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8. Mai 2024

Leih-Mutter-Schutz

Inhalt

  • Zusammenfassung
  • Hintergrund und Zusammenhänge
  • Menschliches Leben
  • Neue technische Möglichkeiten
  • Literatur & Links

Zusammenfassung

Die UN-Weltbevölkerungsorganisation (UNFPA) beklagt in ihrem Report „Sexual and Reproductive Health 2024“ die „Gefahr des Rückschrittes nach 30 Jahren des Fortschritts“ und fordert (weiter) für „die Emanzipation unserer Körper zu kämpfen“.

Was aber ein menschlicher Körper sei, entscheiden juristische, religiöse, ideologische, politische und kommerzielle Instanzen. (CNN 20.02.204) Weltweit wird die körperliche Selbstbestimmung eingeschränkt. Individuelle Menschenrechte (z.B. die von Kindern) werden höherrangigen (‚gesellschaftlichen‘) Interessen untergeordnet. Frauen dürfen nur begrenzt über sich bestimmen, wenn andere in ihnen eine zweite Rechtsperson konstruieren.

Legalisierung der ‚Leih-Schwanger-‚ oder ‚Leih-Mutterschaft‘?

Hélène Delforge, Quentin Gréban: Mama. Ars edition, München 2019, ISBN 978-3-8458-2992-0

In Deutschland befasste sich eine Arbeitsgruppe der Kommission zur reproduktiven Gesundheit und Fortpflanzungsmedizin des Bundesgesundheitsministeriums mit den Möglichkeiten der Legalisierung der „Leihmutterschaft“ (Bericht vom 14.04.2024). Dabei wurden die Rechte des Fetus (‚des ungeborenen Kindes‘) und die der ‚Wunscheltern‘ gegenüber denen der Frau abgewogen. Es handele sich bei Leihmutterschaft „nicht um eine reproduktive Arbeit oder körperliche Dienstleistung“, analog zu dem Begriff „Sexarbeit“. Vielmehr übernehme die Leihmutter „… für die Zeit der Schwangerschaft, die Verantwortung für sich und das ungeborene Kind“ (Seite 442) Damit wird ein Mensch konstruiert, der in sich einen anderen Menschen tragen kann, und der für diesen (Untermieter, der anderen gehört) vorübergehend sorgt. Diese (der Biologie widersprechende) Definition ist für die Argumentationen der Kommissionsmitglieder zentral. Sie wird in den weiteren Abschnitten des Textes nicht weiter hinterfragt.

Zitat: „Die Grenze zur Instrumentalisierung der Leihmutter wäre auch dann überschritten, wenn relevante Risiken (d.h. signifikant höhere und wahrscheinlichere als bei einer normalen unkomplizierten Schwangerschaft) für die Frau billigend in Kauf genommen werden würden. Die Gefahr des Kinderhandels muss so weit wie möglich unterbunden werden. Ferner hat das Kind einen Anspruch auf klare und eindeutige Zuordnung zu seinen sorgeberechtigten Eltern sowie auf Kenntnis seiner Herkunft. Risiken der Leihmutterschaft für das Kind, die über die einer unauffälligen Schwangerschaft hinausgehen, müssen minimiert werden.“

Formulierungen wie diese widersprechen dem naturwissenschaftlichen Wissen über die Zusammenhänge der Entstehung menschlichen Lebens. Denn Schwangerschaften bei einer sogenannten „Leihmutter“ sind zwangsläufig mit höheren Risiken verbunden.

Denn diese Frauen müssen (bereits vor der Schwangerschaft) vielfach untersucht und mit Hormonen behandelt werden. Vertraglich treten sie (je nach Reproduktionsunternehmen) die Autonomie über ihren Körper und über den Verlauf und die Art ihrer Schwangerschaft ab. Während der Schwangerschaft werden sie intensiver medizinisch begleitet, behandelt und kontrolliert. Damit erhöht sich das Risiko der Pathologisierung der Schwangerschaft, die dann meist mit einem Kaiserschnitt endet. Also mit einem Eingriff, der mit deutlich höheren Risiken verbunden ist als eine normale Geburt.

Das Grundrecht selbstbestimmt über den Verlauf Ihrer Schwangerschaft und der Mutterschaft zu bestimmen (Unversehrtheit) wird durch die Vertrags-Konstruktionen bei von „Leih- oder Miet-“-Schwangerschaften drastisch einschränkt.

Factsheet Reproduktions-technologien (aufgerufen am 06.02.23): Heinich Böll Stiftung, Gunda Werner Institut

Ferner wird das Bonding der Frau nach der Geburt verhindert. Diese psychisch-hormonell-körperliche Umstellung auf eine neue Lebensphase ist nicht nur für das Kind, sondern auch für die Mutter traumatisierend. Wird der Bindungsprozess verhindert, werden zudem die Kinderrechte in erheblichem Maße verletzt. Denn der Vererbungsprozess ist mit der Geburt nicht abgeschlossen, sondern verläuft mit der psychologischen und biologischen Prägung von Hirn, Mikrobiom, Darm und Immunsystem weiter. 

Es ist irreführend, im Zusammenhang von „Leih“-Schwangerschaft von „Altruismus“ zu sprechen. Der Begriff soll ein prosoziales Verhalten andeuten, das anderen Personen oder der Gemeinschaft nutzt. Eine Art von Großzügigkeit, die kurzfristig nicht bezahlt wird, und nur das Ansehen steigert. „Leih“-Schwangere haben aber erhöhte Lebenshaltungskosten. Sie können weder beruflich noch ‚ehrenamtlich‘ tätig sein. Vertraglich treten sie die Autonomie über ihren Körper ab, ebenso wie über den Verlauf und die Art ihrer Schwangerschaft. In einigen Ländern erhalten sie dafür von den Leihmutter-Unternehmen nicht mehr als das zu ihrer Existenzsicherung Nötige. Die Verwendung des Begriffes „Altruismus“ dient dann der Verschleierung sklavenähnlicher Verhältnisse.

Schwangere, Mütter, Neugeborene sind besonders verletzlich. Es ist eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe, sie zu schützen. Das gilt auch (und besonders) für Frauen, die ihren Körper für andere zur Verfügung stellen. Denn sie gehen Risiken ein, die ihre psychische und körperlich Gesundheit stärker gefährden, als in einer normalen Schwangerschaft. Und es gilt natürlich auch für Neugeborene, bei denen sich Störungen der verletzlichen Entwicklungsphase nach der Geburt lebenslang auswirken kann. (Web-Site von Betroffenen).

Eine schwangere Frau ist ein biologisch ungetrenntes Ganzes.

Das Verhalten der schwangeren Frau und der jungen Mutter wirkt sich intensiv und lebenslang auf das Ungeborene aus. Das betrifft Ernährung, Medikamente-Einnahme, Suchtmittel-Gebrauch, Schlaf-Verhalten, Umgang mit Belastungen u.v.a. während der Schwangerschaft. Besonders Stressbelastung der Frau kann sich störend auf die Entwicklung des Fetus und des späteren Kindes auswirken. Das heutige Nichtwissen zu diesen Zusammenhängen ist grenzenlos.

Nach der Geburt baut die Mutter des Kindes eine intensive Bindung auf, die ihre und die Psyche des Kindes prägt. Das Kind hat deshalb nach der Geburt das Recht (in dieser für das spätere Leben essenziellen Lebensphase) optimal versorgt zu sein (Bonding).

Der Prozess der Bindung zwischen Mutter und Kind (als Einheit in der Schwangerschaft und nach der Geburt als Symbiose) erschließt sich nicht allein aus der wachsenden Menge experimentell-gewonnener, naturwissenschaftlicher Informationen. Das Aufkeimen der menschlichen Psyche und der Körperlichkeit berühren grundsätzliche, ethische, philosophische, religiöse Fragen nach dem Wesen menschlicher Existenz und Zukunft.

Katja Ekis Ekman: „Kinder kaufen“, LeMondeDiplo, Mai 2023. Mehr: Ware Frau (Orlanda Verlag 2016). „All surrogacy is exploitation – the world should follow Sweden’s ban“ Guardian 2016″. Im Vortrag verwies sie auf eine Kraft, die das Geschäft treibt: Das Prinzip „Geld-Ware-Mehr Geld“

Geltendes Recht

Kein Teil einer Frau kann einem Dritten, einem Unternehmen oder einer Gesellschaft gehören. Verträge, die eine Frau zum Verzicht auf ihre Entscheidungsgewalt über sich selbst zwingen, können nicht bindend sein. Da eine Frau eine Einheit bildet, kann nur sie bestimmen, was mit Anteilen ihres Körpers geschieht. Das gilt auch dann, wenn sie schwanger ist. Für sie gilt das Grundrecht auf Unversehrtheit als Ganzes. Nur sie kann (nach einem Recht, das sich auf naturwissenschaftliche Gegebenheiten gründet) entscheiden, wie ihre Schwangerschaft verlaufen soll, oder ob sie beendet wird. Deshalb sollte der Strafrechtsparagraf (§ 218 StGB) ersatzlos entfallen (entsprechend der Kommissionsempfehlung).

Die Art, wie eine Frau schwanger geworden ist, ist für ihr Selbstbestimmungsrecht unerheblich. Vor einer Schwangerschaft abgeschlossene Verträge zur Adoption sind nach geltendem deutschem Recht nicht bindend. Ein Kind gilt erst in Deutschland als Rechtsperson ab „Blasensprung und Wehentätigkeit“. Erst nach seiner Geburt kann eine Mutter ihr Kind zur Adoption freigeben oder (nach reiflicher Überlegung) auch nicht.

Sie darf dann im Verlauf von sechs Wochen ihre Entscheidung rückgängig machen. Die Adoption wird erst zwölf Monate nach Geburt rechtsgültig. Im Rahmen des bestehenden Rechts wäre es auch möglich, dass ein Paar einer Frau, die schwanger werden will, einen Embryo „schenkt“. Die empfangende Frau wäre dann die (alleinige) Mutter, mit allen rechtlichen Konsequenzen.

Kritik am Kommissionsbericht:

  • Naturwissenschaftlich betrachtet gibt es jeweils nur eine vollständige menschliche Person. Die Vorstellung, dass man einen Teil eines Menschen verleihen könne, ist eine psychologische (religiöse, ideologische, kommerzielle) Konstruktion.
  • Kinder- und Menschenhandel widersprechen Grundrechten, und gelten weltweit als illegal. Nach Ansicht der Kommission müsse beides aber nur „so weit wie möglich“ unterbunden werden. Grenzüberschreitende „Leih-Mutter-Verträge“ mit Ländern, die die Selbstbestimmung der Frauen über ihre Schwangerschaft weder achten noch ihnen eine in Deutschland vergleichbare Rechtssicherheit bieten können, widersprechen deutschem Recht. Die Instrumentalisierung von Frauen und Menschenhandel dürfen nicht durch Aufweichungen der aktuellen Gesetzeslage toleriert werden.
  • Die Kommission hat versäumt, Empfehlungen auszusprechen, wie die Gesundheit und die Rechte von schwangeren Frauen und von Neugeborenen im Rahmen der Praktiken kommerzieller „Leih“-Schwangerschaften geschützt werden können. Die Haftung für unerwünschte Ereignisse und lang wirkende, psychische oder somatische Krankheiten nach Eingriffen, die nicht notwendig waren, ist eindeutig zu klären und zu dokumentieren. Die Anbieter medizintechnischer Leistungen müssen umfassend versichert sein.
  • Unversehrtheit, Schutz und Rechtssicherheit einer schwangeren Frau haben (unabhängig von der Art der Zeugung) einen höheren Stellenwert als die Interessen Dritter (z.B. der „Wunscheltern“ oder der am Prozess der Leih-Mutterschaft beteiligten Unternehmen, Ärzt:innen, Manager usw.). Die reproduktiven Rechte von „Wunsch-Eltern“ und „Leih-Schwangerschafts-Unternehmen“ hätten dem Mutter- und dem Kinderschutz eindeutig nachgeordnet werden müssen.
  • Im Kommissionsbericht die Forderung, das Adoptionsrecht in Deutschland zu ändern, weil es gleichgeschlechtliche Paare benachteiligt. Nach geltendem Recht kann eine Mutter bei der Geburt eine Vaterschaft angeben, wobei unerheblich ist, in welcher Partnerschaft dieser lebt. Sie kann zustimmen, dass ihr Kind von einer Partnerschaft zweier Menschen adoptiert wird, und sie kann diesen Prozess begleiten (ggf. lebenslang). Auch das Aufwachsen des Kindes in einer Dreierbeziehung ist legal.

Hintergrund und Zusammenhänge

Häufig verwendete Begriffe

Vor ethischen und rechtlichen Abwägungen und Bewertungen ist es notwendig, zu verstehen, was gemeint wird. Oder was andere sich vorstellen, wenn sie komplexe Sachverhalte in einfache Kategorien trennen.

Am 08.12.2022 erfährt Hiltons Fan-Gemeinde, sie besitzte „Tonnen“ von Embryonen (Zeit-Online/dpa). Die Schweizer Illustrierte ergänzt „… Paris Hilton (42) startet die Babyproduktion erst im nächsten Jahr“ und erklärt gleich wie das „IVF-Verfahren zur künstlichen Befruchtung funktioniert.“ Aber dann ging es doch schneller: Einer „ihrer“ (!!!) ehemaligen Embryonen wurde (als fertig ausgebrütetes Produkt) an die „Wunsch“-Mutter geliefert. (Oberhessische Presse 26.01.2023).

Der Duden definiert den Begriff „Leihmutter“ („synonym Mietmutter“) als „Frau, die für eine andere Frau, die ein Kind nicht empfangen oder austragen kann, deren Kind austrägt“ (duden.de). Leih(en) („synonym mieten“) bedeute: „gegen das Versprechen der Rückgabe vorübergehend aus seinem Besitz zur Verfügung stellen“. Eine Mutter sei „eine Frau, die ein oder mehrere Kinder geboren“ habe. Wunschmütter oder Wunschväter kennt der Duden nicht. Er definiert „Stiefmutter“ (oder -vater) und Pflegemutter“ (oder -vater“) als einen Menschen, der oder die „mit einem leiblichen Elternteil eines Kindes in einer Beziehung lebt und nicht die leibliche Mutter (oder Vater) dieses Kindes ist“, oder jemand, die oder der „Kind in Pflege genommen“ hat.

Im Englischen wird der Begriff „surrogate mother“ („Ersatzmutter“) weiter unterteilt in „gestational carrier“ (Tragemutter) z.B. nach IVF, oder „traditional carrier“ („biologische Mutter“) nach z.B. intrauteriner Insemination.

Im Zusammenhang der „Leihmutterschaft“ werden die Rollen und Rechte der vielen Akteur:innen weltweit sehr unterschiedlich geregelt. Zentral ist die jeweilige Definition „des Kindes“, das ausgetragen und abgegeben wird. Denn ihm wird etwas zur Verfügung gestellt:

  • nicht nur ein Uterus und eine Plazenta, sondern
  • die Einheit von Psyche und Körperlichkeit einer Frau.

Prinzipiell ergeben sich aus der Festlegung, was ein „Kind“ sei, zwei sehr unterschiedliche ethische Grundauffassungen mit jeweils anderen rechtlichen Konsequenzen:

(A) Die naturwissenschaftlich begründete Position:
„Schwangere Frau = ungetrennte Einheit“.

Wird eine Frau während der Schwangerschaft als eine ungetrennte Gesamtheit definiert, besitzt sie uneingeschränkt alle Rechte bezüglich jedes ihrer Organe. Dazu zählt auch der Embryo oder Fetus, weil alle ihre Zellen-Viren-Bakterien wechselwirken. Also ihn nicht nur passiv tolerieren. Das Grundrecht der Unversehrtheit gilt für die Frau als Ganzes. Nur sie selbst kann den von ihr gewünschten Verlauf ihrer Schwangerschaft bestimmen. Und nur sie kann sich auch für einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden. Erst die Geburt wandelt die körperliche Einheit von Frau und Fetus in eine Beziehungseinheit. Vor der Geburt gibt es (nach dieser biologischen und ethisch begründeten Auffassung) kein „von der Frau getrenntes Kind“.

Ethisch-rechtliche Konsequenz:

  • Nur die schwangere Frau selbst kann souverän über den Verlauf der Schwangerschaft entscheiden. Regelungen u.a. zu Schwangerschaftsabbruch oder zu Kaiserschnitt aus ‚kindlicher Indikation‘ widersprechen dieser ethischen Auffassung.
  • Mutterschaft kann nicht ‚gemietet‘ werden. Die Frau, die ein Kind gebiert, ist seine Mutter, mit allen daraus abgeleiteten Rechten.
  • Unmittelbar nach der Geburt ist ein Kind ein Mensch und hat dann ein Recht auf Unversehrtheit: dazu gehört das Mikrobiom der Mutter, das übertragen werden muss) und die Ausprägung seines Stammhirns (durch Bonding über Tage, Wochen und ggf. Monate).

(B) Die religiös-ideologische begründete Gegenposition:
„Embryo = Kind = potenzieller Mensch, der in einem Behältnis wohnt“.

Wird ein Embryo (nach Befruchtung durch IVF oder Insemination „in einer“ Frau) als ein von der Frau getrenntes menschliches Wesen definiert (als „ein Kind“), dann sind die Rechte der Frau, über ihren Körper selbst zu entscheiden, zwangsläufig eingeschränkt. Nach dieser ethischen Auffassung besitzt „das Kind“ eigene Rechte (z.B. das der Unversehrtheit). Ab der Zeugung (im Sinne der Vereinigung männlichen und weiblichen Gen-Materials z.B. in einem Labor vor der Übertragung auf eine „Leihmutter“) ist ein Embryo bereits ein Rechtsobjekt, das Dritten gehört. Dieses Objekt (im Eigentum anderer) wird einer Vermieterin zur sicheren Aufbewahrung übertragen. Diese muss dann dafür Sorge tragen, dass ihr Mieter nicht gefährdet wird.

Ethisch-rechtliche Konsequenz:

  • Besitzer des Embryos, Staat, Kirche u.a. können über die Gesundheit und Unversehrtheit des Embryos bestimmen. Die schwangere Frau hat nur Mitbestimmungsrechte. Abtreibung wäre nur in Lebensgefahr mit dieser Ethik vereinbar.
  • Mutterschaft kann ‚gemietet‘ werden. Die Frau, die ein Kind gebiert, ist nicht seine eigentliche ‚genetische‘ Mutter. Sie muss das Kind abgeben. Bonding und Stillen sind bedeutungslos.
  • Reproduktions-Unternehmen dürfen in Leihmuttererträgen detailliert Bedingungen festgeschrieben (u.a. Abtreibungsverbot, z.B. bei Mehrlingen, Kaiserschnitt z.B. bei Blasensprung und unreifem Kind, Verhaltensvorschriften u.v.a.)
  • Geborene Kinder gelten als fertige Menschen, und können deshalb unmittelbar nach der Geburt abgegeben werden (bis man sie abholt oder auch nicht). Kinder, die dabei die einzigartige Chance der Stammhirnprägung durch Mikrobiom und Bonding verpassen (das sogenannte „window of opportunity“), werden lebenslang mental und immunologisch gestört sein.

Dieser Art von „Neo-Reproduktions-Ethik“ fehlt der Bezug zu dem, was naturwissenschaftlich betrachtet, bei der Menschwerdung geschieht.

Menschliches Leben

Eine Frau ist ein Mensch. Unabhängig davon, ob sie schwanger ist oder nicht. Aus naturwissenschaftlicher Sicht kann es daher keine „Leih“- Schwanger oder „Leih“- Mutterschaft geben. Da diese Begriffe implizierten, es gäbe statt einem Menschen (in einer bestimmten Lebensphase) zwei Menschen (in einer Hülle).

„Using a surrogate mother“ (Eine Leihmutter benutzen), bei Mietkosten zwischen 20-50.000€ (oder sehr viel mehr), je nach Herkunftsland. Screenshots aus surrogatemothers.com und https://www.worldcenterofbaby.net

Rechtliche und ethische Bewertungen (wie die zitierten) erfordern die Bildung von Kategorien. Religiöse oder philosophische Kriterien (z.B. was ein Kind sei) dienen Reduzierung komplexe Zusammenhänge auf klar getrennte Definitionen, die man anschließend glaubt, einfach handhaben zu können.

Eine naturwissenschaftliche Betrachtung dagegen eröffnet die Sicht auf hochkomplexe, ungetrennt-fließende, dynamisch-wechselwirkende Vorgänge bei der Entstehung von Leben in lebenden Systemen.

Biologischen Begriffsbildungen, die Lebensvorgänge beschreiben, kommt daher immer nur eine relative Bedeutung zu. Sie bleiben so lange bestehen, wie sie nützlich zu sein scheinen, um bestimmte Aspekte eines Gesamtzusammenhanges besser zu verstehen. Oder sie werden, auf der Basis neuer Erkenntnisse, wieder verworfen. Die Definition einer „prinzipiellen Trennung“ biologischer Prozesse ergibt aus physikalischer Sicht keinen Sinn.

Biologisch betrachtet sind Menschen (grob vereinfacht) hochkomplexe, strukturierte Ansammlungen von Eiweißen (und wenigen mineralischen Ablagerungen), deren Zwischenräume mit Wasser angefüllt sind. Menschen-typische Zellen, Viren (Virom) und Bakterien (Mikrobiom) bilden intensiv miteinander verwobene Organellen und Organe. Und sie formen schließlich den übergeordneten Superorganismus, der mit den Ökosystemen der Außenwelt in Beziehung und Austausch steht. Ererbte Programme und Steuerimpulse ermöglichen es dem Organismus mit variablen äußeren Einflüssen in Resonanz zu treten, um so (im Zusammenklang von Körper und Psyche) geprägt zu werden.

Genetik

Seit 2003 (mit dem Abschluss des Human Genome Project) ist bekannt, dass das menschliche Zellkern-Genom aus 20.000 bis 25.000 Genen besteht. Genauer aus etwas mehr als 3.000 Millionen Basenpaare (Mbp):

  • fast so viele Basenpaare wie beim Buckelwal (3.600 Mbp),
  • dreimal so viele Basenpaare wie die „Wanderdrossel“ (1.300 Mbp),
  • fünfmal weniger Basenpaare als die „gewöhnliche Gebirgsschnecke“ (16.000 MBp) (Itgen 2022)

Mindestens 75 % des menschlichen Genoms besteht aus „Junk“, der kein Eiweiß kodiert. Chromosomen (die Gene enthalten) gleichen also Instrumenten, die über nur relativ wenige Saiten verfügen, dafür aber über einen um ein Vielfaches größeren Klangkörper.

2008 wurde der Genvergleich zwischen Schimpansen und Menschen am Sanger Institute abgeschlossen. Menschen- und Affen-Gene stimmen weitgehend überein. Unterschiede fanden sich vorrangig bei „copy number variations“ in Genregionen, in denen das Genom extrem instabil ist. Das galt vorwiegend für Gene, die die Reaktionen des Immunsystems codieren, oder die Zellvermehrung kontrollieren.

Die Zahl der menschlichen Proteine (die genetisch programmiert werden müssen) liegt bei zwei Millionen (Proteinatlas). Die etwa 23.000 Gene, die hälftig von der Frau und dem Mann stammen, machen also nur einen Teilaspekt dessen aus, was ein Mensch nach der Geburt sein wird. Die Auffassung des vergangenen Jahrhunderts, dass „ein Kind“ durch die Summe seiner Zellkern-Gene festgelegt sei, ergibt aus naturwissenschaftlicher Sicht keinen Sinn.

Mitochondrien DNA

Die Mutter vererbt neben ihrem Zellkern-Genom zusätzlich ein intrazelluläres Genom: die ringförmige Mitochondrien-DNA (16,5 Kbp). Sie ist 100 % Homo sapiens typisch, während das Zellkern-Genom auch (männlich vererbte) Gene anderer Früh-Menschen enthalten kann. (Forster 2004).

Die Mitochondrien-Aktivität spielt insbesondere in den ersten Tagen der Embryonalperiode eine entscheidende Rolle. Sie wird besonders leicht durch Belastungen gestört, wie Umwelt-Gifte, Nikotin, chemische Substanzen, Immunstimulation, Stress, Fehlernährung u. v. a.).

Mitochondriale Erkrankungen spielen bei ungewollter Kinderlosigkeit eine zentrale Rolle. (Kloptock 2021)

Hélène Delforge, Quentin Gréban: Mama. Ars edition, München 2019, ISBN 978-3-8458-2992-0

Epi-Genetik

Die Zellkern-Genetik (vererbt zu je 50 % von Frau / Mann) ist nur ein Teilaspekt der Menschwerdung. Sie gleicht einem noch verpackten Modellbaukasten im Kaufhaus. Die Menschwerdung ist nicht etwas Gegebenes, sondern ein Prozess miteinander wechselwirkender Aspekte einer Funktionseinheit. in der angelegte Möglichkeiten ausgestaltet werden können. Diese Prozesse sind hochkomplex und werden erst allmählich durch die Erforschung der Prägung des Genoms (Epi-Genetik) verstanden. „Das aus dem Baukasten entstehende“ muss intensiv bespielt werden, damit es sich ausformen und klingen kann.

Vorgeburtliche Umwelteinflüsse hinterlassen lebenslange Spuren. Sie können ggf. auf weitere Generation vererbt werden. (Bale 2022, Boškovi 2018)

Die vererbte Genaktivität des Embryo / des Fetus wird durch epigenetische Prozesse beeinflusst, ohne das Genom selbst zu verändern. Das geschieht u. a. durch die Methyllierung von DNA-Cytosinbasen, durch die Veränderung der Histon-Struktur und durch die Beeinflussung der Genexpression durch Mikro-RNAs. . Durch diese Veränderungen wird der ungeborene Organismus während der Schwangerschaft auf die künftigen Umweltbedingungen eingestimmt und optimal angepasst. Besonders der Glukose- und Fettstoffwechsel unterliegen epigenetischer Prägung. Der intrauterine Prozess der Beeinflussung Insulin-sensitiver Gewebe und neuroendokriner Regelkreise kann im günstigen Fall einen Überlebens-Vorteil darstellen (z.B. bessere Anpassung an ein knappes Nahrungsangebot), oder auch ein lebenslängliches Risiko für metabolische und kardiovaskuläre Erkrankungen darstellen. Einer der Faktoren, die besonders störend auf epigenetische Prozesse einwirken, ist die Stressbelastung der schwangeren Frau, die u. a. zu hohen Cortisolspiegel führt (Szyf 2022). Die Art des Verlaufs der Schwangerschaft und die Beziehung der Frau zu ihren Körperfunktionen und zu ihrer Umwelt haben Auswirkungen auf die spätere Gesundheit, Krankheitsentwicklungen und Alterungsprozesse (Schrey 2016, Oblak 2021). Und auch auf die Entwicklung psychischer Störungen, wie Depression oder anderer mentaler Krankheitsbilder. (Senner-Goeke 2022, Alameda 2022).

Das Verhalten der schwangeren Frau wirkt sich intensiv auf das Ungeborene aus, und kann zu späterer zu Resilienz-Fähigkeit oder zur Labilität führen (Suchtmittel-Gebrauch, Medikamenten-Einnahme, Schlaf-Verhalten, Umgang mit Belastungen u. v. a.) (Alam 2017)

Microchimerismus

Die lebenslange Funktion des Gehirns und die geistige Gesundheit werden entscheidend von Entwicklungsprozessen bestimmt, die vor der Geburt stattfinden. Während der Schwangerschaft von Säugetieren werden mütterliche Zellen auf den Fötus übertragen. Sie werden als mütterliche mikrochimäre Zellen (MMc) bezeichnet. Neben anderen Organen siedeln sich MMc auch im fötalen Gehirn an, mit noch ungeklärter Funktion. MMc ist ein funktioneller Mechanismus, der optimale Bedingungen für eine gesunde Gehirnfunktion im späteren Leben schafft. (Schepanski 2022)

Neurogenese

Während der Schwangerschaft wird die Ausbildung übergeordneter neuronaler Funktionen beeinflusst. U. a. die Besonderheit des menschlichen Gehirns (durch assoziative Neuprogrammierungen) phylogenetisch ältere Hirnfunktionen zu besänftigen. Menschen sind so (in Ruhe) in der Lage, von einem Gegenstand der Betrachtung zurückzutreten. Sie können innovative, intelligente Lösungen finden, die es bisher nicht gab. Oder sie können sich an immer wieder auftauchende bedeutungsvolle Stimulationen anpassen: an Sprache, Musik, Rhythmus.

Für die Entwicklung solcher Fähigkeiten scheint das letzte Drittel der Schwangerschaft besonders wichtig zu sein. Dann kommt es bei den Feten zu einer Explosion der Einwanderung neuer, nicht mit Nervenbahnen oder Funktionen assoziierter Nervenzellen in das Gehirn. Diese noch unreife Neuronen-Population wird im Gehirn des Neugeborenen über Monate erhalten und stellte eine Interneuron-Reserve dar, ein Potenzial, das bei der Entwicklung des Gehirnes hilft, sie bahnt und das ggf. auch Reparaturleistungen gewährleisten kann. (McKenzie 2016, Queensland Brain Inst. 2022)

Durch die Signalgebung im Organismus der Mutter werden im Feten hochkomplexe Schwingungen, Rhythmen, Modulation und Klangfarben erzeugt, die (u. a. im Rahmen der Prozesse der Neurogenese) seine weitere Entwicklung bestimmen. (Huszár 2022)

Aus der Zwillingsforschung ist bekannt, dass Embryozellen „alles“ werden können. Dieses ist entscheidend wichtig für die Hirnentwicklung. Wir besitzen etwa 100 Billionen Neuronen, die im menschlichen Gehirn sinnvoll zusammen wechselwirken sollen. Entscheidend in der Funktionsausbildung dieses hochkomplexen Systems ist nicht nur, dass Neues rechtzeitig und richtig geschaffen werden muss. Sondern ebenso wichtig (oder vielleicht noch wichtiger) ist es, dass zahllose Verbindungen und Möglichkeiten, die sich als nutzlos erwiesen haben, wieder gelöscht werden. Die Ex-Formation ist bei der Hirnentwicklung mindestens ebenso wichtig wie die In-Formation. Beides formt das Gehirn im Zusammenwirken von Biologie und sozialen Einflüssen während der Schwangerschaft. Die Art, wie das geschieht, ist noch weitgehend unerforscht. Besonders unklar ist noch die Bedeutung der Bindegewebszellen im Gehirn, die die Nervenzellen umgeben und ummantelten, und die das Flimmern von Nervenimpulsen bahnen oder dämpfen. (William 2022)

Neurowissenschaftler wie György Buzsáki beschreiben das heutige Nichtwissen hinsichtlich des Zusammenhangs frühkindlich-neuronaler Entwicklung als grenzenlos.

Mikrobiom

Während der Schwangerschaft, der Geburt und unmittelbar nach der Geburt erwerben Feten und Neugeborene ein zusätzliches Organ: ihr „Mikrobiom / Virom“. (Dhanaraju 2022). Es wird von der Mutter über die Plazenta, die Scheide, die Vor-Milch (das Kolostrum unmittelbar nach der Geburt) und durch das Stillen übertragen.

Die dabei transferierten Bakterien und Viren sind Menschen-typisch. Ihre Funktion ist für die Codierung der wesentlichen Eiweißprodukte des Körpers unerlässlich. Sie bilden mit dem Darm und dem Immunsystem eine Funktionseinheit. Nach der Ausreifung ihrer Funktionen sind sie mit dem Gehirn in Regelkreisen verbunden (sogenannte Psycho-Neuro-Endokrinologie). Die Art der Mikrobiom-Übertragung, oder ggf. ihre Störung, wirken sich lebenslang aus. (Jäger 2022)

Bonding und Stillen

Die Geburt wandelt die ungetrennte Einheit aus Fetus und Schwangerer in ein gemeinsames Leben zweier selbstständiger Wesen (Symbiose).

Beim Kind sorgt die Dehnung der Lungen für eine schlagartige Umstellung des Kreislaufsystems. Sein Gehirn beginnt, durchflutet von Noradrenalin, Informationen aufzusaugen wie ein Schwamm. Nerven, Bewegungsapparat und innere Regulations-Kreise beginnen sich in ständiger Rückkopplung auszuformen. Die Zell-Rhythmen differenzieren sich, und mit ihnen entwickeln sich Darmfunktion und Immunsystem.

Zugleich erlebt die Mutter eine drastische Umstellungsphase: die Östrogen-, Progesteron- und Cortisol-Spiegel fallen ab, und die Adaptation an das Leben ohne Schwangerschaft verändert das Gehirn und die Immunfunktion. Beide Beziehungspartner, die sich jetzt aufeinander einstellen müssen, sind anfangs instabil, verletzlich und schutzbedürftig.

Die zuvor verbundenen und jetzt getrennten Menschen sind atmende (lateinisch „spirituelle“) Wesen, deren Bewusstheit sich in Interaktionen innerer Bewegungen und äußerer Einflüsse entwickelt und verändert. (Trevarthen 2016) Die Biologie ihrer Systeme wird von dynamischen Wechselwirkungen bestimmt, die sich miteinander in Resonanz verbinden. Teilaspekte, wie die Oxytocin-Wirkungen in beiden Menschen oder die Myelinisierung des Vagusnerv (und anderer essenzieller Neuronenverbindungen) im Neugeborenen, oder die Entwicklung von Darmfunktion, des Mikrobioms oder des Immunsystems, sind durch Beziehungen, Wechselwirkungen und Streueffekte miteinander verbunden. Schwangerschaft ist ein „bio-psychologisches Geschehen“ (Janus 1997). Schwangerschaft kann, wenn sie sich störungsfrei entwickeln kann, zu dem führen kann, was Menschen in besonderer Weise von Tieren unterscheidet:

Wesen zu sein, die intensive Bindungen eingehen und sozial kompetent handeln können.

Der Grundstein für diese Fähigkeiten wird im Schwangerschaftsverlauf, während der Geburt und in den ersten Lebensmonaten gelegt.

Wird Bonden und Stillen verhindert (wie gemäß vieler Leihmutterverträge geschieht) wird die initiale Prägung von Nerven- und Immunsystem entscheidend gestört. Eine „reine Pflege“ der Kinder bis zu ihrer Abholung (die sich lange verzögern kann) beschränkt sich dann auf:  „Windeln und Kunst-Standard-Milch verfüttern“. Was dabei entstehen kann, wurde in einem Massenversuch in Rumänien im Heim Cighid ausgetestet:

Der Prozess der Bindung zwischen Mutter und Kind (als Einheit und nach der Geburt als Symbiose) erschließt sich aber nicht allein aus der wachsenden Menge experimentell-gewonnener, naturwissenschaftlicher, publizierter Informationen.

Denn das Aufkeimen der menschlichen Psyche und Körperlichkeit berührt sehr grundsätzliche, ethische, philosophische, religiöse Fragen nach dem Wesen menschlicher Existenz und ihrer Zukunft.

„Die neun Monate der intrauterinen Entwicklung und die ersten drei Jahre des postnatalen Lebens scheinen für die Herstellung von Verbindungen zwischen Neuronen und zwischen neuronalen und glialen Zellen, die ein ganzes Leben lang Erfahrungen prägen werden, besonders notwendig zu sein.“ (Faa 2014).

Neue technische Möglichkeiten

Die Erfolgsrate für Lebendgeburten liegt nach Register-Angaben bei 24–30 % (Fauser 2018). Unabhängige, systematische, langfristig angelegte Studien zu Nutzen und Risiken von In-Vitro-Fertilisationen fehlen (Fauser 2021). Sie wären bei der Variabilität von Lebensumständen (Stress u.v.a.) und Verhalten (Nikotin u.v.a.) auch nur schwer durchführbar. Bei IVF-Kindern scheinen die Risiken für angeborene Fehlbildungen, epigenetische Störungen, Chromosomenanomalien (insb. X/Y), Subfertilität, Krebs, verzögerte psychologische und neurologische Entwicklung und Stoffwechselstörungen erhöht zu sein. (Esteves 2018, Fauser 2014) Zu Lebenserwartung und Erkrankungen im Alter fehlen die Erfahrungen.

Claire Bretécher: „Le destine de Monique“ (1983). Monika das Wunschkind rororo (1985)

Die intrazytoplasmatische Spermien-Injektion (ICSI) ist heute möglicherweise die am häufigste verwendete Methode der Befruchtung bei der assistierten Reproduktionstechnologie. ICSI soll mit geringeren Versagens-Raten bei der Befruchtung verbunden als die IVF. (Rubino 2015)

Mehr-Eltern-Baby

Inzwischen ist es möglich, auch Mitochondrien zwischen lebenden Zellen zu „transplantieren“ (Gäbelein 2022). Die Technik „mitochondrial replacement therapy“ wurde seither mehrfach eingesetzt, um die Erfolgsraten von ICSI zu erhöhen, und führte 2016 zur ersten Geburt eines Kindes mit drei Eltern (New Scientist 23.09.2016). Dabei wird ein vom Zytoplasma gereinigter Zellkern (von einer Mutter) in ein (mitochondrien-haltiges) Eizell-Zytoplasma einer zweiten Mutter injiziert, aus der zuvor der Zellkern entfernt wurde. Anschließend wird dann in diese modifizierte Eizelle (zweier Mütter) das männliche Sperma injiziert (ICSI). Der resultierende Embryo wird anschließend auf eine der beiden Mütter übertragen. Oder in den Uterus einer „Leihmutter“ eingeführt (Vier-Elternbaby). (Farenzi 2020)

Uterustransplantation

2014 wurde erstmals erfolgreich ein Uterus transplantiert. 2016 gelang das an der Universität Frauenklinik Freiburg. 2020 wurde sie dann zum deutschen Gebärmutter-Transplantationszentrum ernannt. Die Nachfrage nach einer Uterustransplantation sei groß, betont die Gynäkologin. Trotzdem ist sie überzeugt, dass diese noch lange keine Standardtherapie wird. Aus ethischer Sicht (siehe nachfolgender Beitrag) sei es wichtig, zwischen Risiken für die Spenderin und der Chance der Empfängerin abzuwägen, ein eigenes Kind zu bekommen.

Weil alles Machbare zu mehr (kommerziellem) Erfolg treibt, sei es „… von größter Bedeutung, dass die Anbieter von Reproduktionsmedizin mit dem Verfahren der Uterustransplantation vertraut sind, da immer mehr Patientinnen diese Behandlung wünschen und erhalten.“ (Richards 2021)

Die kurzfristig beobachtbaren Ergebnisse der vier in Tübingen vorgenommenen Transplantationen seien gut (Richter-Kuhlmann 2023). Allerdings wird dabei vergessen, dass der Uterus kein Behälter ist wie ein Tupper-Topf. Sondern ein Rhythmusorgan, das bei der epigenetischen Prägung des Kindes eine wesentliche Rolle spielt. Wie sich nach Uterustransplantation geborene Kinder entwickeln werden, weiß niemand.

Leih-Leiche

2022 wurde die Möglichkeit einer ‘Whole body gestational donation’ (WBGD) vorgeschlagen. Einer „Ganzkörper-Spende“ oder „Leih-Leiche“). Da der Embryo ein (im Prinzip) fertiges Kind sei, könne man es auch in einen toten Inkubator (oder einer „Leih-Leiche“) setzen:

„… Wenn wir Organspenden im Allgemeinen akzeptieren, sind die Fragen, die die Ganzkörper-Gestationsspende aufwirft, eher Unterschiede im Ausmaß und keine grundlegend neuen Bedenken. Ansonsten zeige ich einige faszinierende Möglichkeiten auf, darunter die Verwendung männlicher Körper – und damit vielleicht die Umgehung einige potenzielle feministische Einwände zu umgehen.“ (Smajdor 2022)

Indikationen für steigende Nachfrage

Unerfüllter Kinderwunsch ist weltweit ein zunehmendes, gesellschaftlich relevantes Problem. Etwa 40 Jahre nach der klinischen Einführung wurden mehr als acht Millionen IVF-Kinder geboren. Jährlich werden über 2,5 Millionen Zyklen durchgeführt, die zu mehr als 500.000 Entbindungen pro Jahr führen sollen. (Fauser 2018)

Die Reproduktion basiert auf Rhythmen unterschiedlicher Zellen des Gehirns und des Genitales, die in ihrem Funktionszusammenhang leicht gestört werden können: insbesondere durch Stress, Unsicherheit und psychische Störungen. Vielen Jugendlichen fällt es heute schwer, in ihre persönlichen Rollen zu finden. (Franklin-Hall 2012) Und die Unsicherheit im Übergang zum Erwachsenen-Leben wird zunehmend medikalisiert und kommerzialisiert. (Lenzen-Schulte 2022)

Belastend für die natürliche Funktion reproduktiver Regelkreise sind auch Umweltbelastungen, lang-dauernde Medikamenteneinnahmen, Genuss- und Suchtmittelgebrauch. Insbesondere der Nikotin-Konsum hat seit 2020 drastisch zugenommen: auf 41 % bei 25+ und 16 % bei 14-17-Jährigen. Debra 2022)

Rein körperbezogene Beeinträchtigungen (wie Infektionsfolgen, Endometriose u.ä.) sind als Ursache ungewollter Kinderlosigkeit deutlich seltener.

Dem zunehmenden Bedarf bietet sich ein wachsender Markt technischer Möglichkeiten an. Der Suchbegriff „surrogate mother“ fand am 01.01.2023 bei Google über 21 Millionen Einträge, bei dem Begriff Leihmutter waren es etwa eine halbe Million Einträge.

Der Kommerz-Dynamik der Machbarkeit hinkt die Ethik hinterher (so wie bei vielen medizinischen Blog-Bustern). Der Markt ist meist bereits etabliert, und wuchert dann dynamisch, bevor er reguliert werden kann. (siehe Links)

Die Gesundheit der Leihmütter

Dienstleister-unabhängige, systematische Studien zu den gesundheitlichen und psychologischen Auswirkungen bei „Leihmüttern“ weisen entweder methodische Mängel auf, oder sie fehlen, zum Beispiel bei grenzüberschreitender Leihmutterschaft. (Söderstrom-Antilla 2015) Die häufigsten Aussagen auf der Suche nach verwertbarer Literatur lauteten sinngemäß: „It is concluded that further systematic research is required …“ (Edelmann 2003)

Leihmütter stellen nicht nur Organe gegen Bezahlung zur Verfügung. Sie lassen sich darüber hinaus auf einen Prozess ein, der ihre Körperlichkeit hormonell, immunologisch und psychisch wandelt. Lange vor dem Eingriff sind regelmäßige Untersuchungen und diagnostische Interventionen nötig. Gefolgt von ovarieller Stimulation, und im Fall von Eizellspenden auch laparoskopischen Eingriffen. Kurzzeitige Risiken dieser Interventionen können erheblich sein (Überstimulationen, intraabdominelle Verletzungen, nosokomiale Infektionen uva.). Langfristig können durch Schwangerschaft und Geburt (ggf. durch Kaiserschnitt) bleibende, chronische Gesundheitsstörungen ausgelöst werden (uva. Erkrankungen der Niere, Leber, Bauchspeicheldrüse, Immunfunktion uva.)

Auch die psychischen Auswirkungen sind möglicherweise erheblich. Denn unbewusst-widerstreitende Einstellungen zu einer Schwangerschaft sind normal, auch wenn die Entscheidung dafür bewusst getroffen wurde. Hormonell, psychologisch, sozial ausgelöste Zweifel, Unsicherheiten und Konflikte können aber, ohne den Leihmuttervertrag zu verletzen, weder durch eine Entscheidung zum Abbruch gelöst werden, noch können sie zu einem eindeutigen Gefühl inniger Verbindung führen (im Sinne von Mutterschaft). D.h. die Frau trägt ggf. einen Fetus aus, den sie ablehnt (was sich epigenetisch auswirken muss), oder ihr wird später „ihr“ Baby abgenommen, mit dem sie sich untrennbar verbunden fühlte.

Gestandete ‚Leihmutter‘-Kinder in der Ukraine. 2020 wegen „Corona“ und 2022 wegen des Krieges. Bleibt Bonding aus, werden Kinder in ihrer neuronalen und immunologischen Entwicklung schwer gestört. Screenshots: spiegel.de und tagesschau.de aufgerufen am 17.01.23.

Der körperlich-immunologisch-psychologische Prozess des Bonding entfällt in der Regel im Rahmen der Vertragsbeziehung. Würde (oder müsste) das Bonding toleriert werden (durch verzögerte Übergabe, Beispiel Ukraine 2022), vergrößerte sich das Trauma der Trennung für beide Beteiligte.

Von Anfang an ist daher eine Einbeziehung von Psycholog:innen oder Psychiater:innen „in der Vorbereitungsphase, der Schwangerschaft und nach der Geburt von entscheidender Bedeutung“ (Schwartz 2007)

Zur Rechts-Situation

Verbindliches Recht und ethische, begründete Regeln unterscheiden sich weltweit erheblich. Viele Aspekte der Reproduktionsmedizin wie Forschung an oder Handel mit Embryonen, Schwangeren- und Mutterschutz, Schwangerschaftsabbruch, Leihmutterschaft u.v.a. sind können sehr unterschiedlich und willkürlich geregelt sein. Abhängig von gesellschaftlich, kulturell, religiös und kommerziell vereinbarten Grenzen in biologischen und sozialen Prozessen, die in der Realität fließen und sich dynamisch verändern. Begriffe wie Kind, Mutter, Geburt, Rechtsperson, Rechtsobjekt u.v.a. sind deshalb nicht biologisch eindeutig „wahr“, sondern müssen gesellschaftlich immer wieder neu ausgehandelt und definiert werden.

Dabei ergeben sich dann u.v.a. Fragen wie

  • Ist die Vermieterin rechtlich haftbar, wenn dem „Besitz anderer“ durch ihr unachtsames Verhalten ein Schaden zugefügt wird? Sie die Verträge, die die Frau dazu mit Unternehmen unterzeichnet, rechtlich bindend? Oder nichtig, weil sie unethisch sind.
  • Kann z.B. die Annahme des Kindes bei Nichtgefallen (z.B. alkoholbedingtem Schaden) verweigert werden? Wenn ja, wer kümmert sich dann um das Kind? Der Staat?
  • Kann eine Frau bei Frühgeburtsbestrebungen einen von Kinderärzten verlangten Kaiserschnitt verweigern? (Oder: Hat die mütterliche Gesundheit Vorrang vor der „kindlichen“?)
  • Liefert die Frau ein fertiges Produkt ab, das bis zur Geburt nur ihr gehört?
  • Wird durch die Toleranz von Praktiken der Leihmutterschaft grenzüberschreitender Menschenhandel legalisiert?
  • Wer haftet bei Schäden? Insbesondere bei langfristigen Gesundheitsproblemen der Frau oder Entwicklungsverzögerungen des Kindes? (Web-Site von Betroffenen)

Aus meiner Sicht des juristischen Laien sind folgende Rechts-Begriffe besonders bedeutend

  • Das Recht auf Leben und Unversehrtheit (Art. 2.2 GG für die schwangere Frau als ganzes Wesen).
  • die Haftung der medizinisch, politisch und technisch für Eingriffe und Interventionen verantwortlichen Personen.
  • das Verbot von Menschen-(Kinder)-Handel.

Es muss also Sorge getragen werden, Risiken für das Auftreten von Schäden zu minimieren: Insbesondere bei den gesunden Frauen, die sich als „Leih“-Mütter anbieten wollen oder müssen. Frauen, die sich als Dienstleistende für die Reproduktionsmedizin anbieten, müssen transparent, im Detail, umfassend und dokumentiert aufgeklärt werden (am besten notariell beglaubigt), bevor sie sich auf die Medizin-technischen Prozesse einlassen.

Weiterhin ist im Zusammenhang mit artifizieller Reproduktion auch das Adoptionshilfe-Gesetz von Bedeutung, das 2021 neu gefasst wurde. (bmfsfj.de) Gleich-geschlechtliche Paare werden hier weiterhin benachteiligt.

Evangelikale Ethik in den USA

In Florida wurden die Möglichkeiten legaler Abtreibungen radikal eingeschränkt.

Ein Embryo oder ein Fetus sei ein Kind. Also eine Person und damit ein Rechts-Objekt, das sich in einem Behältnis befinde. Daher folge: „An unborn child has rights independant of its mother, even so it’s still in the womb.“ (The Guardian 27.02.2023). Schwangerschaftsbrüche dagegen verletzten die Rechte des „ungeborenen Kindes“ (und ggf. die Rechte Dritter). (CNN 20.02.2024) Sie werden deshalb seit April 2022 (aus medizinischen Gründen) nur noch bis zur 15. Woche gestattet (statt bis dahin bis zur 24. Woche), und grundsätzlich nur unter strengsten Restriktionen (Florida State Facts 2022npr 14.04.2022).

„Leihmutterschaft“ wird dagegen u.v.a. in Florida kommerziell legal betrieben:

Noch 1973 hatte der Oberste Gerichtshof der USA (mit sieben zu zwei Stimmen) entschieden, dass das Recht der Frau auf einen Schwangerschaftsabbruch durch die US-Verfassung geschützt sei. 2019 verabschiedeten mehrere US-Bundesstaaten Gesetze, die Abtreibungen faktisch verboten. Schließlich wurde im Juni 2022 das Recht auf Abtreibung durch eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs (mit fünf zu drei Stimmen) faktisch wieder abgeschafft. Christlich fundamentale Richter und Politiker berufen sich auf den ethischen Grundsatz, dass ein Embryo ein potenzieller Mensch sei. Folglich wird von ihnen die Adoption von Embryonen propagiert.

Nach evangelikaler Ethik zählt jedes „Kind“, das als Embryo vor dem Erfrieren im Kühlschrank gerettet wurde. Dieser Auffassung hat sich die aktuelle Rechtssprechung angeschlossen.

Dagegen wird die religiös-ideologische (Biologie & Physik widersprechende) Auffassung, dass ein Uterus nur ein Behälter sei, mit Bibel-Moral begründet. (s. beliefnet)Evangelikal ausgerichtete Unternehmen sind weltweit im kommerziellen Embryonenhandel engagiert. Gerechtfertigt wird es mit dem Argument, Leihmutterschaft sei im Prinzip „vor Gott“ rechtens. Denn in der Bibel ist beschrieben, dass Abraham (und später auch Jacob), mit Gottes Segen, ihre Sklavinnen vergewaltigen durften, weil ihre Ehepartnerinnen unfruchtbar waren.

Zum Beispiel Hagar („die Fremde“, hebräisch הָ גָר Hāgār, arabisch هاجر Hadschar) eine ägyptische Magd, die Mann Abraham geschwängert wurde. (Genesis 16,10-11)

Obwohl also Kirchen-moralisch nichts gegen Leihmutterschaft spreche, empfehlen einige Kirchenvertreter in den USA trotzdem, man solle vor dem Entschluss zur „Nutzung einer Mietmutter“ geistlichen Rat suchen: „… We suggest that … Above all, pray over the decision. … Wait for God’s clear direction and then proceed in faith … in whatever way He calls.“

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Links

Dokumentation

Wissenschaftsjournalismus

Betroffene

Kommerz (unsystematische Suche: 16.01.2023)

Evangelikale Ethik (unsystematische Suche: 16.01.2023)

Literatur

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Letzte Aktualisierung: 10.05.2024