextwechsel:

Jäger H, Hampel D: Kontextwechsel, DÜ-Skript 1998 (pdf)

Typische Phasen der emotionalen Achterbahn. Graphik Jäger
Letzte Aktualisierung: 15.06.2019